Was Bands und Startups gemeinsam haben mit Adrian Thoma (S01EP08)

Nora Sophia Hansen

Was Bands und Startups gemeinsam haben mit Adrian Thoma (S01EP08)
Business Model Innovation Talk

 
 
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Teamfähigkeit ist sehr wichtig für ein Unternehmen, um auf lange Sicht existieren zu können. Adrian Thoma – Gründer und Geschäftsführer von Pioniergeist – berichtet von den Anfängen seiner Firma, von der politischen Arbeit mit Startups und vom Scheitern.

Lernen Sie, was Bands mit Startups gemeinsam haben und was sie voneinander lernen können. Profitieren Sie von Adrians Erfahrungen als Möchtegern-Rockstar und Unternehmer. Nora Hansen interviewt jeden Freitag Menschen, die tagtäglich mit der Entwicklung von Geschäftsmodellen zu tun haben. Wenn Sie C-Level oder im Innovationsmanagement tätig sind, dann ist dieser Podcast genau richtig für Sie.

Vollständiges Transkript

Nora Hansen: Herzlich willkommen zum Business Model Innovation Talk von Gründerschiff, dem Podcast für C-Levels und Innovationsmanager. Ich bin Nora und sorge dafür, dass ihr neue Strategien, erprobte Methoden und wertvolle Erfahrungen rund um das Thema Geschäftsmodellinnovation zu hören bekommt. Viel Spaß beim Zuhören. Hallo, schön, dass ihr heute wieder eingeschaltet habt. Heute zu Gast ist Adrian Thoma von Pioniergeist. Er ist Gründer und Geschäftsführer und trägt jetzt auch den Titel Managing Director. Hallo, Adrian.

Adrian Thoma: Hi, grüß dich. Schön, dass wir zusammen den Podcast machen dürfen. Hi.

Nora Hansen: Ja, ziemlich cool, dich heute als Gast dabei haben zu dürfen. Jetzt habe ich ganz kurz angerissen, wer du bist, aber erzähle das doch einfach nochmal selber. Wer bist du, was ist dein Job und wer oder was ist Pioniergeist?

Die Licht- und Schattenseiten des Gründens

Adrian Thoma: Das heißt, jetzt darf ich eine Dreiviertelstunde reden ohne Pause?

Nora Hansen: Um Gottes Willen, nein.

Adrian Thoma: Gut, in aller Kürze, genau. Also ich bin der Adrian, ich bin einer von zwei Gründern von Pioniergeist. Ich sage immer, ich bin so ein Kind der Stuttgarter Startup-Szene, habe da schon direkt nach dem Studium 2008 meine erste Firma gegründet. Wollte eigentlich/

Nora Hansen: Oh, das ist interessant.

Adrian Thoma: Ja, ja, wollte eigentlich ursprünglich was ganz anderes machen, wollte eigentlich nie Gründer werden, sondern wollte eigentlich Rockstar werden. Habe in einer Band gespielt und haben dann, um die Band irgendwie voranzubringen, ein Label gegründet, um dann zu merken, dass ein Label, irgendwie ein Musiklabel kein so richtig funktionierendes Geschäftsmodell hat.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Und haben dann, um das Label zu finanzieren, zumindest versucht so ein bisschen Kundenprojekte zu machen und haben dann eine Firma gegründet, die hieß Maria. Wir haben so ein bisschen, wir haben dann gesagt, wir sind so eine Enten-Firma, wir haben/ wir konnten ein bisschen laufen, ein bisschen schwimmen, ein bisschen fliegen, aber nichts so richtig, aber dafür viel davon.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Und genau, haben dann/ wurden dann im Grunde so Kreativ Online Agentur, haben alles gemacht von A bis Z. Und haben da aber dann irgendwann herausgefunden, dass wir so ein Faible haben für einfache Erklärungen, Dinge auf den Punkt bringen. Damals kam so das Thema Video irgendwie stark hoch, das war so echt so in der Frühzeit von Youtube und Co. Das kann man so jetzt sich heute gar nicht mehr so richtig vorstellen, ist schon eine Weile her.

Nora Hansen: Nein, irgendwie echt nicht.

Adrian Thoma: Und haben dann eine Firma gegründet, die heißt Simple Show, also 3-Minuten-Erklärvideos, und haben da diese Nische eigentlich, ich würde sagen, mit aufgebaut, und sind dann relativ stark gewachsen auch. So, wir haben knapp 80 Mitarbeiter in fünf Jahren, also ein Super-Success Case. Haben dann die Firma verkauft. Ich habe in der gleichen Zeit oder in der, sagen wir, der Zeit dazwischen, noch eine andere Firma gegründet, wo wir auch große Pläne hatten, Social Media und E-Commerce zusammenbringen wollten, wo wir leider nicht erfolgreich waren. Also, das sind so ein bisschen Licht und Schatten vom Gründen, von/

Nora Hansen: Passiert. Gehört dazu.

Adrian Thoma: /von Exit bis Exitus, sage ich immer. Genau, und bin seit 2013 mit meinem Partner jetzt, mit dem Winfried, dabei, den Pioniergeist aufzubauen. Und Pioniergeist versteht sich als Innovations-Ökosystem, in dessen Zentrum Startups stehen. Das heißt, wir bauen Startups auf und das mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Zum einen mit der Zielsetzung, dass wir mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten oder oftmals solche Ausgründungsprojekte mitbegleiten, da so ein bisschen Wertbeitrag stiften, indem wir den Teams dabei helfen, die richtigen Leute zu finden, schnell unterwegs zu sein, auch wie so rechtliches Framework, mit dem einfach ein paar Prozesse ein bisschen beschleunigt werden. Das zum einen, zum anderen tragen wir dazu bei, dass die Unternehmen sich sozusagen intern, von innen raus sozusagen weiterentwickeln, machen da viel so Personalentwicklungs-Programme, wo es aber immer drum geht, so, wie kann man mit sozusagen mit diesem Startup-Mindset, ein bisschen Growth-Mindset, sozusagen auch intern Wert stiften, es muss nicht immer ausgegründet werden.

Nora Hansen: Ja, stimmt.

Adrian Thoma: Und das dritte, was wir zunehmend machen, ist eben auch so im Hochschulbereich mit Gründerinnen und Gründern mit akademischen Hintergrund, da eben dafür zu sorgen, dass die Teams irgendwie sozusagen aus dem Studium raus, investment- und skalierfähige Startups aufbauen. Haben dann ein ganz spannendes Programm names Gründermotor Meisterklasse, was jetzt gerade läuft, und das sind so die, ja, und das sind so die Themen, die ich mache. Und nebenbei bin ich noch ehrenamtlich im deutschen Startup-Verband im/

Nora Hansen: Ach, cool.

Startups auf politscher Ebene angehen

Adrian Thoma: /Bundesvorstand, um da einfach auch auf sozusagen auf politischer Ebene zu schauen, dass, ja, Startup irgendwie in der Priorisierung ein bisschen nach oben hüpft.

Nora Hansen: Ja, das ist total hilfreich, wenn du mit Startups zu tun hast und dann gleichzeitig da auch noch irgendwie in der Politik mit eingreifen kannst.

Adrian Thoma: Ja, das ist bei uns im Startup-Verband/ Genau, also das ist stark auch von Berlin heraus geprägt, also dort ist sozusagen unsere Hauptgeschäftsstelle, dort sind auch ein paar Mitarbeiter, die sich sozusagen darum kümmern, dass der Verband einigermaßen professionell geführt wird.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: So, gleichzeitig ist der ganze Vorstand voll mit Unternehmern. Ich glaube, das ist so/ das macht uns auch besonders, ja, also alle/

Nora Hansen: Ja, klar.

