Neuer Podcast in town – Nora Hansen verlässt Gründerschiff (S01E29)

Nora Sophia Hansen

Neuer Podcast in town – Nora Hansen verlässt Gründerschiff (S01E29)
Business Model Innovation Talk

 
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Neues Jahr neue Ziele. Die letzten Monate waren ziemlich gedankenintensiv und voller Innovationsmut. Wir von Gründerschiff haben es uns zur Aufgabe gemacht euch einen regelmäßigen Input zum Thema Ideen-und Innovationsmanagement zu ermöglichen und unsere Erfahrungen als Unternehmens-und Gründungsbegleiter weiterzugeben. Mit Ina-Faye Bartikowski geht ab nächster Woche der Podcast „Innovationskiste“ online und somit die Ära des „Business Model Innovation Talk“ mit Nora Hansen zu Ende. In dieser Folge spricht Nora Hansen mit Ina-Faye Bartikowski über ihre Glücksmomente und Herausforderungen als Podcast Host, über neue Projekte und Lebensziele und gibt einen kurzen Ausblick was euch bei der Innovationskiste erwartet.

„Vollständiges Transkript“

 

Nora Hansen: Herzlich Willkommen zum Business Model Innovation Talk von Gründerschiff, dem Podcast für C-Levels und Innovationsmanager. Ich bin Nora und sorge dafür, dass ihr neue Strategien, erprobte Methoden und wertvolle Erfahrungen rund um das Thema Geschäftsmodellinnovation zu hören bekommt. Viel Spaß beim Zuhören! Hallo, schön dass ihr heute dabei seid, auch wenn es in den letzten Wochen ein wenig holprig hier war. Das hatte folgenden Grund, dass es einen Podcast-Host-Wechsel geben wird, heißt: Ich werde den Podcast abgeben und an die Ina-Faye abgeben, die eine neue Mitarbeiterin bei uns ist. Deswegen wird die Folge heute auch eine ganz spezielle und besondere Folge. Wir haben gedacht, wir wollen den Übergang ein bisschen peppiger gestalten und nicht so langweilig einfach von jetzt auf gleich machen. Vor allem auch, damit ihr euch darüber bewusst seid, dass es einen Wechsel gibt und euch nicht wundert, wenn plötzlich jemand anderes redet. Deswegen werden wir uns gegenseitig ein paar Fragen stellen, auch ein bisschen was Persönlicheres damit ihr danach noch ein bisschen was über mich erfahrt. Und damit ihr Ina kennenlernt. Und lasst euch nicht verwirren: Ina wird anfangen, mich zu interviewen. Ihr werdet die fremde Stimme also gleich hören.

Ina-Faye Bartikowski: Hallo zusammen!

Nora Hansen: Hallo Ina! Gut, das ist komisch, aber ich finde das immer richtig cool, jemanden vor mir sitzen zu haben.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, ich danke dir sehr für die Einladung und ich freue mich wahnsinnig auf diesen Podcast heute, ich bin schon sehr gespannt, was dabei herauskommt.

Nora Hansen: Ich muss sagen ich finde es auch ganz gut, dass du vor mir sitzt und ich den Podcast an dich übergeben darf. Wir haben uns vorher sehr, sehr viel Zeit genommen und haben uns immer wieder gesehen und zwischen den Anlässen. Und es ist ganz schön, wenn man den Podcast nicht an eine ganz fremde Person abgeben muss.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, ich bin dir auch sehr dankbar, dass du mich da so gut eingeleitet hast und mir auch schon ein paar Tipps gegeben hast, aber darüber sprechen wir auch gleich nochmal.

Nora Hansen: Genau.

Ina-Faye Bartikowski: Ich freue mich!

Nora Hansen: Gut, dann fang doch mal an und nimm mir mal meine Rolle ab.

Ina-Faye Bartikowski: Sehr gerne. Nora, nun hast du ein Jahr lang Gespräche mit Experten und Innovationsforschern geführt. Ich bin mir sicher, die Leute möchten gerne wissen: Wer ist die Frau hinter der Stimme. Nora, beschreibe dich doch mal gerne in drei Sätzen.

