UG gründen – Unsere Schritt für Schritt Anleitung

UG gründen, Schritt für Schritt

Sie möchten ein Unternehmen gründen, besitzen aber nicht das notwendige Startkapital für eine GmbH? Dann bietet sich als Alternative die sogenannte „haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft“ (UG)  an. Um diese ins Leben zu rufen, genügt bereits ein Startkapital von einem Euro. Auch sonst hat diese Rechtsform so manche Vorteile zu bieten.

 

Die Gründung einer UG ist verhältnismäßig unkompliziert. Ein paar Dinge sollten Sie dabei dennoch beachten. In unserer Anleitung erfahren Sie, wie Sie bei der Gründung vorgehen – Schritt für Schritt.

 

Die Vorteile einer UG – Überblick

Schritt 1: Wichtige Vorüberlegungen

Schritt 2: Der Gang zum Notar

Schritt 3: Konto eröffnen und Startkapital einzahlen

Schritt 4: Anmeldung der UG

Kosten und Dauer der Gründung

 

 Die Vorteile einer UG – Überblick

Die Wahl der richtigen Rechtsform für eine Unternehmensgründung will gut überlegt sein. Die meisten Menschen entscheiden sich für eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Diese genießt ein hohes Ansehen und ermöglicht eine komplette Gewinnausschüttung. Die Haftung ist bis auf Ausnahmen auf das Gesellschaftervermögen begrenzt.

Allerdings ist das Mindeststammkapital von 25.000 € nicht von jedem ohne Weiteres zu bewältigen – auch wenn bei der Gründung nur 50 % vorgelegt werden müssen. Auch ist die Gründung einer GmbH selbst mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Einfacher gestaltet sich die Sache beim kleinen Bruder, der UG. Diese weist gegenüber der GmbH einige Vorteile auf, unter anderem die folgenden:

  • Theoretisch ist bereits ein Startkapital von nur einem Euro genug
  • Die Gründung ist einfach und kann finanziell günstig gestaltet werden.
  • Bei Erreichen des entsprechenden Mindeststammkapitals lässt sich eine UG in eine GmbH umwandeln.

Wir haben die Schritte zur Anmeldung einer UG für Sie als Download zusammengefasst:

UG gründen

 

Trotz dieser Eigenschaften ist die UG nicht in jedem Fall eine optimale Wahl. Denn ihr Ansehen ist deutlich geringer als das einer GmbH. Außerdem müssen Rücklagen gebildet werden, sodass keine volle Gewinnausschüttung möglich ist. Damit bietet sich diese Rechtsform vor allem dann an, wenn Sie das Kapital für eine GmbH nicht aufbringen können oder Ihre Idee erst einmal „austesten“ wollen.

Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Empfehlung: Sie sind sich unsicher, welche Rechtsform die richtige für Ihr Vorhaben ist? Einen Überblick über gängige Varianten erhalten Sie in unserem Logbucheintrag „Welche Rechtsform ist die richtige für mein Vorhaben?“

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 Schritt 1: Wichtige Vorüberlegungen

Bevor Sie eine UG gründen, sollten Sie für sich und eventuelle weitere Gründungsmitglieder die folgenden Fragen beantworten:

  • Was für ein Unternehmen möchten Sie gründen beziehungsweise in welcher Branche soll dieses tätig sein?
  • Möchten Sie alleine oder zusammen mit anderen Personen gründen?
  • Welchen Namen soll Ihre Firma tragen?

Auch die Höhe des Stammkapitals will gut überlegt sein. Gehen Sie lieber nicht davon aus, dass das theoretische Mindestkapital von einem Euro in der Realität ausreicht. Schließlich müssen in der Regel diverse Vorleistungen bezahlt und Geschäfte getätigt werden.

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Tipp: Sie sind auf der Suche nach Mitstreitern, die Ihnen bei Ihrer Gründung von Anfang an zur Seite stehen? Wie Sie einfacher passende Mitgründer finden, erfahren Sie im Artikel „Mitgründer finden – So gehen Sie dabei vor“.