Adrian Thoma: /haben alle Vorstände, auch alle Ehrenamtlichen sind über 100 Leute in der ganzen Bundesrepublik, die irgendwie sagen, hey, lass uns hier sozusagen gemeinsam Lobby-Arbeit letzten Endes machen für die/

Nora Hansen: Nicht schlecht.

Adrian Thoma: /für die Startup-Szene. Und das sind alles, ja, Unternehmer, Business Angel, Investoren, die halt irgendwie aus der Szene kommen und dort einfach auch diese Schmerzpunkte mitbringen und ganz genau wissen einfach was, sozusagen an was es fehlt. Das macht es ziemlich authentisch, ja.

Was Bands und Startups gemeinsam haben

Nora Hansen: Ja, das macht es auf jeden Fall authentisch und ist sehr hilfreich. Jetzt hast du gerade von deinem Weg erzählt, also ich muss ja sagen, zum Rockstar zu einer/

Adrian Thoma: Möchtegern-Rockstar.

Nora Hansen: /Möchtegern-Rockstar zur Unternehmensgründung, also das nenne ich mal echt einen Weg.

Adrian Thoma: Ja, weißt du, das Verrückte ist, die Dinge sind eigentlich gar nicht so unterschiedlich und das merkt man dann erst im Nachhinein. Also ich würde im Nachhinein auch sagen, dass die so in einer Band spielen und auf Tour sein, das war die beste unternehmerische Ausbildung überhaupt. Irgendwie so ganz viele Parallelen. Irgendwie in einer Band, würde ich sagen, das ist auch eher so ein Kollektiv-Ding, ja? Irgendwie du hast irgendwie so eine Gruppe an irgendwie Individuen, die halt irgendwie zusammenwirken müssen, die idealerweise komplementäre Skills haben/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /die aber irgendwie so eine gemeinsame Vision haben, so eine gemeinsame auch kulturelle Basis, damit sie irgendwie zusammenhalten, ja? Und das ist eins zu eins im Startup genauso. Da ist so die Sache mit irgendwie/ In so einer Band hast du ja eigentlich auch das Problem oder irgendwie so, na ja, eigentlich funktioniert die Welt ja schon ganz gut ohne dich, so, wozu braucht es dich eigentlich? Und/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /da irgendwie so zu gucken, hey, wo ist eigentlich mein/ wo ist meine Nische und wo kann ich starten und /So, niemand fängt halt an, irgendwie so in den großen Stadien zu spielen, sondern man fängt halt irgendwie/

Nora Hansen: Ja, ja, klar.

Adrian Thoma: /immer klein an, ja? Irgendwie so groß denken, klein starten, ist ja auch so ein Startup-Erfolgsprinzip und/

Nora Hansen: Total.

Adrian Thoma: /da würde ich sagen, das kann man nur empfehlen irgendwie den Leuten in Orchestern oder in Bands oder in irgendwelchen Gruppen was zu machen, weil es am Ende total hilft irgendwie beim Startup-Gründen.

Nora Hansen: Also an alle Möchtegern-Gründer, erstmal eine Band gründen.

Adrian Thoma: Oder an alle/

Nora Hansen: Nein.

Adrian Thoma: /oder an alle Musiker, hey, ihr habt die beste/

Nora Hansen: Erstmal gründen, genau.

Adrian Thoma: /Ausbildung, um ein Startup zu gründen, genau.

Nora Hansen: Da habe ich noch nie drüber nachgedacht, aber natürlich, du hast eigentlich total recht, da geht es um menschliche Interaktion, um seinen eigenen Platz finden, um irgendwas am Laufen halten, Weiterentwickeln, Wachsen.

Adrian Thoma: Um Resilienz, Krisen bewältigen, also gerade so die Dinge/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /an denen die meisten Startups sterben, ja, also das ist so irgendwie so einer der Hauptgründe, warum Startups sterben, ist ja, dass irgendwie so das Team auseinanderbricht und die Gründer irgendwann mal so, also, unterschiedliche Vorstellungen haben/

Nora Hansen: Ja, sich dann streiten und/

Adrian Thoma: /zwischenmenschliche Differenzen bestehen und dann immer in irgendwelche Pressemitteilungen, dann weißt du halt, ah, es hat da gekracht und ist sauer.

Nora Hansen: Aha, aber hallo.

Adrian Thoma: Und genauso ist es in den Bands auch, ja, und ich meine, du bist halt irgendwie so eine Schicksalsgemeinschaft und ist halt hoch intensiv, also jetzt nicht nur so eine Zweckgemeinschaft, wo man sagt, so eine/ so, es gibt ja auch so Projektgruppen oder auch Innovationsprojekte, da würde ich sagen, da kommen halt irgendwie Leute zusammen, die sind halt mal drei Monate, sechs Monate im Jahr irgendwie so eine Zweckgemeinschaft, da ist es im Zweifel nicht schlimm, ob der eine weiß, ob der andere gerade irgendwie eine Ehekrise hat oder nicht so, es geht ja ums Projekt und/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /so hands on, und das ist aber auch okay, weil das endet ja. Und so eine Band, also die hat/ Also zumindest haben wir also die Band ja eigentlich nicht gestartet mit der Vorstellung, das endet irgendwann, sondern das geht für immer so, ja? Und leider nicht für immer so gegangen, aber das/ Genau, ähnlich ist im Startup ja auch, du gründest ja nicht, um/ Also das gibt es natürlich auch, aber sozusagen die Gründer, die ich so bewundere, das sind nicht diejenigen, die sagen: „Okay, in drei Jahren will ich die Bude verkaufen“, sondern die haben irgendwie eine Vision, die langfristig trägt und/ Genau. Ich glaube, das ist total ähnlich mit in einer Band spielen.

Teamgründungen – wie es ohne Flucht, Totstellen und Angriff funktioniert

Nora Hansen: Ja, gut. Die Band ist gescheitert, aber warum funktioniert Pioniergeist jetzt? Warum ist das nicht gescheitert? Hast du/ Was hast du draus gelernt und was hast du mitgenommen zum Pioniergeist von der Band?

Adrian Thoma: Woah, das ist eine Super-Frage, genau. Ich würde sagen, also irgendwie egal mit/ So grundsätzlich glaube ich, dass Teamgründung, die besser sind. Ich glaube, da gibt es auch die eine oder andere Statistik dazu. So, aber viel wichtiger ist für mich irgendwie so meine so persönliche Erfahrung, dass ich/ so jetzt auch in der Arbeit mit unseren Teams, also würde ich niemals in eine Einzelperson investieren oder sagen irgendwie, wir machen da jetzt ein/ wir bauen jetzt eine Firma rund um eine Person, sondern immer so die Frage, hey, wie kriegst du irgendwie so auch komplementäre Sichtweisen, das ist ganz wichtig in so einem Startup-Team.

Nora Hansen: Ja, du brauchst verschiedene Köpfe einfach.

Adrian Thoma: Du brauchst verschiedene Köpfe, genau, die auch so idealerweise auch so ständig, mal mehr, mal weniger, so eigentlich miteinander ringen um den richtigen Weg, ja, und es dann irgendwie so gut ausbalancieren, so das heißt/

Nora Hansen: Das gibt nachher die Kompromisse, die nötig sind.