Nora Hansen: Okay, also: Wenn ich mich fremden Leuten vorstelle oder ich mich aus irgendwelchen Gründen zum Spaß irgendwie beschreibe, sage ich ganz gerne, dass ich so ein bisschen eine durchgeknallte Öko-Trulla bin.

Ina-Faye Bartikowski: Sympathisch.

Nora Hansen: Ich finde auch, wenn man sich selber damit bezeichnet kann es nicht passieren, dass das andere Leute tun.

Ina-Faye Bartikowski: Ein bisschen Öko schadet nie.

Nora Hansen: Genau. Also, ich habe vor allen Dingen im letzten Jahr dadurch, dass ich mein Praktikum hier gemacht habe, wesentlich mehr Zeit für mich gehabt und viel zu mir gefunden und auch zum Yoga gefunden, beschäftige mich zusätzlich ganz viel mit Ernährung und mache einen privaten Instagram-Account zum Thema Nachhaltigkeit, Ernährung, Yoga und all solche Sachen. Das würde ich sagen macht mich im Kern aus momentan.

Ina-Faye Bartikowski: Das klingt wahnsinnig spannend, dafür habe ich später auch noch eine Frage an dich.

Nora Hansen: Okay.

Ina-Faye Bartikowski: Aber wie möchtest du von deinen Freunden wahrgenommen werden?

Nora Hansen: Huch, schwierige Frage. Okay, wie viele Dinge darf ich nennen?

Ina-Faye Bartikowski: So viele du möchtest, fangen wir mal bei fünf an.

Nora Hansen: Oh Gott, das sind schon ganz schön viele.

Ina-Faye Bartikowski: Das ist viel.

Nora Hansen: Also, ich würde sehr gerne als positiv und authentisch wahrgenommen werden. Zum einen bin ich sehr gerne ein sehr positiver Mensch, habe aber lange den Fehler begangen, nach außen hin zu positiv zu sein. Deswegen das positiv mit dem Authentischen dazu, weil ich denke, dass es wichtig ist, dass man auch seine Gefühle zeigt. Und ich bin der Meinung, dass man das nach außen auch tun darf und auch alle Emotionen ihren Raum haben dürfen. Heißt: Ich möchte auch als die gesehen werden, die sich traut ihre Emotionen nach außen hin zu zeigen. Ansonsten bin ich ganz gerne ein Vorbild in Sachen Ernährung.

Ina-Faye Bartikowski: Ich habe schon mal ein paar Bilder auf deinem Instagram-Account gesehen und die sahen alle unfassbar lecker aus.

Nora Hansen: Also, für alle die es nicht wissen – ich glaube, ich habe das bisher tatsächlich noch nie erwähnt: Ich ernähre mich selber weitestgehend vegan, so. Viele meiner Freunde sind die klassischen „Ich habe einmal Tofu probiert, ich hasse Tofu!“-Leute. Demnach gibt es dann Wraps mit meinem Tofu-Hackfleisch oder so und bisher gab es niemanden, der das dann nicht doch mochte.

Ina-Faye Bartikowski: Man darf es nur vorher einfach nicht verraten.

Nora Hansen: Immer, wenn sie sagen „Ich möchte kein Tofu!“, sage ich: Ich mache dir meine Wraps, ich überzeuge dich von Tofu. Deswegen ein bisschen Vorreiter. Und ansonsten bin ich sehr gerne ein Kummerkasten für meine Freunde, weil ich es liebe Menschen zu helfen. Und ich liebe es, zuzuhören und wenn Sie mich nach Ratschlägen fragen zu versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Das passiert auch in meinem Instagram-Account ganz oft, dass mir Leute schreiben und dann irgendwie richtig schöne Gespräche entstehen und ich das Gefühl habe: Ich konnte vielleicht nachhaltig was verändern.

Ina-Faye Bartikowski: Doch, das tut gut für andere da zu sein, das ist eine schöne Eigenschaft.

Nora Hansen: Ja, das ist vielleicht auch ein bisschen egoistisch, denn das Gefühl, das man selber dadurch hat wenn man anderen helfen kann ist auch einfach wunderschön. Es geht dabei nicht nur darum, den anderen wirklich zu helfen. Sondern, dieses positive Gefühl dadurch zu bekommen. Das ist ein bisschen wie: Geschenke machen. Manche Leute lieben es, Dinge zu verschenken, weil sie die Freude der anderen so lieben. Das beruht auf zwei Seiten würde ich sagen.

