So umgehen Sie Scheinselbstständigkeit – ein Ratgeber

Selbstständigkeit

Nicht immer sind sich Auftragnehmer und Finanzamt oder Sozialversicherungsträger einig über den Status der Selbstständigkeit. Im schlimmsten Fall kann es Ihnen passieren, dass Ihnen die Selbstständigkeit aberkannt und Scheinselbstständigkeit attestiert wird. Dann drohen erhebliche Nachzahlungen, sowohl für Sie als „Arbeitnehmer“ als auch für Ihren Auftraggeber.

Doch wann besteht die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit und wie lässt sich diese umgehen? In diesem Artikel möchten wir beide Fragen beantworten und Ihnen dabei helfen, den Verdacht der Scheinselbstständigkeit zu vermeiden.

Dabei erwarten Sie folgende Punkte:


1) Was ist Scheinselbstständigkeit?

2) Welche Folgen hat Scheinselbstständigkeit?

3) Tipp 1: Achten Sie auf mehr als einen Arbeitgeber

4) Tipp 2: Arbeiten Sie in Ihren eigenen Räumen

5) Tipp3: Achten Sie auf Ihr eigenes Marketing

6) Tipp 4: Arbeiten Sie selbstbestimmt

7) Unsicher? – Lassen Sie Ihren Status prüfen


Was ist Scheinselbstständigkeit?

Scheinselbstständigkeit ist dann gegeben, wenn Sie in einem Arbeitsverhältnis tätig sind, das dem eines Angestellten entspricht, aber den Status als Selbstständiger annehmen, um Steuern und andere Abgaben zu sparen.

Anders ausgedrückt: Um Geld zu sparen, geben Sie vor, selbstständig zu sein, obwohl Sie es gar nicht sind.

Tatsächlich gibt es Arbeitnehmer, die eine Selbstständigkeit aus finanziellen Gründen vortäuschen. Auch manche Arbeitgeber versuchen Geld zu sparen, indem sie Angestellte als „freie Mitarbeiter“ beschäftigen, obwohl diese eigentlich wie Angestellte arbeiten. So kommen Sie um Sozialabgaben herum. Andererseits kommt Scheinselbstständigkeit häufig unabsichtlich zustande. In jedem Fall sind die damit verbundenen Risiken nicht zu unterschätzen. Ist es einmal so weit, dass Ihnen die Selbstständigkeit aberkannt wird, müssen Sie mit unangenehmen Folgen rechnen.


Welche Folgen hat Scheinselbstständigkeit?

Es gibt zwei Institutionen, die ein besonderes Interesse daran haben, Scheinselbstständigkeit zu entlarven: das Finanzamt und die Sozialversicherungsträger. Letztere haben ihre Prüfungen in der jüngsten Vergangenheit deutlich ausgeweitet. Doch was passiert eigentlich, wenn Ihnen die Selbstständigkeit aberkannt wird?

  • Renten- und Krankenversicherung: Alle Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung der letzten vier Jahre sind nachzuzahlen. Dabei tragen Sie die eine Hälfte. Die andere trägt Ihr Auftraggeber, der jetzt zum Arbeitgeber geworden ist.
  • Steuern: Auch das Finanzamt möchte unter Umständen stattliche Nachzahlungen und auch hier sind sowohl Sie als auch Ihr Auftragnehmer in der Pflicht.

Für manch einen Auftragnehmer ist mit der Scheinselbstständigkeit die Chance verbunden, eine feste Anstellung einzuklagen – und damit ein festes Gehalt, bezahlten Urlaub etc. Sie möchten auf jeden Fall selbstständig arbeiten? Dann ist es wichtig, dass Sie einige Tipps beachten, damit Ihr Status als Selbstständiger langfristig anerkannt wird.

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Tipp: Eine geschickte Finanzierung ist entscheidend für Erfolg oder Misserfolg einer Selbstständigkeit. Wir verfügen über eine Vielzahl von Kontakten zu Banken und Privatinvestoren und helfen Ihnen gerne weiter.

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Tipp 1: Achten Sie auf mehr als einen Auftraggeber

Neue Kunden zu akquirieren, ist anstrengend. Dasselbe gilt, wenn man für fünf Auftraggeber gleichzeitig tätig ist. Da ist es unter Umständen verlockend, seine Dienst längere Zeit nur einem Unternehmen zur Verfügung zu stellen Dies ist jedoch nicht nur bequem, sondern auch gefährlich.

Denn ein entscheidendes Indiz für Scheinselbstständigkeit ist dann gegeben, wenn Sie nur oder beinahe ausschließlich für einen Auftraggeber arbeiten. Achten Sie deshalb darauf, immer mehrere Auftraggeber zur gleichen Zeit zu haben. Sollten Sie doch einmal nur für einen Kunden tätig sein – zum Beispiel, weil ein Projekt Sie komplett auslastet – sollte diese Zeit nicht zu lange andauern, sonst laufen Sie Gefahr, dass Ihr Arbeitsverhältnis mit dem eines Angestellten gleichgesetzt wird.

