4 Schritte zur erstmaligen Anmeldung eines Minijobbers  – Anleitung für frisch gebackene Arbeitgeber und Existenzgründer

Anmeldung Minijobber

Gerade zur Anfangszeit eines Unternehmens oder noch in der Gründungsphase kann es sinnvoll sein, einen oder mehrere Minijobber einzustellen. Diese sind flexibel einsetzbar und ihre Einstellung ist wenig umständlich. Allerdings müssen auch Minijobber vorschriftsmäßig angemeldet werden.

Welche einzelnen Schritte dabei zu beachten sind, erläutert der folgende Text. Außerdem gehen wir darauf ein,
mit welchen Vor- und Nachteilen die Einstellung eines Minijobbers verbunden ist.

Im Einzelnen erwarten Sie folgende Punkte:


1) Was ist ein Minijob?

2) Vor- und Nachteile der Einstellung von Minijobbern

3) Anmeldung Schritt 1: Anfordern der Betriegbsnummer

4) Anmeldung Schritt 2: Ausfüllen des Personalfragebogens

5) Anmeldung Schritt 3: Meldung zur Sozialversicherung

6) Anmeldung Schritt 4: Nachweisen der Beiträge

7) Denken Sie an einen Arbeitsvertrag

 


Was ist ein Minijob?

Der Ausdruck Minijob ist ein verbreiteter Begriff für eine geringfügige Beschäftigung.
Es gibt zwei Arten von Minijobs, die sich durch unterschiedliche zentrale Merkmale auszeichnen:

  1. ein geringfügiges Gehalt
  2. eine im Vorhinein beschränkte Beschäftigungsdauer

Im ersten Fall dürfen Arbeitnehmer regelmäßig im Monat nicht mehr als 450 Euro verdienen. Das bedeutet,
diese Summe darf in einem oder mehreren Monaten überschritten werden, das Gehalt über die Dauer von 12 Monaten
aber maximal 5400 Euro betragen Einmalige Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden in die Berechnung miteinbezogen.

Im zweiten Fall gilt eine maximale Beschäftigungsdauer von drei Monaten beziehungsweise 70 Arbeitstagen.
Zum 1. Januar 2019 soll diese Höchstdauer auf zwei Monate herabgesetzt werden. Minijobber sind im Gegensatz
zu „normalen“ Angestellten nicht kranken- und auch nicht arbeitslosenversichert. Allerdings ist ihre Beschäftigung steuerpflichtig.


Vor- und Nachteile einer Einstellung von Minijobbern

Die Beschäftigung von Minijobbern ist gerade für Gründer mit Vorteilen verbunden:

  • Minijobber können flexibel eingesetzt werden, auch außerhalb normaler Arbeitszeiten.
  • Ihre Einstellung ist verhältnismäßig unkompliziert.
  • Sie als ‚Arbeitgeber müssen sich weniger binden. Durch die Einstellung von Minijobbern
    können Sie gut auf spontane und vorübergehende Mehrarbeit reagieren.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, einen Minijobber nach einer „Kennenlernphase“ fest anzustellen.

Zu den Nachteilen, die Minijobber mit sich bringen, gehören die folgenden:

  • Minijobber können aufgrund ihres begrenzten Monatseinkommens nur eine bestimmte Zahl von Stunden arbeiten.
  • Bei kurzfristigen Beschäftigungen steht Ihnen der Arbeitnehmer maximal drei Monate zur Verfügung.
  • Minijobber lassen sich nicht so stark in ein Unternehmen einbinden wie eine Vollzeitarbeitskraft.

Denken Sie daran, dass auch Minijobber Anrecht auf eine Entgeltfortzahlung und bezahlten Urlaub haben.


Anmeldung Schritt 1: Betriebsnummer

Es handelt sich bei dem Minijobber um Ihren ersten Arbeitnehmer? In diesem Fall sind Sie zunächst verpflichtet dazu,
eine Betriebsnummer anzufordern. Der zentrale Ansprechpartner dafür ist die Bundesagentur für Arbeit.

Den Antrag können Sie per Post oder E-Mail schicken. Sie haben auch die Möglichkeit, ihn online auszufüllen und abzusenden. Tun Sie dies rechtzeitig, denn die Bearbeitung der Anträge und die Zuteilung der Betriebsnummern dauern einige Tage. Ohne eine Betriebsnummer können Sie Ihren Minijobber jedoch nicht zur Sozialversicherung anmelden.


Anmeldung Schritt 2: Ausfüllen des Personalfragebogens

Um einen Minijobber einzustellen, sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, die Versicherungsfreiheit der betreffenden
Person festzustellen
. Dafür benötigen Sie insbesondere Angaben zu etwaigen weiteren Beschäftigungen des Arbeitnehmers. Auch dies ist notwendig, um den Minijobber zur Sozialversicherung anzumelden. Ein Personalfragebogen, den Sie aus dem Internet herunterladen können, unterstützt Sie dabei, die erforderlichen Angaben einzuholen und nachzuweisen.


Anmeldung Schritt 3: Meldung zur Sozialversicherung

Nun sind Sie soweit, dass Sie den Arbeitnehmer zur Sozialversicherung anmelden können. Ansprechpartner dafür
ist bei einer geringfügigen Beschäftigung – anders als bei einer vollen Arbeitsstelle – nicht die Krankenversicherung des Arbeitnehmers, sondern die Minijob-Zentrale. Sollte der Minijobber noch keine Sozialversicherungsnummer besitzen,
sind nähere Angaben zu seiner Person notwendig.

Die Übermittlung selbst hat mittlerweile elektronisch zu erfolgen. Dazu können Sie verschiedene Lohnabrechnungsprogramme verwenden. Als Alternative bietet die Minijob-Zentrale Arbeitgebern
kostenlos die Software sv.net an.


Anmeldung Schritt 4: Nachweisen der Beiträge

Ebenfalls an die Minijob-Zentrale zu liefern ist ein Beitragsnachweis. Dieser umfasst alle Beiträge und Abgaben,
die Sie für einen Monat zu entrichten haben
. Beschäftigen Sie mehrere Minijobber, reicht ein Nachweis für alle diese Beschäftigungsverhältnisse. Um die Beiträge zu berechnen können Sie den Beitragsrechner der Minijob-Zentrale im
Internet nutzen.

Wie Sie die Beiträge entrichten, bleibt Ihnen überlassen. Es empfiehlt sich jedoch, eine Einzugsermächtigung einzurichten. Beachten Sie dabei die gültigen Termine.


Denken Sie an einen Arbeitsvertrag

Verzichten Sie auch bei der Einstellung eines Minijobbers auf keinen Fall auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag.
Schreiben Sie darin Dinge wie die Dauer der Anstellung, den Lohn und den Inhalt der Tätigkeit fest.
Wichtige Themen für den Arbeitsvertrag sind außerdem Sonderzuwendungen, Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall
und eine eventuelle Befreiung von der Rentenversicherungspflicht.

Beachten Sie die Rechte, die einem Minijobber gesetzlich zustehen. Dies schließt den gesetzlichen Mindestlohn ein.



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