Ina-Faye Bartikowski: Okay, du hast einen sehr guten Charakter.

Nora Hansen: Vielen Dank!

Ina-Faye Bartikowski: Wo wir dann auch gerade beim Essen sind: Mit wem würdest du gerne einmal zu Mittag essen? Du hast wirklich die Wahl zwischen allen Menschen auf der Welt. Es dürfen berühmte Personen sein, die dürfen aber auch schon verstorben sein. Mit wem würdest du gerne da mal das Gespräch suchen und zu Mittag essen?

Nora Hansen: Das ist gar nicht so schwierig. Da kam mir gerade was und zwar: Ich wurde neulich mal gefragt, welchen Promi ich denn bewundere. Dann meinte ich: Promis haben irgendwie in meinem Leben gar nicht so einen großen Raum, ich muss sagen, ich kenne keine Namen, ich kenne keine Beziehungen, ich kenne keine Schwangerschaften. Sondern ich würde mich tatsächlich mit einem Yoga-Lehrenden gerne an einen Tisch setzen, weil ich diese Ruhe sehr schätze, die diese Menschen ausstrahlen. Und diese Weisheit. Und ich denke, man kann alleine innerhalb von einer Stunde so, so sehr davon profitieren und ich bin ein Mensch, der ganz gut die Emotionen von meinem Gegenüber übernimmt. Und ich glaube, ich könnte daraus wahnsinnig viel Energie mitnehmen. Und die zweite Person, da hätte ich mehrere. Ich bin nicht der Promi-Mensch, ich bin niemand, der Instagram-Leute verfolgt. Es gibt eine ganz junge Mutter, die mit 18 Mama geworden ist. Und jetzt mit 20 zum zweiten Mal Mama wird.

Ina-Faye Bartikowski: Wow, das ist eine riesige Herausforderung.

Nora Hansen: Ich bewundere sie so, so, so sehr. Vor allen Dingen weil ich selber auch jemand bin, der unfassbar gerne früh Mama werden würde. Ich habe seit den ersten „Schwanger mit 18: Was macht man?“-Videos zugeschaut, ja. Das wäre die zweite Person.

Ina-Faye Bartikowski: Okay, sehr gut. Wofür würdest du denn mitten in der Nacht aufstehen?

Nora Hansen: Für Reiswaffeln mit Humus, Gurke und Salz.

Ina-Faye Bartikowski: Lecker, darüber haben wir uns letztens auch schon unterhalten und ich glaube, ich lade mich einfach mal bei dir zum Essen ein, weil du hast immer so gute Dinge.

Nora Hansen: Also, wenn ich nachts aufstehe dann muss schon echt was passieren. Das einzige, was mich glaube ich nachts aus dem Bett kriegt ist Hunger. Für andere Dinge stehe ich nachts nicht auf.

Ina-Faye Bartikowski: Sehr gut, Essen ist immer eine gute Möglichkeit, um die Zeit rum zu kriegen. Aber kommen wir doch mal ein bisschen zum Podcast zurück: Was war dein ungewöhnlichstes Ereignis bei Gründerschiff?

Nora Hansen: Mein ungewöhnlichstes Ereignis war tatsächlich an sich der Podcast. Zum einen, weil ich plötzlich in Situationen war, die ich mir eigentlich immer gewünscht habe, aber überhaupt nicht drauf vorbereitet war. Ich musste plötzlich mit Dingen umgehen, die gar nicht so einfach sind. Was machst du, wenn du mit jemandem ein Interview führst, den du gar nicht siehst, dessen Stimme du nur hörst. Und was machst du, wenn diese Person dir furchtbar unsympathisch ist? Es gab eine Podcast-Folge, das war die furchtbarste Podcast-Folge überhaupt. Sie ist auch nicht online gekommen. Ich werde keine Namen nennen. Aber ich habe einen Podcast aufgenommen und diese Person hat mir sehr, sehr stark den Eindruck vermittelt, sie weiß, wie die Welt aussieht, wie alles ablaufen muss, hat den besseren Job, ist viel älter, hat viel mehr Lebenserfahrung und hat mir eher in die Feder diktiert, wie ich den Podcast aufzunehmen habe.