Adrian Thoma: Ja, wobei Kompromisse klingt so nach: „Okay, wir machen es so/

Nora Hansen: Das klingt so negativ. Ja, gut.

Adrian Thoma: /wir treffen uns in der Mitte.“ Sondern ich würde sagen eher halt irgendwie so einen ausbalancierten Weg, ja, wo vielleicht mal/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Und da gibt es ja auch Konzepte, wo man sagt: „Okay, hey, ich bin jetzt nicht deiner Meinung. Aber okay, lass uns mal zwei Wochen jetzt mit deiner Meinung gehen und dann schauen, wo wir rauskommen.“ Also es muss ja nicht immer der Kompromiss sein, sondern es kann ja auch mal/ Es gibt ja auch andere Alternative. Da würde ich sagen irgendwie so von daher ist irgendwie so Gründen eigentlich so ständig drauf angelegt, dass du eigentlich irgendwie/ Du bist eigentlich ständig im Krisenmodus. Und einmal nach außen, so, also wenn du anfängst irgendwie, genau, kein Mensch braucht dich, du hast irgendwie keinen Umsatz, du hast keine Ressourcen, du hast keine Mitarbeiter, du hast kein Geschäft, du hast nichts. Man startet eben bei Null.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: So irgendwann ist halt immer so dieser Nullpunkt. Und das ist ja eigentlich eine Krise, könnte man sagen, irgendwie ich will ein Startup gründen, aber irgendwie habe keinen so/ Habe noch kein Geschäftsmodell.

Nora Hansen: Eigentlich ist es fast eine Krise, aus der du rausmusst.

Adrian Thoma: Ja, genau. Das ist so eine/ Es ist eine angelegte Krise, und zwar nach außen. Also Geschäftsmodell nach außen und eigentlich auch so nach innen, ja? So dieser Konflikt mit den Mitgründern, also Konflikt aber auch im positiven Sinn. Ich glaube,/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Sagen wir, man braucht irgendwie so einen positiven Umgang mit Konflikten. Wenn jemand konfliktscheu ist, würde ich grundsätzlich sagen, kein Startup gründen.

Nora Hansen: Nein, da ist das Gründen nicht die beste Idee.

Adrian Thoma: Weil das ist/ Genau, ist nicht die beste Idee. So, und in dem Konflikt einfach was Positives zu sehen. Und ich glaube, da habe ich total viel mitgenommen aus der Bandzeit, irgendwie so, ja, Konflikte aushalten. Ich glaube, da war ich früher viel dünnhautiger und ja, weißt du, ja, dass ich halt einfach/ So, so Konflikte muss man halt üben, das ist eine reine Übungssache, dass man nicht irgendwie gleich irgendwie Magenschmerzen kriegt und rot anläuft und die anderen Leute anschreit oder auf einen/

Nora Hansen: Oh, oh. Nicht gut.

Adrian Thoma: /So, Flucht, Totstellen, Angriff. So, das sind also die drei angeborenen Verhaltensweisen.

Nora Hansen: Das ist dann eher so Steinzeit.

Adrian Thoma: Genau, und das sind halt meistens die schlechtesten. So, und die kriegt man da irgendwie so/ Das ist genau wie kann man sich da weiterentwickeln, dass man halt in diesen Krisen irgendwie nicht sich genau totstellt, flieht oder angreift, sondern halt irgendwie damit umgeht. Und klar, das gelingt halt manchmal besser, manchmal schlechter, aber da würde ich sagen, da habe ich am meisten mitgenommen aus der Bandzeit.

Nora Hansen: Ja, das/

Adrian Thoma: Und ehrlich gesagt, ist daran die Band auch/

Nora Hansen: Gescheitert?

Adrian Thoma: /gescheitert, genau.

Nora Hansen: Oh, wow. Aber gut, das ist dann der Fall, wo man wirklich aus, in Anführungsstrichen, Fehlern ehrlich lernt. Also ganz klar.

Adrian Thoma: Ja, gut, würde ich grundsätzlich sagen, ja, genau. Das ist ja immer irgendwie so eine/ Weißt du, das ist ja in der Regel nicht so der eine Fehler. Das gibt es ja schon auch, dass da irgendwie jemand irgendwie eine falsche Entscheidung trifft, so die eine singuläre Entscheidung und da kann man zurückführen und sagen: „Okay, habe ich mich falsch entschieden.“

Nora Hansen: Ja, aber/

Adrian Thoma: In der Regel sind mehr solche Dinge, die nicht klappen, eigentlich so ein Blumenstrauß an Dingen, die nicht funktioniert haben und eine relativ große Blume in diesem Blumenstrauß war halt das Thema Team und irgendwie so, ja, Kommunikation, Diskussionskultur und/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /also ich glaube, das Wichtige ist bei so was halt sich selbst auch nicht auszunehmen, also nicht zu sagen: „Die anderen waren aber irgendwie so doof und die waren so gemein zu mir und warum“, sondern eben/ Also damals war ich, glaube ich, auch einfach noch nicht in der Lage irgendwie so einen Konflikt gut auszuhalten, zu managen, wie auch immer, ja, und/ Genau, also von daher ist das eins von würde ich mal so sagen, von mehreren Learnings, aber nicht das einzige.

Nora Hansen: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung, oder wie war das noch?

Adrian Thoma: So, sieht es aus. Absolut. Absolut.

Warum Pioniergeist in einer Dauerkrise steckt

Nora Hansen: Jetzt hast du gerade von Fehlern gesprochen. Hast du mit Pioniergeist auch Fehler gemacht, die wirklich zu einer größeren Krise geführt haben oder waren das eher so kleine Dinge, die euch aufgefallen sind, die ihr dann Stückchen für Stückchen verbessert habt, wie war das?

Adrian Thoma: Natürlich machen wir nie Fehler und/

Nora Hansen: Aha, klar.

Adrian Thoma: Ja, klar. Nein, weißt du, also so das/ Also natürlich wir machen ständig, in Anführungsstrichen, Fehler und wir sind in einer Dauerkrise. Und sozusagen auch mit dieser Konnotation, dass Krise eigentlich was Positives ist, ist es halt auch/ also es ist ja eigentlich auch auszuhalten. Und so ich würde sagen, wir sind eigentlich wie so ein/ ich würde sagen wie so ein/ Deshalb können wir uns ja auch, glaube ich, gut in unsere Kunden reinversetzen, in große Unternehmen, die halt irgendwie sagen: „Hey, wir haben irgendwie so ein/ Teile unserer Arbeit, die funktionieren irgendwie, da wissen wir, was wir tun/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /da sozusagen kennen wir ungefähr so die Hebel und wissen, wie man das macht. Und dann gibt es aber irgendwie Bereiche in sozusagen in diesem Gesamt-Geschäftsmodell, da ist das halt nicht so, das sind wir so in dieser Unsicherheit irgendwie, puh, neue Kunden, teilweise veränderte Kundenbedürfnisse. Also bei uns ändern sich ja auch oftmals die Kundenbedürfnisse, auch krass, wir sind irgendwie eine junge Company, aber irgendwie ist halt Wahnsinn, ja? Wir sind halt so ein/ Und die Kundenbedürfnisse ändern sich ständig, also man kann da auch nie sagen, so, okay, habe ich jetzt verstanden und jetzt executen/

Nora Hansen: Jetzt ist gut so, ja.

