Was jeder Gründer wissen muss, um einen überzeugenden Businessplan zu erstellen

Am Anfang steht die Idee

Zitat99.pngWind und Wellen sind immer auf der Seite des besseren Seefahrers.

So soll einst der britische Historiker Edward Gibbon gesagt haben. Denn auch wenn wir auf dem Festland bleiben, könnte man die Selbständigkeit mit einer Fahrt auf hoher See vergleichen. Solch ein Trip ist nicht für jeden geeignet. Viele träumen ihr halbes Leben davon und die meisten Menschen lassen es bleiben, weil sie Angst haben unterzugehen. Erfahrene Seebären nutzen einen Kompass, um auf Kurs zu bleiben. Wir Gründer haben dafür unseren Businessplan.

Sie, lieber Gründer, liebe Gründerin, gehören zu den wenigen, die sich dazu entschlossen haben, die Leinen loszumachen und das Abenteuer zu wagen. Und dabei ist es völlig egal, ob Sie sich für die Jolle oder aber einen Luxusliner entscheiden. Sie werden sich frei fühlen, das Wetter genießen, einige Flauten umsegeln … und manchmal sogar gegen Stürme kämpfen. Sie sind der Kapitän, ab heute bestimmen Sie, wohin die Reise geht, ob Wind und Wellen auf Ihrer Seite sind.


Jeder sollte einen haben!

Doch der beste Seefahrer ist nichts ohne ein Ziel und den richtigen Kurs. Deshalb ist ein Businessplan nicht nur für jene Gründerinnen und Gründer wichtig, die Förderung beantragen beziehungsweise Fremdkapital benötigen. Ob Kleinunternehmer oder Firmeninhaber – jeder Selbständige sollte einen Businessplan erstellen und vor allem gut aufheben.

Warum? Schauen wir gemeinsam, was es mit dem Businessplan auf sich hat, wo die Vorteile liegen, was USP bedeutet und durchleuchten alles Wissenswerte über Marketing und Finanzierung. Denn Fakt ist: Je besser Ihr Businessplan ist, desto schneller werden Sie ans Ziel kommen.

Kompass 


Businessplan: Herzstück der Existenzgründung?

Kennen Sie das? Seit Sie die Entscheidung getroffen haben, sich selbständig zu machen, sprudeln Sie vor Ideen. Sie wachen nachts auf oder können vor Aufregung gar nicht erst einschlafen. Euphorisch erzählen Sie von Ihren Plänen, doch nicht alle in Ihrem Umfeld springen vor Begeisterung gleich an die Decke. Schlimmstenfalls hören Sie den „guten Rat“, es gar nicht erst zu versuchen, denn es sind schließlich schon ganz andere gescheitert.

Vielleicht sind Sie unsicher oder haben sogar insgeheim die Befürchtung, dass der Berg zu groß, Ihr Vorhaben zu gewaltig ist. Der beste Weg aus dem Chaos heißt Struktur. Der Businessplan hilft Ihnen dabei, klare Vorstellungen von ihrem Unternehmen zu entwickeln, ein konkretes Ziel zu formulieren, Strategien und Finanzierungsmöglichkeiten zu definieren … und nicht zuletzt die perfekte Argumentation für die Skeptiker in Ihrer Nähe zu finden.

Der Businessplan ist keine Doktorarbeit und auch nicht unmittelbar abhängig von akkuraten Bilanzierungskurven. Er ist vielmehr das Herzstück Ihrer Existenzgründung. Er wird Sie über die nächsten Monate und vielleicht sogar Jahre begleiten, Ihnen Mut machen und die eine oder andere Lösung aufzeigen.

  • Der Businessplan ist Ihr Leitfaden und eine perfekte Orientierungshilfe.
  • Der Businessplan überzeugt Geldgeber, Fürsprecher und Skeptiker.
  • Der Businessplan gibt Ihnen Feedback und den nötigen Halt.

Deshalb sollten Sie sich spätestens jetzt entscheiden, wie viel Zeit und Herzblut Sie in Ihre Existenzgründung investieren wollen. Natürlich gibt es im Internet zahlreiche Portale, die Ihnen einen Null-acht-fünfzehn-Businessplan generieren. Die Frage ist nur: nützt es Ihnen? Wer jetzt schon halbherzig bei der Sache ist und nicht für sein Vorhaben brennt, der wird auch keinen Banker, keine Kunden und am wenigsten sich selbst überzeugen. Unser Businessplan Ratgeber steht für Sie zum kostenlosen Download bereit:

Mit diesem Ratgeber lernen Sie Ihren Businessplan zu strukturieren. Damit schreiben Sie schnell einen Businessplan, der Ihre Gegenüber überzeugt.