Ina-Faye Bartikowski: Wie hast du die Situation für dich gelöst?

Nora Hansen: Ziemlich unschlau, ich habe den Podcast durchgezogen und mir nichts anmerken lassen. Im Nachhinein meinte das Team „Du hättest das dem einfach sagen sollen. Du hättest dem Gast einfach sagen sollen „Okay, sorry, das funktioniert nicht, das brechen wir hier ab.“. Dann hätte ich die 40 Minuten nicht durchhalten müssen und mir nicht die ganze Zeit Gedanken machen müssen.

Ina-Faye Bartikowski: Klar, das beeinflusst einen dann auch in der Art und Weise, wie man rüber kommt.

Nora Hansen: Das war echt ganz schön schwierig.

Ina-Faye Bartikowski: Das kann ich mir vorstellen. Was hat dir denn als Host besonders viel Spaß gemacht?

Nora Hansen: Ich liebe es, neue Menschen kennenzulernen. Das ist so super. Ich fand es immer so cool, ich habe immer gesagt / Also, ich bin erst vor kurzem 19 geworden, deswegen habe ich das mit 18 gesagt: Ich bin 18 und bin mit Managern von den höchsten Unternehmen per du und sage ihnen, dass sie zu faul sind um die Treppe zu nehmen und den Fahrstuhl nehmen. Heißt, dass ich wirklich auf einem Level mit denen war, wie ich es mir nie hätte erträumen können. Wenn man sich das mal vorstellt: Ich war 18, bin gerade aus der Schule gekommen und habe mit CEOs und irgendwelchen Vorsitzenden von Bayer und der Swisscom und sonst wem geredet. Das war schon echt ein ganz schön cooles Gefühl.

Ina-Faye Bartikowski: Ich finde dich auch wahnsinnig beeindruckend. Ich habe ja zuerst auch nur deine Stimme gehört, bevor ich mich hier beworben habe und ich konnte es kaum fassen, dass da tatsächlich eine 18-jährige Schülerin vor mir sitzt, so gute Fragen stellt und dieses Gespräch so wahnsinnig professionell fühlt. Also, da habe ich wirklich eine große Herausforderung vor mir, das ganze zu übernehmen. Und ich habe mich wirklich von dir inspirieren lassen.

Nora Hansen: Ach, das freut mich. Also, ich denke du wirst da keine Probleme haben. Im Gegensatz zu mir hast du ja auch andere professionelle Erfahrung. Nee, aber was ich sagen wollte: Das ist lustig, dass du das auch sagst, das sagt mir nämlich jeder. Ganz oft verrate ich den Leuten am Anfang nicht, wie alt ich bin. Im E-Mail Kontakt und so weiter. Und dann, wenn sie die Aufnahme vor Ort machen, dann stehen sie plötzlich im Büro: „Bist du die Nora?“. Ich so: „Ja, die bin ich.“. „Nee, oder?“, „Doch.“. Oder: Oft, am Ende einer Podcast-Aufnahme kommt man noch ins Gespräch, selbst wenn man das via Internet-Telefonie macht. Und dann kommt meistens irgendwie doch das Alter raus, wenn sie einen fragen, was du denn gerade so machst. Ja, das ist immer sehr lustig.

Ina-Faye Bartikowski: Und behandeln dich dann die Leute anders, oder hast du da gute Erfahrungen gemacht?

Nora Hansen: Bei manchen mache ich es bewusst, dass ich nicht sage wie alt ich bin. Weil ich denke, dass es doch eine Rolle spielen würde. Weil viele in ihrem Job einfach solch große Führungspositionen haben, als von einer 18-jährigen interviewt zu werden.

Ina-Faye Bartikowski: Ja.

Nora Hansen: Dass die einfach so tief auch wirklich in dem Thema drin ist.

Ina-Faye Bartikowski: Genau.

Nora Hansen:  Und auch die gleichen Interessen teilt und wirklich da auch Hintergrundwissen dazu hat. Das ist der Punkt.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, das ist schwer glaube ich, erst mal anzunehmen.