Adrian Thoma: /wir das die nächsten 100 Jahre so.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Genau, aber grundsätzlich würde ich schon sagen, gibt es halt Dinge, die sind bei uns planbarer und Dinge, die sind halt irgendwie nicht planbar. Und nicht planbar ist halt irgendwie ist Krise, ja? Und das finde ich total gut, weil das hält die Firma irgendwie ja auch so am Leben, dass sie halt so sich ständig eigentlich auch hinterfragen muss, hey,/

Nora Hansen: Ja, da kommt Bewegung rein.

Welche Vorteile es hat, selbst ein Startup zu sein

Adrian Thoma: /du, das, wir machen irgendwie, auf was zahlt denn das eigentlich ein? Ist das noch/ sozusagen ist das Bedürfnis noch da? So, und das, was wir irgendwie auch versuchen auch in unsere/ Wenn wir mit Startups zusammenarbeiten, haben wir da immer auch so eine, ja, so eine Führungsaufgabe/Vorbildfunktion.

Nora Hansen: Ja, ja.

Adrian Thoma: Und ich glaube, da würde ich sagen, das ist irgendwie so das, was uns irgendwie total ausmacht, das kriegen wir auch ständig als Feedback von unseren Startups, die sagen: „Hey, krass. Ihr seid ja auch ein Startup” und so. “Ihr lernt ja auch ständig dazu” so, und Lernen heißt ja auch sozusagen ist die positive Zeit/ Du hast dann die positive Form von: „Hey, ihr kriegt ja/ Ihr habt ja erst auch ständig blutige Nasen und/

Nora Hansen: Ja, genau.

Adrian Thoma: /Hände und kriegt es irgendwie klar.“ Und genau, von daher würde ich sagen, wir machen das/ wir machen ständig, in Anführungsstrichen, Fehler/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /und sind eigentlich in einer Dauerkrise, sehen das aber als Teil sozusagen der, ja, der Weiterentwicklung der Firma.

Nora Hansen: Ich denke, das macht auch ganz viel der Authentizität aus.

Adrian Thoma: Das Wort versuche ich immer zu vermeiden, weil ich es auch nicht aussprechen kann.

Nora Hansen: Ach, ich finde es furchtbar. Wenn ihr natürlich auch davon sprechen könnt, dass ihr selber Fehler macht und vielleicht auch dadurch zeigt, dass ihr nicht so der Oberboss seid, der jetzt versucht, die in irgendeine Form reinzuquetschen.

Adrian Thoma: Ja.

Nora Hansen: Sondern dass ihr mit denen arbeiten wollt und nicht/

Adrian Thoma: Ja, genau.

Nora Hansen: /gegen oder für sie.

Adrian Thoma: Ja, ich glaube, das hat auch/ So, ich meine, was genau was machen wir mit den Teams? Irgendwie so, also wir sagen so eins von den/ von unseren Kern/ sozusagen Wertschöpfungen ist eigentlich, dass wir, ja, so eine unternehmerische Führung bieten, und zwar immer auf Zeit.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: So, das heißt, irgendwie die Teams kommen, also, mehr oder weniger erfahren zu uns und wir arbeiten mit denen, und klar, haben wir irgendwelche Programme und Formate und Methoden und Space und dadada.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: So, ich glaube aber, so die Kern-Wertschöpfung, die wir betreiben, ist, dass wir denen eine unternehmerische Führung bieten. Und diese unternehmerische Führung ist eben nicht so eine klassische, sozusagen klassische Führung, so die klassische Führungskraft, die sozusagen Fachdomänen-Wissen/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /das größte Fachdomänen-Wissen hat, am besten weiß, wie die Zukunft aussieht und daher/

Nora Hansen: Oh, schlimm.

Adrian Thoma: /so über diese/ Ja, es gibt da schon Bereiche, in denen funktioniert das. Also wenn du irgendwie eine Ausbildung machst zum KFZ-Mechaniker oder zur KFZ-Mechanikerin/

Nora Hansen: Klar, da brauchst du es.

Adrian Thoma: /dann hast du halt einen Meister, einen KFZ-Meister, und der weiß, wie das funktioniert und der weiß es besser, ja? Und der kann dir halt sozusagen/ Das ist deine Führungskraft, so, und die kann dir halt anleiten, wie du den Motor auseinanderbaust und wieder zusammenpfriemelst und das Auto fährt danach. Und das ist sozusagen/ Da würde ich gar nicht sagen, das ist schlimm, sondern das kommt immer darauf an, wo es passt, ja, und ich würde sagen, so bei dem/ Wenn ich irgendwie einen KFZ-Betrieb habe, dann passt es halt.

Nora Hansen: Da passt es, klar, aber/

Adrian Thoma: Da ist es wichtig. So,/

Nora Hansen: /Startups/

Adrian Thoma: /Führung über Wissen, aber im Startup-Bereich/

Nora Hansen: /sind keine Motoren.

Adrian Thoma: Ja, ja. Und Startups ist halt irgendwie anders, ja? Also wir/ Genau, wir/ Und da gehen wir auch offen mit den Teams um. Sagen wir ihnen auch/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /Hey, wir wissen nicht, wie euer Geschäftsmodell zu funktionieren hat.

Nora Hansen: Nein.

Adrian Thoma: Und die einzigen, die irgendwie das rausfinden können, seid ihr gemeinsam mit euren Kunden, so ganz vereinfacht gesagt. Und das sozusagen das entspannt die Situation mal komplett, weil dann ist auch so diese/ So, dann kommen die Frage immer weniger, dass sie sagen, irgendwie so: „So, was müssen wir denn jetzt machen? So, was ist denn jetzt der nächste Schritt?“ Und da halten wir uns dann einigermaßen zurück. Und wir sehen uns da eigentlich eher so ein bisschen als Begleiter, also wir haben natürlich schon, dadurch dass wir eigene Gründungserfahrung haben und viele Gründungen jetzt schon gesehen haben, würde ich sagen, sind wir/ ist unser Aufgabe schon so ein bisschen, vor Todesfallen zu bewahren. Also wenn wir jetzt irgendwie so was ganz Doofes aus unserer Perspektive vorhaben, würden wir das schon sagen, aber grundsätzlich sehen wir uns da eigentlich eher als Begleiter und nicht als Besserwisser. Und genau, und das leiten wir halt eben auch ab aus so unserer eigenen Unwissenheit, wie eigentlich unser Geschäftsmodell in drei Jahren auszusehen hat, das wissen wir nicht jetzt auch.

Nora Hansen: Nein, das ist, denke ich, aber auch so eine ganz neue Geschichte eigentlich der tatsächlich neuen schnelllebigen Zeit, dass sich die Unternehmen einfach viel schneller und viel flexibler entwickeln müssen. Wenn du früher gesagt hast: „Ich gründe irgendwie meine Schuhmeisterwerkstatt“, dann hattest du, wenn du Glück hast, 50 Jahre diese Werkstatt, so wie sie immer war, vielleicht mit ein, zwei neuen Geräten, aber das ist natürlich bei solchen Unternehmen wie dem deinen komplett anders.