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Ausnahmen: Eine Ausnahme ist häufig dann gegeben, wenn das Projekt von vornherein begrenzt ist, vor allem wenn es nicht länger als ein Jahr dauert. Arbeiten Sie beispielsweise als beratender Ingenieur, kümmern Sie sich am besten um das Festhalten einer zeitlichen Beschränkung.

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Tipp 2: Arbeiten Sie in Ihren eigenen Räumen

Häufig bekommt man als Selbstständiger von einem Auftraggeber einen Arbeitsplatz vor Ort angeboten. Dies spart Zeit und Geld. Sie sind so am Zentrum des Geschehens, bekommen Geräte wie Laptop und Drucker zur Verfügung gestellt und müssen keine Heizkosten für das eigene Büro bezahlen.

Doch Vorsicht: Auch hier droht wieder der Vorwurf der Scheinselbstständigkeit. Denn zu einem echten Selbstständigen gehört es nun einmal, dass er nicht an die Örtlichkeiten des Auftraggebers gebunden ist. Dabei spricht nichts dagegen, dem Kunden regelmäßig Besuche abzustatten. Die Arbeit verrichten Sie aber am besten größtenteils in einem eigenen Büro oder im heimischen Arbeitszimmer.

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Tipp: Auch das heimische Arbeitszimmer können Sie zumindest teilweise bei der Steuererklärung berücksichtigen. So schlagen die Nebenkosten weniger zu Buche, wenn Sie von zu Hause aus arbeiten.

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Tipp 3: Achten Sie auf Ihr eigenes Marketing

Als Selbstständiger bieten Sie Ihre Dienste mehreren Kunden an und bemühen sich eigenständig um Auftraggeber. Sie tragen ein unternehmerisches Risiko – auch wenn Sie vielleicht ab und an gerne darauf verzichten würden. Dazu gehört ein eigenes Marketing. Heutzutage ist eine eigene Webseite beinahe Standard. Dazu kommen Visitenkarten, Flyer, Broschüren etc. Auch Kleinigkeiten wie ein Briefbogen mit eigenem Logo bekräftigen Ihre Unabhängigkeit.

Achten Sie unbedingt auf eigene Werbemaßnahmen bzw. Marketingartikel, auch wenn Sie zurzeit keine neuen Kunden akquirieren müssen. Findet die prüfende Instanz bei Ihnen nur Arbeitsmittel mit dem Logo eines Arbeitgebers vor und tragen Sie auch noch dessen Dienstkleidung, so liegt der Verdacht der Scheinselbstständigkeit nahe.


Arbeiten Sie selbstbestimmt

Nicht nur eigenes Marketing bekräftigt Ihre Unabhängigkeit. Voraussetzung für Ihren Status als Selbstständiger ist auch, dass Sie Ihre Arbeitszeit selbstständig einteilen können und nicht – wie ein Angestellter – festen Arbeitszeiten unterliegen. Dazu gehört, dass Sie einen unabhängigen Urlaubsplan verfolgen.

Auf Scheinselbstständigkeit weist außerdem die Verpflichtung hin, Soft- und Hardware eines Auftraggebers zu verwenden oder diesem regelmäßig detaillierte Berichte zu geben. Genauso kritisch wird es, wenn Sie sich verpflichten, den Anweisungen eines Auftraggebers uneingeschränkt Folge zu leisten. Schließlich handelt es sich dabei nicht um Ihren Chef, sondern um einen Kunden.

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Tipp: Achten Sie auch beim Aufsetzen bzw. Unterschreiben von Verträgen auf Ihren Status als Selbstständiger. Dabei kommt es entgegen verbreiteter Meinungen vor allem auf den Inhalt und nicht auf die Bezeichnung des Vertrags an. Ob dieser als „Arbeitsvertrag“ oder „Dienstvertrag“ bezeichnet wird, spielt zunächst einmal keine Rolle.

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Unsicher? Prüfen Sie Ihren Status

Sie sind gerade erst in die Selbstständigkeit gestartet? Dann beachten Sie die oben aufgeführten Punkte, um eine Scheinselbstständigkeit erfolgreich zu umgehen. Falls Sie sich unsicher sind, kontaktieren Sie schon vor der Gründung die Deutsche Rentenversicherung. Dabei besteht die Möglichkeit, im ersten Monat nach der Gründung einen Antrag auf Feststellung Ihres Status zu stellen. So gehen Sie auf Nummer sicher und schützen sich vor bösen Überraschungen.

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Unsere Empfehlung: Die Gründung und Anmeldung eines Unternehmens ist mit vielen Fragen und Problemen verbunden. Wir unterstützen Sie gerne mit einem Gründercoaching dabei, die richtigen Antworten zu finden.

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