Welche Rechtsform ist die richtige für mein Vorhaben?

Rechtsform

Bei jeder Gründung ist es wichtig, frühzeitig die Rechtsform festzulegen. Diese bestimmt schließlich, in welchem Gerüst Sie Ihre Tätigkeit in Zukunft ausüben. Von der Wahl hängen auch die unterschiedlichen einmaligen Kosten sowie Beteiligungshöhen im Gründerteam ab.

Bevor Sie sich fragen, welche Rechtsform die richtige für Sie ist, müssen Sie ein paar grundlegende Festlegungen treffen:

  • Gründen Sie alleine oder mit einem oder mehreren Partnern?
  • Welche Rechtsformen sind in Ihrer Branche am häufigsten vertreten?
  • Möchten Sie eine beschränkte Haftung?

Damit Sie sich für die richtige Rechtsform entscheiden, bieten wir Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über die Möglichkeiten und deren Vor- sowie Nachteile. Am Ende des Artikels finden Sie ein Quiz mit dem Sie herausfinden können, welche Rechtsform für Sie in Frage kommt. Besprechen Sie das Ergebnis am besten im kostenlosem Erstgespräch mit Ihrem Lotsen.

Im Artikel erwarten Sie folgende Themen:



1) Die Rechtsform der Einzelunternehmung

2) Gründungen mit Gesellschaftsvertrag GbR

3) Gründung einer Partnergesellschaft

4) Einzelunternehmer und Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft?

5) Rechtsform mit begrenzter Haftung und Stammkapital: GmbH

6) Gründung einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft

7) Gründung einer internationalen Kapitalgesellschaft: Limited


Die Rechtsform der Einzelunternehmung

Mehr als 70 Prozent der Gründer in Deutschland entscheiden sich nicht für eine spezielle Rechtsform und werden damit folglich zum Einzelunternehmen. Damit wird die Selbstständigkeit einer einzelnen, natürlichen Person geregelt. Beliebt ist die Rechtsform der Einzelunternehmer besonders aufgrund ihrer unbürokratischen und kostensparenden Gründung.

Hierfür benötigen Sie weder einen Anwalt noch Notar. Darüber hinaus müssen Sie auch kein Mindestkapital in Ihr Unternehmen einzahlen, haften allerdings uneingeschränkt mit Ihrem Privatvermögen. Auch die Arbeit fürs Finanzamt hält sich in Grenzen und bedarf lediglich einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Dafür müssen Sie aber auch auf gewisse Freiheiten verzichten, wie zum Beispiel bei der Wahl des Namens.

Ein großer Vorteil für Gewerbetreibende ist außerdem der hohe Freibetrag bei der Gewerbesteuer. Bis zu einer Höhe von 24.500 Euro müssen Sie keine Steuern als Unternehmer abführen.


Gründungen mit Gesellschaftsvertrag GbR

Als Gegenstück zum Einzelunternehmer gibt es die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gemäß §§ 705 ff. BGB. Bei der Gründung dieser Rechtsform müssen mindestens zwei Gesellschafter zusammenarbeiten. Auch wenn es keine Verpflichtung ist, einen Gesellschaftsvertrag schriftlich auszuarbeiten und zu unterschreiben, empfiehlt sich dieser Aufwand zur Verhinderung von Rechtsstreiten dennoch. Beide Gesellschafter haften im Falle von auftretenden Verbindlichkeiten in voller Höhe mit ihrem Privatvermögen.

Wie bei Einzelunternehmern gilt auch hier ein gesetzlicher Freibetrag von 24.500 Euro bei der Gewerbesteuer – allerdings nicht pro Person, sondern insgesamt für alle teilnehmenden Gesellschafter. Auch als Freiberufler können Sie sich entschließen, mit einem Partner eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu wählen.


Gründung einer Partnergesellschaft

Wenn sich Freiberufler zu einer Teamgründung entschließen, ist die Partnergesellschaft meist erste Wahl. Bei dieser Personengesellschaft wird kein Mindestkapital für das gegründete Unternehmen benötigt. Großer Vorteil im Vergleich zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist die mögliche Beschränkung der Haftung des Privatvermögens.

In einer Partnergesellschaft besitzen Sie das Recht, die Haftung gegenüber Ihren Kunden, Mandanten oder Patienten auf das Privatvermögen des Partners zu beschränken, der den aktuellen Auftrag betreut. Weil für diese Rechtsform ohnehin nur Freiberufler in Frage kommen, müssen Sie auch nur eine vereinfachte Buchführungsvorschrift durchführen und arbeiten ohne Gewerbesteuer.
Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Tipp: Eine Gründung zu zweit oder im Team hat viele Vorteile. Welche das sind und wie Sie geeignete Mitgründer finden, erfahren Sie hier.