Adrian Thoma: Ist wahrscheinlich anders, ja. Genau. Und wahrscheinlich ändert sich auch sozusagen die Taktung. Was ich so noch ungern glauben mag, ist so diese Vorstellung so, ja, früher war halt alles einfacher und jetzt ist halt alles komplex. Und jetzt liebe alte Welt, ich überspitze jetzt/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /jetzt zeigen wir Startups euch mal, wie das geht. So. Und da hat irgendwie die Startup-Szene oftmals auch so eine, also ich würde sagen, so eine bisschen, so eine leichte Arro/ So einen Hang zur Arroganz,/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /den wir einfach nicht teilen. So im Gegenteil, so. Ich glaube, die Unternehmen, die halt/ mit denen wir heute zusammenarbeiten, die haben es irgendwie über Jahrzehnte geschafft, teilweise über 100 Jahre irgendwie sich regelmäßig neu zu erfinden, ja? Und irgendwie so am Zahn der Zeit zu bleiben und irgendwie auch große Organisationen aufzubauen. Also ich stehe da eigentlich so weniger irgendwie so, so, ich würde sagen, so herablassend da irgendwie vor den Unternehmen, sondern eigentlich total mit einer totalen Bewunderung, wie geht das, so ein großes Unternehmen so erfolgreich über so eine lange Zeit zu entwickeln, aufzubauen?

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: So, das finde ich einfach krass, ja? Und ich glaube, da können sich die Startups total viel abschneiden, ja? So, da reden immer alle über, so, wie werden wir vom Startup zum Scale up und so/

Nora Hansen: Ja, ja.

Adrian Thoma: /und wie kriegen wir das irgendwie internationalisiert/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /und, oh, Qualitätsprobleme, ja/ Hallo, das ist irgendwie, da kann man echt was lernen von großen Unternehmen und/ So, und genau, und wahrscheinlich liegt es halt irgendwie so in dieser Mischung halt auch eine ziemliche Würze und das sind wir so ein bisschen auf der Suche nach so was ist so dann das Beste aus den jeweiligen Rezepten, weil ich sehe so jeweils auch so, so es gibt halt irgendwie auch Dinge, die halt nicht funktionieren, aber wo ich auf beiden Seiten so, ist mehr oder weniger gleich verteilt und so, das versuchen wir rauszufinden, welche Konzepte kann man aus den beiden Welten irgendwie zusammenbringen.

Mit externen Partnern zusammenzuarbeiten ist keine Schwäche, ganz im Gegenteil

Nora Hansen: Jetzt habe ich eine gemeine Frage für dich. Und zwar hast du gerade/

Adrian Thoma: Juhu.

Nora Hansen: /gesagt, du bewunderst die großen Unternehmen, die überlebt haben.

Adrian Thoma: Ja.

Nora Hansen: Arbeitet ihr mit solchen auch zusammen?

Adrian Thoma: Ah ja, genau. Also mit Pioniergeist, würde ich sagen, da kommen wir eigentlich her, ist, dass wir gemeinsam mit etablierten Unternehmen, großen Unternehmen, ja, Innovationen aufbauen, Startups gründen, ja, genau, das machen wir jetzt seit vier, fünf Jahren, genau.

Nora Hansen: So, jetzt die eigentliche gemeine Frage.

Adrian Thoma: Ja, ich dachte schon, dass die nicht gemein war.

Nora Hansen: Die war noch nicht gemein, nein, nein. Wenn diese Unternehmen aber so gut und so toll sind/

Adrian Thoma: Ja?

Nora Hansen: /wofür brauchen sie euch dann?

Adrian Thoma: Pah, gute Frage. Also grundsätzlich würde ich sagen schon mal sagen, dass sozusagen mit externen Dienstleistern, Partnern, oder was auch immer, zusammenzuarbeiten, ist sozusagen kein Eingeständnis eigener Schwäche, im Gegenteil. So, ich würde eher sagen, dass irgendwie so das so das Thema Kollaboration und Branchengrenzen verfließen und irgendwie, ich muss nicht alles so in-house und als Key Resource bei mir internalisieren, sondern irgendwie so eine Fähigkeitsentwicklung. So, und das als Fähigkeit zu sehen, wie man mit Partnern, die halt irgendwie so punktuelle Skills jetzt haben/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /gut zusammenarbeitet, und dadurch aber die eigene Wertschöpfung irgendwie und die eigene/ genau, die eigene Wertschöpfung nach vorne bringt. Ich glaube, das ist ein/ das ist kein sozusagen ein Eingeständnis von Schwäche, im Gegenteil, ich glaube, das ist eine gut ausgebildete Stärke. Und das ist so unsere Erfahrung, wir dachte am Anfang immer so, mit dem, was wir machen, und da muss man dazu sagen, so, wenn ich/ So, ich bin/ mein Hintergrund ist so stark soziali/ sozialisiert in der Startup-Szene. Mein Partner Winfried, der kommt so stark aus dieser Corporate Mittelstands-Welt.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Er war da lange irgendwie, genau, in großen Unternehmen in Führungspositionen, am Ende Geschäftsführer von so einem richtigen, so einem richtigen Mittelständler.

Nora Hansen: Oh ja.

Adrian Thoma: Mittelständische Unternehmensgruppe.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Das heißt, der kennt diese Welt. Und als wir zusammenkamen, hatten wir halt so/ So, beide die Idee war oder aus diesen unterschiedlichen Erfahrungswelten, hey, wenn man das zusammenlegt, lass uns doch mal gucken, so. Und unsere Anfangshypothese war, dass das, was wir zusammenbringen, auch so mit dem Erfahrungshintergrund und Netzwerken und Skills, dass das super für diesen inhabergeführten baden-württembergischen Mittelstand passen würde. Und komischerweise sind wir aber bisher irgendwie ganz oft an so relativ großen Unternehmen, bei relativ großen Unternehmen gelandet. Und das wäre für mich schon noch so ein Thema, so bei dem wir noch auf der Suche sind.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Weil das schon das Gefühl ist, dass die großen Unternehmen halt gewohnt sind, mit Partnern zusammenzuarbeiten irgendwie so, da ist das halt/

Nora Hansen: Ja, die kennen das so.

Adrian Thoma: Die kennen das so und weltweit und irgendwie/ Und da geht das auch nicht anders. Und so kleinere Unternehmen, da ist es oft/ Genau, da ist sozusagen diese, das, was ich gerade so ein bisschen beschrieben habe, so diese Fähigkeit, auch gezielt sich so ein Partner-Netzwerk aufzubauen und damit aber eigentlich die eigene Wertschöpfung zu stärken und nicht zu schwächen, das ist irgendwie/ Genau, da haben wir so das Gefühl, das ist noch nicht überall so ausgeprägt und/ Genau. Von daher sind wir da noch auf der Suche.

Nora Hansen: Man sieht auch auf eurer Website, da schreibt ihr ja auch eigentlich mit Mittelständlern, das heißt, das ist so ein bisschen das Ziel für die Zukunft, auch da noch ein bisschen mehr den Fuß in die Tür zu kriegen?

Adrian Thoma: Ja, genau. Man muss ja immer sagen, wozu eigentlich und irgendwie, weißt du, ich/ So, ich habe irgendwie von, weiß nicht, von Studium 24 bis 30 irgendwie so die erste unternehmerische Lebensphase irgendwie vorhin beschrieben, so von Exit bis Exitus. Und da, wie gesagt, war ich irgendwann 30 und irgendwie hab jetzt so das erste Kind bekommen, ich habe mittlerweile drei Kinder und/

Nora Hansen: Ach schön.

Adrian Thoma: /war irgendwie in so einer, in so einer/ schon auch in so einer/ Da stellt man sich schon so die Frage, hey, so und so, was jetzt so ist?

Nora Hansen: Ja. Ja, klar.