Nora Hansen: Aber vor allen Dingen, wenn ich irgendwie Start-ups schreibe oder mit jungen Unternehmern in Kontakt bin: „Ach ja.“. Dann ergibt sich das meistens schon im Gespräch vorher, dass man wirklich auch schon viel Privates austauscht. Der Termin funktioniert nicht, Cut, oder noch ein Familienurlaub gemacht wird oder so. Über solche Sachen weiß ich dann eben auch Bescheid. Ja, das ist es gar kein Problem dann zu sagen, wie alt ich bin. Und, vor allen Dingen, was ich auch ganz cool finde: Alle wissen, dass ich halt so ein bisschen in der Orientierungsphase bin, heißt, ich habe diverse Angebote bekommen, dass wenn ich mal einen Job suche, dass ich mich doch gerne melden könne.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, das ist auch ein Vorteil, super.

Nora Hansen: Ja. Genau.

Ina-Faye Bartikowski: Das freut mich sehr für dich. Nun hast du so viele unterschiedliche Gesprächspartner getroffen: Gibt es denn eine Gemeinsamkeit, was ist für alle CEOs wichtig, die Innovation im Alltag leben?

Nora Hansen: Das, würde ich sagen, ist Organisation und Zwischenmenschliches. Ich habe ganz, ganz oft zu hören bekommen, was mich sehr gefreut hat, dass für Innovationen im Unternehmen zwischenmenschliches wahnsinnig wichtig ist. Ich hatte immer so ein bisschen die Sorge, dass das untergeht in den Unternehmen, vor allen Dingen in großen Konzernen. Ich habe aber das Gefühl dass es sich dahingehend wirklich entwickelt momentan und die Menschen immer mehr acht darauf geben: Wie funktioniert es im Team? Wer kommt mit wem klar? Wie können wir gute Rahmenbedingungen schaffen, damit unsere Mitarbeiter motiviert bleiben und wirklich innovative Gedanken zustande bringen können.

Ina-Faye Bartikowski: Ja.

Nora Hansen: Und Organisation deswegen: Innovation kommt vielleicht spontan, die Idee dazu, aber das dann auch so umzusetzen dass es nachträglich funktioniert, das geht nur mit Organisation.

Ina-Faye Bartikowski: Doch, das finde ich wirklich sind zwei spontan total spannende Themen, gerade Mitarbeitermotivation, das bleibt oftmals wirklich auf der Strecke, gerade auch bei einem Prozess wo man noch nicht weiß: Wohin geht das Ganze? Können wir das ganze auch wirklich so umsetzen? Wo viele Fragen auch wirklich im Raum stehen, da ist, ja, Organisation und Mitarbeiter-Motivation wirklich ein wichtiges Thema. Nora, du hast nun ein Jahr lang den Podcast groß gezogen: Was nimmst du mit und was wirst du am meisten vermissen?

Nora Hansen: Ich werde die Gespräche vermissen, die Aufnahmen an sich. Das war das, was mir an der Arbeit am meisten Spaß gemacht hat. Was ich nicht vermissen werde ist die Backoffice-Arbeit, die finde ich furchtbar anstrengend, das muss nicht sein. Und was ich daraus mitgenommen habe, ist, mich nicht vom bloßen Namen und der Stellung der Menschen einschüchtern zu lassen. Ganz oft hatte ich den Eindruck: Wenn die Menschen so einen hohen Job haben, Professor Doktor sonst wer sind, dass ich vielleicht gar keinen Zugang zu den Leuten finde. Aber das ist nicht so. Das sind auch Menschen. Sie sind vielleicht in ihrem Job harte Kerle mit Ellbogen, aber in Wirklichkeit sind das genauso sanfte Menschen mit Familie, oder Draufgänger oder Abenteurer. Da steckt einfach viel mehr dahinter als nur der Job.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, und im Endeffekt kocht auch jeder nur mit Wasser.

Nora Hansen: So ist es.

Ina-Faye Bartikowski: Eine Frage habe ich noch: Wie geht es denn für dich weiter und was wird dein nächstes Projekt sein?