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Einzelunternehmer und Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft?

Wie Sie nun bereits erfahren haben, benötigen Sie für die oben geschilderten Gründungen kein Mindestkapital und können ohne großen Aufwand direkt mit Ihrer Tätigkeit alleine oder im Team beginnen. Dafür haften Sie bei Problemen allerdings auch uneingeschränkt mit Ihrem Privatvermögen.

Im Gegensatz zum Einzelunternehmen und der Personengesellschaft ist die Haftung bei einer Kapitalgesellschaft beschränkt. Für die dort abgewickelten geschäftlichen Aktivitäten haften Sie lediglich in Form Ihrer eingezahlten Einlagen. Allerdings ist der bürokratische Aufwand bei den Kapitalgesellschaften deutlich höher.
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Empfehlung: Als Gründer stehen Sie nicht alleine da. Nehmen Sie hier Kontakt mit uns auf für ein kostenfreies Erstgespräch. Wir unterstützen Sie gerne bei der Wahl der passenden Rechtsform und der Gründung Ihres Unternehmens.

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Rechtsform mit begrenzter Haftung und Stammkapital: GmbH

Die meist verbreitete Kapitalgesellschaft ist die GmbH. Wenn Sie die persönliche Haftung mit Ihrem Privatvermögen beschränken wollen, empfiehlt sich diese Rechtsform. Die GmbH kann sowohl bei Ein-Mann-Unternehmen als auch Teamgründungen gewählt werden. Häufigstes Hindernis bei der Gründung einer GmbH ist der finanzielle Aufwand.

Für die teure Errichtung einer GmbH wird ein notariell zu beurkundender Gesellschaftsvertrag sowie ein Eintrag im Handelsregister benötigt. Zudem müssen mindestens 25.000 Euro Stammkapital eingezahlt werden. Diese Summe ist mit der Gründung zu mindestens 50 Prozent sofort einzulegen. So lange Sie nicht die volle Stammeinlage erreicht haben, haften Sie mit Ihrem Privatvermögen für den verbleibenden Anteil.

Sollten nach der Gründung der GmbH Schäden entstehen, haften Sie bei dieser Rechtsform nicht als Privatperson. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten gehen an die GmbH als eigenständige juristische Person.


Gründung einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft

Für kleinere Vorhaben hat sich seit 2008 die Rechtsform UG entwickelt. Sie zählt zur wichtigen Alternative für Einzelunternehmer und Gesellschaften bürgerlichen Rechts. Der entscheidende Unterschied zum großen Bruder, der GmbH, ist das geringe Stammkapital. Theoretisch reicht eine Einzahlung von einem Euro bereits aus, um eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft zu gründen.

 

Dennoch sollten Sie lieber eine größere Einlage wählen, um Gründungskosten und Verluste in der Anlaufphase abzudecken. Gekennzeichnet wird diese Rechtsform mit dem Zusatz „UG (haftungsbeschränkt)“. Einsparen müssen Sie bei dieser Rechtsform ¼ Ihrer Gewinne in der Gesellschaft, bis Sie das anfänglich eingezahlte Stammkapital auf mindestens 25.000 Euro erhöht haben.


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Tipp: Sobald Sie Ihr Stammkapital erfolgreich auf 25.000 Euro erhöht haben, ist die Umwandlung der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft in eine GmbH möglich.

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Gründung einer internationalen Kapitalgesellschaft: Limited

Die englische Limited war in der Vergangenheit eine beliebte Alternative. Aufgrund der Haftungsbeschränkung und dem geringen Startkapital in Höhe von einem britischen Pfund, wurde diese Rechtsform für viele Existenzgründer interessant. Noch heute bietet sie die Möglichkeit, eine internationale Kapitalgesellschaft aufzubauen.

Gesellschafter haften bei der Limited nur in Höhe ihrer Einlage, allerdings erfolgt die Gründung im Ausland und die dort geltenden Vorschriften müssen beachtet werden. Nach der Einführung der deutschen Alternative mit der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (UG) verlor die Rechtsform Limited an Attraktivität und wurde nicht mehr bevorzugt gewählt.

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Warnung: 
Von der Gründung einer Limited raten wir dringend ab, da diese mit erheblichen steuer- und strafrechtlichen Risiken verbunden ist. Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.


Durch die Gründung einer Limited begegnen Sie steuer- und strafrechtlichen Risiken, die durch die Rechnungslegung nach zwei vollständig unterschiedlichen Rechtsordnungen für Gründer im Regelfall viel zu hoch sind. Insbesondere hat der deutsche Gesetzgeber mit der UG (haftungsbeschränkt) eine vergleichsweise günstige Alternative nach deutschem Recht geschaffen, die dadurch viel risikoärmer in der Handhabung ist.