 Am Anfang steht die Idee

Sie haben verstanden, dass Ihr Businessplan mehr ist als nur ein notwendiges Übel für potenzielle Geldgeber? Dann kann es ja endlich ans Eingemachte gehen.

Hinter jeder Idee steckt ein menschliches Wesen. Deshalb beginnen Sie Ihren Businessplan mit einem kurzen Einführungstext über sich, Ihre Person, Ihren bisherigen Werdegang, Ihre Qualifikationen, Ihre Stärken, Ihre Branchenkenntnisse und natürlich die Gründe, warum Sie sich gerade jetzt selbständig machen. Schon beim Schreiben werden Sie merken, wie Ihre Gedanken sich fokussieren. Und bevor Sie lange grübeln, zäumen Sie ausnahmsweise das Pferd von hinten auf. Denn der erste Punkt Ihres Businessplanes ist eine Zusammenfassung, die Sie aber getrost ganz zum Schluss formulieren dürfen, wenn Sie alle wichtigen Features Ihres zukünftigen Unternehmens analysiert haben.

Bleiben wir vorerst bei Ihrer Geschäftsidee. Egal, ob Sie ein Restaurant, eine Boutique oder Bioladen eröffnen, Ihr Hobby zum Beruf machen oder ganz groß in die Technologiebranche einsteigen wollen:

Alles, was wirklich zählt, ist Ihre Idee und dass Sie dafür brennen.

Auch wenn es schwerfällt, bringen Sie die gesamte Bandbreite Ihrer Vorstellungen in maximal drei bis fünf Sätzen aufs Papier. Bekanntlich liegt nur in der Kürze die Würze. Niemand hat Zeit, seitenweise nachzulesen oder stundenlang zuzuhören, was Sie eigentlich wollen. Stellen Sie sich vor, Sie sollen innerhalb von zwei Minuten einem Laien Ihre Geschäftsidee „schmackhaft“ machen. Neben Ihrer Begeisterung sind es genau diese knackigen Formulierungen, mit denen es Ihnen gelingen wird, Ihre Gesprächspartner zu überzeugen.


Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal, ihr Unique Selling Point (USP)?

Wenn Sie nun bestenfalls im Schlaf singen können, was Ihre Geschäftsidee beinhaltet, dann wird es Zeit für einen kritischen Vergleich. Marketingexperten sprechen vom sogenannten Unique Selling Point, kurz USP. Gemeint ist Ihr individuelles Leistungsmerkmal, das Sie aus der grauen Masse des Wettbewerbs herausragen lässt. Was macht Sie und Ihre Geschäftsidee besonders?

Keine Panik, wenn Sie es jetzt noch nicht wissen. Ähnlich wie im Sport oder einem anderen Wettstreit weiß man erst, wie gut man ist, wenn man direkt vergleicht. Schauen wir uns deshalb gemeinsam die nächsten Punkte an.


Keine Reise ohne Ziel – kein Ziel ohne Reise.

Bevor Sie sich also auf den Weg machen, Ihr Leben komplett umzukrempeln und Ihren Traum wahr zu machen, sollten Sie sich die Zeit nehmen, Ihr Ziel konkret zu formulieren. Denn wie heißt es so schön? Wenn ich nicht weiß, wohin ich will, kann ich noch so schnell laufen, ich werde niemals ankommen. Für eine Urlaubsreise benötige ich ein Ticket mit genauen Angaben über Ort, Uhrzeit, Abfahrt, Ankunft … Wie sieht Ihr Ticket aus?

Viele Existenzgründer stürmen los – ohne eigentlich zu wissen, wohin sie wollen. Fakt ist: diese Variante ist der direkte Weg in die Pleite. Wer sich zu viel vornimmt, überall gut sein will und lediglich darauf hofft, dass die Kundschaft zahlreich ist und das Geld schon irgendwie reichen wird, der hält nicht länger als ein paar Monate durch.

Das Konto wird leer sein, der Herzinfarkt ist vorprogrammiert und die Skeptiker haben mal wieder Recht behalten. Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Deshalb konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken, setzen Sie Prioritäten und stecken Sie sich klare und erreichbare Unternehmensziele.

Wie soll Ihr Unternehmen in einem Jahr aussehen?