Nora Hansen: Also, wie geht es für mich weiter? Ganz aktuell geht es für mich ab Samstag auf Kur, also zu dem Zeitpunkt, wo wir den Podcast aufnehmen. Ihr werdet den später hören, heißt: Ich war schon auf Kur. Ansonsten werde ich ab Januar so ein bisschen innerhalb Deutschlands auf verschiedene Demeter- und Bio-Höfe durch die Gegend reisen, da ein bisschen mithelfen gegen Kost und Logie. Heißt, da arbeiten, da Lämmchen kuscheln und Ställe ausmisten. Oder wir werden auch Gebäude innen drin renovieren und ich werde das Töpfern lernen und all solche Sachen. Weil ich einfach gesagt habe: Ich brauche jetzt das Kontrastprogramm zum Schreibtisch. Ich habe keine Lust mehr auf Abgabefristen. Das einzige, was mich unter zeitlichen Druck setzen sollte ist der Hunger der Tiere. Außerdem: Ich bin so ein bisschen auf dem Bauernhof groß geworden, wir haben eine Bäuerin – nicht in der direkten Familie, aber Patentante ist für mich auch irgendwie immer auch Familie – in der Familie, wo meine Mutter als Kind immer schon war. Heißt: Ich bin in allen Ferien früher auf dem Bauernhof gewesen und ich freue mich einfach wahnsinnig auf die Zeit. Und was das Studium angeht, mhm, das ist so eine Sache.

Ina-Faye Bartikowski: Jetzt nimmst du dir erst mal die Auszeit und genießt erst mal die Zeit auf dem Bauernhof, das hast du dir mehr als verdient.

Nora Hansen: Ja, ich freue mich auch schon, aber das wird eine echte Herausforderung, das wird nochmal out-of-my-Comfort-Zone: Ich werde nur mit Rucksack reisen. Normalerweise bin ich die, die gerne ihr Bad, ihre Handtücher und ihr frisch bezogenes Bett hat, aber Bauernhof wird / Ich werde mit meinem Trekking-Rucksack mit einer begrenzten Anzahl an Klamotten in Familien gehen, deren Gesichter ich noch nie gesehen habe, geschweige denn deren Stimme gehört. Ich weiß nicht – außer von zwei, drei Fotos – wie der Hof aussehen wird und was mich erwarten wird.

Ina-Faye Bartikowski: Ich dachte, das sind verschiedene Höfe.

Nora Hansen: Ich bin auf insgesamt mindestens vier Höfen, die schon feststehen, nee, fünf stehen schon fest. Das wird eine große Herausforderung.

Ina-Faye Bartikowski: Da musst du mir auf jeden Fall mal Bilder schicken.

Nora Hansen: Oh, das mache ich sehr, sehr gerne. Jetzt würde ich sagen /.

Ina-Faye Bartikowski: Machen wir einmal den Tausch?

Nora Hansen: Machen wir den Rollentausch und ich übernehme wieder, begebe mich wieder in meine Rolle in der Comfort-Zone. Ich mag es nicht, interviewt zu werden.

Ina-Faye Bartikowski: Das geht mir ganz genauso. Ich habe wirklich / Die Nacht lag ich ein paar Mal wach und habe mir gedacht „Alles klar, es ist überhaupt kein Thema. Diesmal wirst du interviewt. Fragen stellen ist die eine Sachen, aber die dann tatsächlich umgekehrt auch zu beantworten und zu überlegen, was man denn von sich selber preisgeben möchte, ja, das ist die andere.“

Nora Hansen: Ich denke aber, dass es für dich vielleicht sogar am Anfang vielleicht eine gute Challenge ist, weil du dich dadurch in die Zuhörer noch besser reinversetzen kannst. Ich habe festgestellt, dass selbst wie wir es gerade hatten die Professor Doktor sonst was sehr aufgeregt sind, wenn sie einen Podcast aufnehmen. Und ich hatte den Vorteil: Ich habe ganz zu Anfang meiner Podcast-Zeit, ich glaube, das war im März 2018 / Da wurde ich selber für einen Podcast angefragt durch mein Instagram und wurde interviewt über meine komplette Lebensgeschichte und habe so ungefähr das persönlichste überhaupt von mir preis gegeben und danach dachte ich: „So, jetzt habe ich darüber erzählt, jetzt kann ich alles erzählen.“.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, das stimmt allerdings.

Nora Hansen: So, fangen wir erst mal mit den Formalien an: Warum gibt es einen Wechsel?

Ina-Faye Bartikowski: Ich bin auf die Stelle hier aufmerksam geworden und habe mich darauf beworben. Daraufhin habt ihr mich genommen.