Adrian Thoma: Nochmal ein kleiner Film-Startup oder nochmal so oder was mache ich jetzt eigentlich? Und da war so die Begegnung mit dem Winfried irgendwie total/ Also genau, wir haben überhaupt nicht angefangen, wie drüber nachzudenken, hey, was für coole Formate und Workshops und Hackerthons oder was auch immer man machen könnte. Haben uns eigentlich auch null mit dem Markt beschäftigt, sondern haben eigentlich uns eher so mit/ genau, mit uns und unserer Motivation und so/ Genau, und so diesen Where Why beschäftigt, ja? Und was uns halt total antreibt, ist so schon so ein bisschen die, in Anführungsstrichen, Sorge, dass halt der Landstrich hier und mit hier meinen wir irgendwie so Europa, Deutschland, Baden-Württemberg, Region Stuttgart. Also je nach (Boom? #00:24:26-4#) Level halt irgendwie droht, abgehängt zu werden. Und die/ Genau. Und ich meine, die Story kennt jeder, irgendwie so die großen Innovationen, Sprung-Innovationen, die gibt es hier nicht mehr, irgendwie so das jüngste deutsche DAX-Mitglied, gut, hat sich seit letztem Jahr mit Wirecard nochmal was getan, aber davor irgendwie, ich glaube, SAP, 1972 gegründet, also irgendwie so das jüngste Unternehmen ist halt auch schon irgendwie so ein ziemlicher Silver Ager und so/ Und wie verhindern wir, dass hier das nächste Detroit oder das nächste Saarland wird. Und/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /gleichzeitig diese monothematische Abhängigkeit der Automobil-Industrie und gerade da entstehen ja gerade solche Elektro/ mit Mobilität, Elektro-Mobilität. Genau und das trifft halt ja nicht nur die großen OEMs, sondern ja so die ganze Zuliefererkette in die kleinen Schwarzwalddörfer, ja? Und/

Nora Hansen: Ja, da hast du recht, klar.

Adrian Thoma: Und was können wir da dazu beitragen? Und da muss ich sagen, da haben wir schon irgendwie so die/ würde ich halt sagen, wie es halt typische Gründer haben, so ein Drang zur/ so einen Hang zur Selbstüberschätzung.

Nora Hansen: Kann ja manchmal auch nicht schaden.

Adrian Thoma: Da haben wir das Gefühl/ Ja, genau, und da haben wir das Gefühl, da können wir was beitragen, so.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Und halt vielleicht nicht so, indem wir alle Probleme der Welt lösen, aber dass wir halt irgendwie was beitagen, einen möglichst großen Hebel, dass dieses Horrorszenario eben, dieses Nightmare Szenario nicht geschieht. Und so haben wir dann angefangen zu lernen, uns damit zu beschäftigen, hey, wie/ so wie was gibt es denn jetzt schon, wie funktioniert denn das? Und sind so ein bisschen auf der/ haben uns Formate angeguckt, waren irgendwie auch, in Anführungsstrichen, international bei der European Innovation Academy, wo irgendwie so, ja, Studenten mit Corporate Challenges irgendwie zusammenkommen.

Nora Hansen: Ach, spannend.

Adrian Thoma: Haben viel in den Unternehmen so angeguckt, wo irgendwie so, als wir 2013 angefangen haben, so die ersten großen Unternehmen, das waren halt dann irgendwie wirklich es nur die großen so angefangen haben, so interne Labs, Exelerator-Programme/

Nora Hansen: Ja.

Mit dem eigenen Skillset gründen

Adrian Thoma: /die so gestartet haben und, genau, sind d so ein bisschen reingeschlittert dann und haben dann irgendwie so unseren Weg gefunden und eigentlich wollten wir, so ähnlich wie damals die/ mein erstes Startup, die Simple Show,/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /die wollte ich nie gründen, sondern ist irgendwie dazu gekommen, eigentlich wollte ich Rockstar werden/

Nora Hansen: Oh, uppsala.

Adrian Thoma: /also und so ähnlich ist es mit Pioniergeist, wir wollten eigentlich nie die Pioniergeist gründen, so deshalb haben wir eigentlich eher gesagt, okay, lass uns irgendwie mit dem Skillset, lass uns doch mal und mit diesem Antrieb, mit dieser Motivation/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /sind wir auf die Suche gegangen und das, was jetzt die Pioniergeist ist, ist sozusagen der Zwischenstand der Erkenntnisse, die wir bisher gesammelt haben. So, und wie das in drei Jahren aussieht, wissen wir ja, ehrlich gesagt, jetzt auch noch nicht so.

Nora Hansen: Das ist eigentlich ein wirklich interessanter Weg, weil ich oft erlebt habe, dass es so ist, dass die Leute, die irgendwas gründen, sich wirklich vorher den Markt anschauen und überlegen/

Adrian Thoma: Ja.

Nora Hansen: /was denn sinnvoll wäre zu gründen. Aber bei euch war es ja/

Adrian Thoma: Ja.

Nora Hansen: /eigentlich genau andersrum. Ihr hattet eure Ressourcen/

Adrian Thoma: Genau.

Nora Hansen: /und habt gesagt, gucken wir mal, was wir daraus so anstellen können.

Adrian Thoma: Ja, genau, also ich meine, da/ ich glaube, da gibt es ja auch kein richtig oder falsch, also ich würde sagen, es ist grundsätzlich eine gute Idee, als Gründer sich den Markt anzugucken und/ Das macht schon Sinn. Unser Weg war halt irgendwie ein anderer und genauso, wie du sagst, irgendwie, ich sage mal, das ist also das Prinzip von Effectuation und wir sagen immer, wir haben da so dieses Bild, das wir auch an unsere Stups vermitteln, so das Bild des Kühlschranks. So wir sind die Story, dass man jetzt sagt, wenn du irgendwie bis Sonntagmorgens irgendwie zuhause und die Schwiegermutter ruft an, sie kommt zum Mittagessen und so, was machst du irgendwie, hast keine Chance irgendwie noch einzukaufen,.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /Tanke ist zu weit weg, reicht auch vielleicht nicht mehr. So, was machst du? Du machst den Kühlschrank auf und guckst, was du hast und zauberst da das Beste draus.

Nora Hansen: Das ist eine geile Metapher. Die gefällt mir.

Adrian Thoma: Und, ja, und irgendwie so das ist genau/ Wir sagen immer so, sozusagen, so was ist in deinem Fridge drin?

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: So, open your fridge und guck, was drin ist. Und das Coole ist, wenn man da mal reinguckt und, so das ist ja auch immer so, dass so wenn du mit irgendwie jungen Leuten sprichst oder/ das wäre jetzt auch eine Frage, die ich dir stellen würde, wenn du irgendwie sagst, hey, ich würde gern grü/ Oftmals kommen die halt und sagen: „Oh, ich würde gern gründen/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /mir fehlt aber die Idee.“ Aber wenn ich die Idee habe, dann gründe ich. So. Und das ist irgendwie so die perfekte Anleitung, um nie zu gründen, ja?

Nora Hansen: Ja, eigentlich schon.

Adrian Thoma: Also das won’t ever happen. Vielleicht gibt es ein paar Ausnahmen. So, und eine bessere Idee ist zu sagen, hey, ich würde gern gründen, weiß aber noch nicht was, aber es gibt irgendwie so ein Thema, das treibt mich an und dann kommt oftmals die Frage so: „So, poah, aber ey da fühle ich mich wie der Ochs‘ vorm Berg, was mache ich denn jetzt?“ Und dann ist das eine Super-Idee, einfach mal zu gucken, so, was kann ich denn eigentlich so? Und wir sind denn meine Stärken, da gibt es zig Persönlichkeitstest, kann man machen/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Kommt immer in der Regel was positiv ist, die Stärken raus. Irgendwie so jeder Mensch/

Nora Hansen: Hoffentlich.