  • … Prozent Gewinn
  • … Neukunden/Stammkunden
  • … Mitarbeiter
  • … Produkterweiterung

Starten Sie lieber mit einem exklusiven Produkt als gleich mit einer ganzen Palette. In Ihrem ersten Jahr als Gründer/Gründerin geht es lediglich um den Zugang zum Markt, nicht um das schnelle Geld oder gar Prestige. Ihre zeitlich festgelegten Ziele sind die Basis für unternehmerisches Handeln und bewahren Sie davor, sich planlos zu verzetteln. Legen Sie fest, in welchem Zeitraum Sie was und vor allem wie erreichen können. Schreiben Sie am besten einen Dreijahresplan – passend zu Ihrem Unternehmen, Ihren Ressourcen, Ihrer Person. Eine solche ehrliche und auf Sie zugeschnittene Zielfestlegung bietet Ihnen in den nächsten Jahren eine perfekte Grundlage zur Analyse, Bewertung und Kontrolle Ihres Vorankommens.

Ist der Businessplan der Kompass, so ist das Gründerschiff Ihr Leuchtturm.

 


Markt und Wettbewerb

Sie agieren nicht im luftleeren Raum, deshalb sollten Sie Ihr Umfeld sorgfältig unter die Lupe nehmen:

  • Kunden / Zielgruppe
  • Wettbewerb
  • Standort

Nur wer die Marktsituation kennt, kann seine Zielgruppe herausfinden, Preise bestimmen, Kosten und Nutzen kalkulieren.

Insofern muss klar sein, dass es keinen Sinn macht, in der Wüste Pelzmäntel zu verkaufen. Bleiben Sie realistisch und begutachten Sie Ihren Standort. Wollen Sie ein Restaurant eröffnen, schauen Sie sich in der näheren Umgebung um. Planen Sie ein Ingenieurbüro oder einen Office-Service, recherchieren Sie im Internet bei Google-Maps und in einschlägigen Suchportalen (z.B. Branchenbuch, Gelbe Seiten).

Schätzen Sie die Wettbewerbssituation realistisch ein und geben Sie nicht gleich auf, nur weil fünf Konkurrenten im Umkreis von zwanzig Kilometern zu finden sind. Nehmen Sie Mitbewerber als Ansporn, weiter über Ihr Alleinstellungsmerkmal nachzudenken und als Beweis dafür, dass ein Markt existiert.

Und erst dann machen Sie sich konkret Gedanken darüber, wer Ihre Kunden sind. Eröffnen Sie beispielsweise ein Steakhaus, werden Sie Veganer wohl kaum als Gäste begrüßen dürfen. Machen Sie sich als Friseurin selbständig, dann sehen Sie nicht in jedem Menschen, der Haare auf dem Kopf trägt, gleich einen potenziellen Kunden. Spezialisieren Sie sich zum Beispiel auf Kinderfrisuren, ausgefallene Hairstylings oder Hausbesuche.

Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Tipp: Es gilt: Je spitzer die Nische, desto einfacher die Positionierung.Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.


Der richtige Marketing-Mix

Die beste Werbung ist eine solide Firmenpräsentation, und die beginnt mit Ihnen. Wenn Sie Ihre Geschäftsidee präzise formuliert haben und sich klar darüber sind, wohin Sie wollen, dann sprechen Sie über Ihr Geschäft, Ihre Vorstellungen und Ideen.

Für teure Hochglanzprospekte ist jetzt noch nicht die richtige Zeit, denn Marketing ist weit mehr als Fernsehwerbung und Sektempfang. Investieren Sie lieber in einen substanziellen Marketing-Mix, der im klassischen Sinne aus vier Instrumenten besteht, die im Fachjargon als die „vier P“ bezeichnet werden: Product, Price, Place, Promotion. Einfacher ausgedrückt

  • Strategie (Angebot / Produkt)
  • Kalkulation (Preise / Kosten)
  • Kommunikation (Wie?)
  • Vertrieb (Womit?)

Und hier sind wir nun wieder bei Ihrem Alleinstellungsmerkmal (USP). Welchen Nutzen hat Ihr Angebot für Ihre potenziellen Kunden? Was zeichnet Sie aus und macht Sie schneller, besser, exklusiver als die Konkurrenz? Sind Sie beispielsweise besonders qualifiziert, spezialisiert oder gar umweltfreundlich? In welchem Preissegment findet sich Ihr Angebot? Bieten Sie Ihr Produkt / Ihre Dienstleistung besonders günstig an oder ist Ihr Angebot einzigartig und damit teuer? Wie sind die Preise für vergleichbare Angebote auf dem Markt? Und wie vertragen sich Ihre Preise mit den anstehenden Kosten?  