Nora Hansen: Das heißt, wir sind verantwortlich?

Ina-Faye Bartikowski: Richtig.

Nora Hansen: Mist.

Ina-Faye Bartikowski: Im Endeffekt ja, genau. Aber der Hintergrund dazu ist einfach: Es soll einen neuen Podcast geben, der ganze Podcast wird umbenannt, ab Januar heißt das Ganze dann Innovationskiste. Es sollen neue Themen, neue Inhalte dazu kommen und unsere Anspruchsgruppen werden erweitert auf Unternehmen, Gründer und Kommunen. Dafür bin ich dann verantwortlich, mit dem Hintergrund gibt es dann auch einen Wechsel.

Nora Hansen: Ja, okay. Unsere Überlegung war / Wir waren bisher relativ begrenzt auf ein Thema, was ziemlich gut war für einen Start. Wenn man einen Podcast aufbaut ist es gut, wenn man mit einem Nischen-Thema anfängt und sich so seinen gewissen Grundstamm an Hörern aufbaut. Aber jetzt braucht es Veränderungen und vor allen Dingen: Neue Personen, neue Themen, ein neuer Name, das fanden wir passt ganz gut.

Ina-Faye Bartikowski: Richtig, also ich möchte auf jeden Fall Business Model Innovation, das bleibt schon immer noch im Fokus. Es werden nur einfach neue Themen dazu kommen, ich möchte mich noch mehr mit Ideen- und Innovationsmanagement befassen. Es kommen aber auch Themen wie Projektentwicklung, Konzeption mit dazu und ich möchte mich noch ein bisschen mehr mit dem Hintergrundthema befassen. Vielleicht auch Modelle und bewährte Strategien vorstellen und darüber diskutieren.

Nora Hansen: Gib uns mal eine kleine Sneak Peak zu einem potenziellen Format, was es geben wird.

Ina-Faye Bartikowski: Oh ja, also wir hatten, um die Zuhörer darüber zu informieren schon einen kleinen Workshop. Wir haben uns überlegt, welche Themen, welche Formate sollen denn zukünftig mit in dem Podcast dabei sein? Ein Format, das mir sehr am Herzen liegt ist: Ich möchte mich gerne einfach selbst noch mehr mit dem Thema befassen und Bücher darüber vorstellen. Und darüber diskutieren. Das heißt, das ist etwas ähnliches wie eine Book Lounge, wo ich Autoren vorstelle und die ja vielleicht auch zu mir einlade. Vielleicht möchte da jemand mit mir ein Gespräch führen.

Nora Hansen: Ah ja, das denke ich mir. Bei so einer sympathischen jungen Frau geht das doch gar nicht anders.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, Dankeschön.

Nora Hansen: Ja, wir sitzen hier an meinem ehemaligen Schreibtisch und ich habe genau den Blick auf unser großes Plakat, bei dem als Überschrift fett „Formate“ drüber steht.

Ina-Faye Bartikowski: Also, es kommt wirklich einiges neues auf euch zu, ich freue mich sehr drauf.

Nora Hansen: Es wird einiges kommen, lasst euch überraschen. Ich bin so gespannt, die Folgen anzuhören. Denn meine eigenen Folgen höre ich ungern nochmal.

Ina-Faye Bartikowski: Wie ist das denn, sich als eigener Host zu hören?

Nora Hansen: Es ist meiner Meinung nach unangenehm, vor allen Dingen die ersten Male, wenn du noch nicht so wirklich ein gefiltertes Hören hast. Ich habe mir nämlich angewöhnt, dass ich den Podcast – wenn ich ihn höre und schneide / Kann ich in so eine Art Flow-, Filtermodus schalten. Heißt: Ich höre mich selber nicht wirklich, sondern höre nur, wenn ich mich verhasple, wenn ich „Ähm“ sage, wenn irgendwas überhaupt keinen Sinn macht. Aber ich muss mich selber nicht Wort für Wort hören, sonst denkt man sich im Nachhinein: „Um Gottes Willen, was habe ich da veranstaltet?“. Ich will dir raten: Hör deine Folgen nachträglich, wenn sie online sind, nicht mehr an. Du kannst es nämlich nicht mehr ändern. Und das ist Gefühl ist sehr schlimm!