Die Macht des eigenen Netzwerks

Adrian Thoma: /kann was, das ist die gute Nachricht, jeder kann was. So. Dann eben oftmals hat man was gelernt, hat so ein bisschen auch vielleicht auch was Fachliches. Ganz wichtig irgendwie so das Thema Netzwerk, so ich glaube, das ist total wichtig.

Nora Hansen: Oh ja, das Netzwerk wird teilweise unterschätzt.

Adrian Thoma: Das ist, glaube ich, eins von den wichtigsten Dingen, ja, und man/ Auch da ist aber, wenn man da lang genug gräbt, ist ja nicht so, dass man irgendwie einen direkten Bezug so zu allen Menschen hat, die man braucht, aber indirekt kennt man halt verdammt viele Leute/

Nora Hansen: Ja, schon.

Adrian Thoma: /wenn man sich da mal so Gedanken macht, wen könnte ich denn kennen, wenn ich nur fragen würde? So, und dann, wenn man dann noch das als Team macht, ja, also wenn du als Team, wenn so zwei, drei Leute gemeinsam mal ihren Kühlschrank sagen, ihren Kühlschrank anschauen, da aufmachen und reingucken, poah, dann kommt da halt echt ein Füllhorn an Ressourcen raus, aus dem sich echt tolle Sachen machen lassen. Und das ist ein guter/ Das reicht dann natürlich nicht so, sondern das sozusagen, das sind dann nur die Ressourcen, mit denen man dann gut gerüstet auf den Weg geht.

Nora Hansen: Ja, und dann/

Adrian Thoma: Genau, das ist ein guter Rat.

Nora Hansen: Und dann arbeitet man an seiner Vision und du hast eben gesagt,/

Adrian Thoma: Ja, genau.

Nora Hansen: /wenn man eine Vision hat, das ist schon mal eine Mega-Voraussetzung. Egal ob die Mission jetzt, die Vision vielleicht jetzt ein bisschen/

Adrian Thoma: Ja.

Nora Hansen: /ein bisschen zu hoch erstmal gelegt ist, dann arbeitet man daran und versucht seinen besten Teil dazuzugeben, auch wenn es jetzt statt in ganz Europa nur in Deutschland ist. Aber dann hat man ja trotzdem schon wirklich was gewonnen.

Adrian Thoma: Ja, genau. Genau.

Ob Baden-Württemberg in Sachen Innovation hinterher hängt

Nora Hansen: Jetzt hast du eben gesagt, das ist noch eine Frage, die ich mir aufgeschrieben habe. Und zwar, du hast gesagt, du hast Angst, dass wir Deutschland, Region Baden-Württemberg, wie auch immer, so ein bisschen hinterherhängen. Was denkst du, was machen wir falsch gegenüber den anderen, die vorreiten?

Adrian Thoma: Boah, schwierige Frage. Also zunächst mal würde ich sagen, es ist keine Angst, sondern eine Sorge, das ist ein Riesen-Unterschied.

Nora Hansen: Ja, gut, stimmt. Ja.

Adrian Thoma: Angst lähmt nochmal, Sorge ist eher so sozusagen fördert eher sozusagen Aktivität.

Nora Hansen: Ja, da hast du recht.

Adrian Thoma: Ich bin also eher in Sorge, aber ich bin jetzt nicht ängstlich. Und genau, was muss man machen? Ich meine, das ist eine Overkill-Frage. So, was wir für uns so in Anspruch nehmen, ist, dass wir halt sagen, okay, wir versuchen halt minimal-invasiv, weil genau, wir sind nicht die Politik, wir sind nicht die Wirtschaft, wir sind nicht die Gesellschaft, so die halt irgendwas mal machen müsste, sondern wir sind halt die Pioniergeist, und wir haben halt irgendwie Dinge im Kühlschrank und im Zweifel ist die beste Investition eine gute Logik halt mit. Möglichst minimal-invasiv, mit sozusagen mit kleinen gezielten Stichen halt einen maximalen Hebel/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /zu bekommen. Und sozusagen ein Ansatz ist, dass wir halt eben irgendwie vor einem Jahr irgendwie so gemerkt haben, hey, so, wenn wir halt hier ein Innovations-Ökosystem aufbauen wollen oder einen Teil dazu beitragen, sozusagen dass sich das ergibt, indem halt irgendwie, genau, erfolgreiche große, mittlere, kleine Unternehmen, Investoren, Mentoren, Hochschulen, Politik, so, alle Stakeholder, die es halt irgendwie so gibt, halt sozusagen gelingen, miteinander arbeiten und halt irgendwie diese krassen Innovationen entstehen, wie es halt in anderen Ökosystemen, die in, genau, im Silicon Valley/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /oder in Paris oder in Berlin oder Tel Aviv entstehen, dann ist so ein Ansatz irgendwie zu sagen, hey, wie kriegen wir hier mehr unternehmerisches Talent auf die Straße. Und so eine Beobachtung war, das lässt sich teilweise auch aus Statistiken ableiten, eine Beobachtung war, dass so das halt irgendwie, jetzt wenn wir auf die Region Stuttgart runterzoomen, wo wir hauptsächlich unterwegs sind, dass halt irgendwie zu wenig gegründet wird, und so die, genau, die sozusagen die Stuttgarter Hochschulen noch keine Gründer-Hochschulen sind. Es gibt so eine Statistik vom Startup-Verband, da werden die Gründer jährlich befragt, wo sie denn sozusagen irgendwann mal studiert haben und da ist irgendwie München auf Platz 1 und, ich glaube, Karlsruhe auf Platz 2, das KET, und ich glaube, Aachen auf 3 und dann kommen irgendwie ein paar andere, aber irgendwie so aus der Region Stuttgart hat es niemand in die Top Ten geschafft und/

Nora Hansen: Schade.

Adrian Thoma: Das war so ein Ansatz, wo wir gesagt haben, hey, lass uns doch mal so wie gucken, was wir dazu beitragen können und haben dann mit so ganz vielen Universitäten und Hochschulen gesprochen, sind da auf total, ja, offene Ohren irgendwie so, ja, gleiche Beobachtung/

Nora Hansen: Türen habt ihr da eingerannt, offene Türen.

Adrian Thoma: /aber auch nicht/ Genau. Also offene Türen eingerannt irgendwie und, genau, die wollen da auch was machen und haben dann irgendwie ja auch mit einem Partner von uns, mit Vector, das ist eine ganz tolle Firma aus Stuttgart Weil im Dorf, irgendwie in den 80er Jahren gegründet, also jetzt nicht mehr ganz Startup, aber halt eben noch ziemlich startup-like.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: Und das sind die ursprünglichen Gründer haben total Interesse dran, dass hier in der Region einfach was sozusagen was passiert. Und die sozusagen die, genau, die Startup-Szene irgendwie vorankommt. Und da haben wir uns so mit quasi mit Hochschulen, genau, und dann hatten wir noch Unterstützung von der Politik, von Frau Dr. Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin, und Frau Theresia Bauer vom Wissenschaftsministerium, die sozusagen als Paten die ganze Aktion unterstützen. Dann haben wir die Initiative Gründermotor ins Leben gerufen, wo wir eben gemeinsam mit den Hochschulen halt eben daran arbeiten, die sozusagen die Studierenden, die irgendwie für sich entschieden haben, nicht zum Bosch, nicht zum Daimler, nicht zu Porsche sozusagen Direkteinstieg/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /zu machen, sondern ein Startup zu gründen, denen halt einfach so ein bisschen Feuer unterm Popo zu machen, im positiven Sinn/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /einfach denen ein Programm an die Seite zu stellen, wo sie halt wirklich Top-Mentoring bekommen.