Die Werbestrategie muss zur Zielgruppe passen

Sie kennen nun Ihre Geschäftsidee, Ihre Unternehmensziele, Ihre Zielgruppe und vielleicht sogar schon Ihr Alleinstellungsmerkmal. Perfekt! Dann sollten Sie sich jetzt überlegen, wie Sie Ihr Angebot bewerben.

Sind Sie wenig kreativ, dann suchen Sie sich jemanden, der hierin aufgeht. Denn nicht jeder kann alles. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie am besten beherrschen und nutzen Sie gegebenenfalls Ihr privates Umfeld.

Noch besser ist es natürlich, wenn Sie von Anfang an ein gewisses Budget einplanen, um die Kosten für eine Werbeagentur, Flyer, Briefpapier etc. decken zu können. Und bedenken Sie dabei, dass Ihre Werbestrategie zu Ihrer Zielgruppe passen muss. Zeigen Sie nun in Ihrem Businessplan auf, welche konkreten Werbemaßnahmen zur Kundenakquise Sie in welchem Zeitraum einsetzen werden und was es kostet.


Der Name ist nicht alles

Im Rahmen des Marketings und Ihrer Präsentation darf natürlich eines nicht fehlen: Wie wird Ihr Unternehmen heißen? Wer schon länger mit dem Gedanken gespielt hat, sich selbständig zu machen, wird in der Regel schon eine perfekte Firmenbezeichnung im Kopf haben.

Wichtig ist hierbei, dass Sie herrschende Rechtsnormen einhalten. Deshalb sollten Sie unbedingt an Markenschutz und Wettbewerbsrecht denken. Hierzu hilft Ihnen beispielsweise die für Sie zuständige IHK-Niederlassung. Machen Sie sich schlau und prüfen Sie am besten im Internet, ob Ihr Name noch nicht vergeben ist. Verwenden Sie keine Allgemeinbegriffe und kreieren Sie bestenfalls einen Kunstnamen, beispielsweise ein Akronym – also die Wortbildung aus bestimmten Anfangsbuchstaben, wie ZDF: das Zweite Deutsche Fernsehen.

Doch Ihr Firmenname ist weit mehr als nur ein Wort. Er sollte ein Versprechen sein, mit dem Sie und vor allem Ihre Kunden sich identifizieren können.

Darüber hinaus sollten Sie wissen, welche Rechtsform für Ihr Unternehmen die richtige ist. Sind Sie freiberuflich oder gewerbetreibend? Führen Sie Ihr Unternehmen allein oder mit Partnern? Welche steuerlichen Aspekte sind zu berücksichtigen und wie wird die Haftung geregelt? Sind Sie zum Beispiel nebenberuflich selbständig und Ihre Zielgruppe ist hauptsächlich im Privatbereich zu finden, könnten Sie von der Kleinunternehmerregelung profitieren. Bei einem hohen Haftungsrisiko könnte wiederum eine GmbH & Co. KG die geeignete Rechtsform darstellen.

Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Unsere Empfehlung: Holen Sie sich professionellen Rat, bevor Sie hier in die Falle tappen. Sie sind sich unschlüssig, welche Rechtsform Sie für Ihr Unternehmen wählen möchten? In unserem Logbucheintrag „Welche Rechtsform ist die richtige für  mein Vorhaben“ erfahren Sie mehr zu den verschiedenen Varianten.

Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.


Chancen und Risiken

Auch die glasklare Bewertung der Chancen und Risiken ist ein wichtiger Bestandteil Ihres Businessplans. Insbesondere dann, wenn Sie das gute Stück einem Banker vorlegen. Finanzexperten kennen im Übrigen die Risiken und können im Allgemeinen damit leben.

Wichtig ist nur, dass Sie Verantwortungsbewusstsein zeigen. Es nützt also nichts, wenn Sie alles schön reden oder gar ein Worst-Case-Szenario darstellen.

Eine gesunde Einschätzung ihrer Situation ist der effektive Mittelweg. Beschreiben Sie die drei größten Chancen, die sich positiv auf die Entwicklung Ihres Unternehmens auswirken können, und die drei größten Risiken oder Probleme, die eine solche verhindern könnten. Argumentieren Sie hier nicht aus dem Bauch, sondern belegen Sie Ihre Aussagen mit Zahlen, Daten, Fakten.