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 Schritt 2: Der Gang zum Notar

Sie haben alle wichtigen Vorüberlegungen getroffen? Dann steht der Gang zum Notar an. Vorher können Sie einen Gesellschaftervertrag erstellen. Wird die UG von nicht mehr als drei Gesellschaftern gegründet und „nur“ ein Geschäftsführer bestellt, können Sie jedoch anders als bei einer Gmbh – auf diesen zeit- und kostenaufwendigen Schritt verzichten. Denn in diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, ein Musterprotokoll zu verwenden, das alle Mindestanforderungen erfüllt.

Der Notar beurkundet die erforderlichen Dokumente vor den anwesenden Gesellschaftern und dem Geschäftsführer.

Sie und Ihre Mitstreiter müssen in jedem Fall einen gültigen Reisepass bzw. Personalausweis mitbringen. Kann eine Person nicht erscheinen, ist eine Vertretung möglich – allerdings nur mit notariell beglaubigter Vertretungsvollmacht.

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Beachten Sie: Durch die Möglichkeit, ein Musterprotokoll zu verwenden, ist die Gründung einer UG besonders günstig.

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 Schritt 3: Konto eröffnen und Startkapital einzahlen

Nun sind Sie im Besitz der vorläufigen Gründungsunterlagen und können ein Geschäftskonto eröffnen. Dazu müssen Sie einen Termin mit der entsprechenden Bank vereinbaren, bei dem alle Beteiligten anwesend sind.

Alternativ können Sie ein Geschäftskoto mittlerweile sogar online eröffnen. In diesem Fall müssen sich die Personen, die Zugriff auf das Konto haben sollen, am Bankschalter legitimieren.

Haben Sie die entsprechenden Unterlagen erhalten, besteht der nächste Schritt in der Einzahlung des Stammkapitals. Hier gilt wiederum: Theoretisch genügt bereits ein Euro, tatsächlich wird die Summe wohl deutlich höher sein, damit Ihr Unternehmen handlungsfähig ist. Sacheinlagen sind bei der UG – anders als bei der GmbH – nicht zulässig.

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Wichtig: Beachten Sie bei der Einzahlung des Stammkapitals eine entsprechende Kennzeichnung auf den Überweisungen. Auch sollte jeder Gesellschafter die vereinbarte Summe von seinem eigenen Konto einzahlen, um zu beweisen, dass er seine Pflicht erfüllt hat.

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 Schritt 4: Anmeldung der UG

Um die Eintragung ins Handelsregister müssen Sie sich nicht selbst kümmern. Dies übernimmt der Notar. Allerdings benötigt er zu diesem Zweck einen Kontoauszug über das Stammkapital.

Dann sind Sie fast am Ziel angelangt. Es bleibt nur noch:

  • ein Gewerbe anzumelden
  • das Finanzamt zu informieren ( dazu dient der „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Gründung einer Körperschaft“)
  • einen Steuerberater zu beauftragen (außer Sie möchten dessen Aufgabe selbst übernehmen, davon raten wir jedoch meist ab)

Beachten Sie außerdem die Mitgliedschaftspflicht in der Industrie- und Handelskammer (IHK). Diese gilt für alle Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind. Allerdings kommt die IHK selbstständig auf Sie zu.

 Kosten und Dauer der Gründung

Mit der Gründung einer UG können Sie Kosten sparen – vorausgesetzt Sie verwenden ein Musterprotokoll. In diesem Fall reichen nach aktuellem Stand (Oktober 2016) ca. 300 – 400 Euro aus. Entscheiden Sie sich für eine individuelle Satzung, sieht die Sache anders aus. Dann müssen Sie mit den gleichen Kosten wie bei der Gründung einer GmbH rechnen.

Wie lange die Gründung selbst dauert, hängt vom individuellen Fall ab – also unter anderem davon, wann Sie einen Termin beim Notar erhalten. Etwa drei Wochen sind eine realistische Zeitspanne. Voraussetzung dafür ist, dass Sie wissen, welches Unternehmen Sie gründen möchten. Doch das gilt für alle Rechtsformen.


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