Nora Hansen: Möglichkeiten bieten, ja.

Adrian Thoma: Ein Top-Netzwerk bekommen, ein bisschen Funding bekommen und genau, und am Ende halt irgendwie ein toller Demo-Day steht, an dem die hoffentlich auch eine Super-Chance haben, im letzten Teil eine Anschlussfinanzierung zu bekommen. Genau, und das ist unser Gründermotor-Meisterklassen-Projekt, von dem ich eingangs kurz erzählt habe. Und das ist so ein Ansatz, wo wir sagen, so, reicht das? Das reicht halt nicht.

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: So, ich würde mir wünschen, dass jetzt so was viel mehr gibt in/

Nora Hansen: Ja, das wäre toll.

Adrian Thoma: /auch anderen Ökosystemen, dass man einfach noch mehr sozusagen auch den Hochschulen und Universitäten einfach die Leute irgendwie anfixt, oftmals hat es ja wirklich so was mit so/ So diese Alternative zu einem normalen, in Anführungsstrichen, Job, das Gründen aufgezeigt zu bekommen.

Nora Hansen: Ja, das wird noch ganz selten aufgezeigt als Alternative.

Adrian Thoma: Genau, und oftmals ist die Erfahrung, wenn die Leute halt so einmal angefixt sind, dann sind die auch leicht irgendwie dafür zu begeistern und dann ist halt irgendwie/ Dann muss man halt auch sagen, die beste zum Gründen ever, ja, weil die Fördermöglichkeiten super/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /sind. Da macht die Landesregierung ganz viele tolle Dinge, weil es, glaube ich, noch nie so einfach war an Geld zu kommen. Auch in Baden-Württemberg, da wird immer ein bisschen drüber geschimpft, ja, die Statistiken sagen auch, dass/ sagen, funktionieren nicht, Venture Capital, Wagniskapital in Baden-Württemberg ausgegeben wird, aber das gibt es, sozusagen das kriegen halt nur die guten Teams, wir haben zu wenig gute Teams. Also genau, Gas geben und dann war es, glaube ich, noch nie besser, ein Startup zu gründen als jetzt, und in Baden-Württemberg und mit Verlaub, auch in der Region.

Nora Hansen: Das sollte man definitiv als Motivation sehen.

Adrian Thoma: Ja.

Nora Hansen: Jetzt weiß ich, dass du relativ bald einen Termin hast, deswegen habe ich eine letzte Abschlussfrage für dich.

Adrian Thoma: Cool.

Unternehmen mit Teamfähigkeit am Leben halten

Nora Hansen: Und zwar, was würdest du anderen Unternehmern raten, wie sie ihr Unternehmen am besten am Laufen halten können? Also was ist der wichtigste Punkt, das Entscheidende?

Adrian Thoma: Das ist natürlich mit der Zeit schwer, weil ich irgendwie so Tipps nicht mag.

Nora Hansen: Ja, gut, das ist auch von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

Adrian Thoma: Ja, genau, und ich würde mir, ehrlich gesagt, auch nicht anmaßen irgendwie irgendjemandem einen Tipp zu geben, von daher würde ich jetzt nur so nach innen gucken/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /und sagen, so, was ist, also was ist eigentlich einer der Hauptgründe, warum es uns als Pioniergeist noch gibt so. Und damit bin ich wieder zurückgekommen zu unserem Einstiegsthema/

Nora Hansen: Teamfähigkeit.

Adrian Thoma: /Team, und ich glaube/ Ja. Absolut. So, ich meine, irgendwie so, ich glaube, die Top-3-Gründe, warum Startups sterben, ist, ich weiß nicht, ob die Reihenfolge stimmt, aber irgendwie so 1 irgendwie fehlender Kundennutzen, also man hat irgendwie ein Produkt, das halt kein Mensch braucht.

Nora Hansen: Ja, toll.

Adrian Thoma: Nummer 2, das Team bröckelt auseinander und Nummer 3, die Finanzierung fehlt. Das sind so die Top-3-Gründe weltweit, warum Startups sterben. Und ich glaube so, das Thema, ja, Finanzierung hat manchmal auch ein bisschen was mit Timing, irgendwie Netzwerk et cetera zu tun, dem kann man alles nachhelfen, aber das noch/ Aber da ist man am meisten noch auch von anderen abhängig, ich glaube, so das Thema ich habe ein Produkt, das kein Mensch braucht, ist sozusagen auch ganz große Verantwortlichkeit/

Nora Hansen: Oh ja.

Adrian Thoma: /beim Team, kann man wahnsinnig viel machen, konzentriert arbeiten, agil et cetera/

Nora Hansen: Ja.

Adrian Thoma: /kennen wir alles, so, und aber auch da kann es halt sein, so, das kann der beste Unternehmer sein und trotzdem kommt vielleicht was raus, was halt am Ende nicht funktioniert. Und ich glaube, das, was man halt wirklich am meisten im Griff hat, ist so das Thema Team.

Nora Hansen: Ja, das kannst du am besten beeinflussen.

Adrian Thoma: Und ich würde auch nicht sagen, ich/ Genau, ich würde auch nicht sagen, dass uns das immer gut gelingt, sondern das ist so eine Standard/ so eine Daueraufgabe, ja, die super-wichtig ist, die leider so/ Man kümmert sich ja meistens nicht um die Dinge, die irgendwie funktionieren, da geht man davon aus, so das bleibt für immer so, und das ist halt ein Trugschluss. Ich glaube, das Team muss halt mega-gepflegt werden und braucht irgendwie gute Formate und ich glaube, das ist uns bisher ganz gut gelungen, ich hoffe, dass es uns auch in Zukunft gut gelingt, da einfach eine gute, so eine gute, genau, Gründerteam, erweitertes Team , dass einfach, ja genau, gute Kultur herrscht.

Nora Hansen: Da wird es einem auch nicht langweilig, wenn man da die ganze Zeit dran arbeiten muss. Und ich hoffe natürlich, dass das bei euch in Zukunft sehr gut funktionieren wird, denn ich denke, ihr macht ganz, ganz wichtige Arbeit und tragt einen tollen Teil dazu bei, dass es in der Region Baden-Württemberg, vielleicht auch Deutschland, vielleicht auch Europa, vorangeht.

Adrian Thoma: Cool, vielen Dank.

Nora Hansen: Ich danke dir, dass du heute bei uns zu Gast warst.

Adrian Thoma: Ja, war total nett mit dir.

Nora Hansen: Ja, es hat Spaß gemacht.

Adrian Thoma: Vielen Dank.

Nora Hansen: Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und verabschiede mich für heute. Tschüss Adrian.

Adrian Thoma: Alles klar, so machen wir das. Schönen Tag.

Nora Hansen: Ciao.

Adrian Thoma: Ciao, Grüße an Sie.

Nora Hansen: Musik) Vielen Dank fürs Zuhören. Wir hoffen sehr, dass euch diese Folge gefallen hat. Wenn ja, dann lasst uns gerne eine Bewertung bei iTunes da und teilt den Podcast. Wir freuen uns über jegliche Unterstützung. Mehr Infos zum Podcast und über uns findet ihr auf Gründerschiff.de oder über Facebook. Bis zum nächsten Mal. (Musik)