Mit dem richtigen Plan in die Zukunft

 


Mit dem richtigen Plan in die Zukunft

Erfahrungsgemäß ist dieser Teil des Businessplans für die meisten Gründer und Gründerinnen der schwierigste. Schlagwörter wie Liquiditätsvorschau und Rentabilitätsrechnung gehören nicht zwangsläufig zu unserem Alltag. Doch wie im richtigen Leben wird auch hier nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Was steckt dahinter?

Nicht selten stürmen junge Selbständige los – ohne Ziel und ohne Geldbeutel. Machen Sie sich also bewusst, wie hoch Ihre Ausgaben in den ersten drei Jahren sind. Und vergessen Sie nicht Ihre zu erwartenden Einnahmen. Auch hier sollten Sie realistisch bleiben. Es ist nichts Unehrenhaftes, wenn Sie im ersten Jahr noch im Minusbereich wirtschaften. Erstellen Sie eine Übersicht pro Jahr, die folgende Posten beinhaltet:

  • Startkapital (real vorhanden)
  • Kosten (für Gründung, Ausstattung, Material, Mitarbeiter, Werbung, Betriebskosten etc.)
  • Einnahmen (realistisch prognostiziert)
  • Liquidität (Zahlungsfähigkeit, voraussichtlicher Kontostand)
  • Rentabilität (Wie hoch ist Ihr Gewinn/Verlust?)
  • Kapitalbedarf (Reichen Ihre Eigenmittel oder benötigen Sie fremde Unterstützung?)

Wer über genügend Startkapital verfügt und keine Geldgeber überzeugen muss, könnte sich mit dieser Übersicht bereits zufrieden geben. Da Ihr Businessplan aber Ihr Coach für die nächsten Jahre sein soll, der ihnen aufzeigt, ob Sie noch auf dem richtigen Kurs sind, sollten Sie in jedem Fall auf eine ausführliche Finanzplanung nicht verzichten.

Es ist nicht verwerflich, sich zu verschätzen. Gefährlich wird es nur, wenn man den Kurs nicht korrigiert. Planen Sie deshalb so genau wie möglich und bestenfalls einen Puffer (Reserve) von 10 bis 30 Prozent ein, damit Ihnen das Wasser nicht gleich bis zum Hals steht, falls unvorhergesehene Verzögerungen oder Kosten auf Sie zukommen. Die folgenden Abbildungen  dienen als Beispiele für sinnvolle und im Rahmen der Förderung geforderte Analysen und Berechnungen:

Beispielrechnung für Kapitalbedarfsanalyse

 

Eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) kann so aussehen:

Beispiel für Betriebswirtschaftliche Auswertung BWA

Gleich haben Sie es geschafft. Um Ihre voraussichtlichen Einnahmen entsprechend kalkulieren zu können, müssen Sie sich über Ihre Preise im Klaren sein. Falls noch nicht geschehen, ist es jetzt an der Zeit: Wie viele Produkte / Dienstleistungen wollen Sie anbieten? Was kostet die Konkurrenz? Gehen Sie so bescheiden wie möglich an die Planung, Luftschlösser helfen hier überhaupt nicht.


Das Wichtigste kommt zum Schluss

Und bevor wir uns der abschließenden Checkliste widmen, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre persönlichen Fixkosten bestreiten. Viele Unternehmer vergessen, sich selbst ein „Gehalt“ zu zahlen und hoffen auf einen Betrag X, der am Monatsende übrig bleibt.

Rechnen Sie so, werden Sie verhungern. Wie viel brauchen Sie zum Leben? Wie hoch sind Ihre Aufwendungen für Renten- und Krankenversicherung? Hier sollten Sie eine monatliche Pauschale festlegen, die als Privatentnahme in die betriebswirtschaftliche Gesamtrechnung einfließt. Und noch einmal: Wenn Sie kein Faible für Zahlen haben, dann suchen Sie sich jemanden, der sich damit auskennt. Die Finanzplanung ist das Fundament Ihres Unternehmens. Sie entscheiden, wie sicher es ist.


Checkliste

Sind Sie ein Mensch, der gerne Häkchen hinter eine Sache macht? Dann arbeiten Sie so viel wie möglich mit Checklisten. So können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und nichts vergessen.

Als Erstes sollten Sie jetzt alle Fragen dieses Beitrages noch einmal durchgehen und sich bestenfalls selbst eine Liste anfertigen, damit Sie wissen, ob Ihr individueller Businessplan auch alle Punkte beinhaltet und sämtliche Fragen beantwortet. Eine Checkliste und ausführliche Informationen haben wir für Sie in unserem Ratgeber zusammengestellt:

Und nun Leinen los! Mögen Wind und Wellen stets auf Ihrer Seite sein!