Ina-Faye Bartikowski: Das will ich nicht. Ich habe mal gelesen, dass man durch den Knochen im Ohr sich dreimal höher hört und daher, dass ich ja sowieso schon eine so hohe Stimme habe, habe ich dann glaube ich das Gefühl, ich quietsche. Also, falls ich zu hoch reden sollte, dann versuche ich ein bisschen tiefer zu sprechen.

Nora Hansen: Ich hatte einen Selbstkomplex, bis ich Podcasts gemacht habe, ich hatte immer das Gefühl: Oh Gott, meine Stimme ist so hoch, so quietschig, so „Geht überhaupt gar nicht.“. Und dann kam nach und nach so das Feedback: „Hey, du hast eine gute Podcast-Stimme.“. Und dann fängt man an sich ein bisschen zu entspannen und nimmt es sich nicht mehr zu Herzen, was man selber im Ohr hört. Andere hören es ganz, ganz anders.

Ina-Faye Bartikowski: Ich glaube, dann kann man sich auch mehr auf den Inhalt konzentrieren und achtet nicht nur so sehr darauf: Was sagt man und wie sagt man es?

Nora Hansen: Genau, gut. Du bist nicht völlig neu auf dem Gebiet. Wo warst du vor Gründerschiff?

Ina-Faye Bartikowski: Einen Podcast habe ich tatsächlich bisher noch nicht mitgestaltet, das ist jetzt eine ganz neue Herausforderung für mich, auf die ich mich schon wahnsinnig freue. Aber ich habe schon mal ein Praktikum im Bereich Radio-Journalismus bei Antenne Niederrhein gemacht, in Kleve, habe da für Campus FM, das Studentenradio, ein paar Folgen mit produziert und Interviews geführt. Ansonsten war ich jetzt aktuell davor bei einem Online-Shop, fahrradlagerverkauf.com, das ist der Online-Shop von Zweirad Joos in Radolfzell. Ansonsten, ja, also ich studiere momentan auch noch und habe einfach nebenbei ein paar Praktika gemacht. Ich war beim WDR in Duisburg als Werkstudentin tätig, bei Sat.1 17:30 live, einem Nachrichtensender von Sat.1, das war direkt nach meinem Abitur, tatsächlich.

Nora Hansen: Oh, wow.

Ina-Faye Bartikowski: Dann habe ich mal für eine Zeitung gearbeitet, für vier Monate. Und ein Praktikum bei wellenreiter.tv habe ich auch noch gemacht, das war die Tätigkeit, die hat mir wirklich, ja, am meisten Freude bereitet bisher. Weil ich da auch aktiv einfach mitarbeiten konnte.

Ina-Faye Bartikowski: ich durfte die Texte für die Lokalzeit Ruhr dafür schreiben und Themen raus suchen. Deshalb: Ich bin damit schon ein bisschen vertraut und das gibt mir jetzt doch ein bisschen Sicherheit, damit ich mir jetzt einfach noch ein Konzept entwickeln kann, wie ich Interviews führe, beziehungsweise keine Interviews aber Gespräche führe. Gesprächsführung, dafür interessiere ich mich sowieso generell und deshalb passt das denke ich mal ganz gut zu mir.

Nora Hansen: Ja, also da hast du echt einen reichen Erfahrungsschatz. Und selbst, wenn du nicht das aktiv schon gemacht hast, was ich eigentlich tatsächlich auch ganz gut finde, weil so kannst du deinen eigenen Stil noch finden und dich mit dem Podcast entwickeln.

Ina-Faye Bartikowski: Das denke ich auch, genau.

Nora Hansen: Das fand ich super spannend und du hast alle Grundlagen für die mögliche Entwicklung. Insofern habe ich da überhaupt keine Bedenken.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, Dankeschön.

Nora Hansen: Was studierst du denn eigentlich? Du bist ja im Prinzip noch Studentin, die aber parallel arbeitet. Wie funktioniert das?

Ina-Faye Bartikowski: Genau, richtig. Ich studiere Kommunikation und Medienmanagement an der Fernhochschule IST in Düsseldorf. Das Konzept ist für mich genau das richtige, weil ich mir wirklich einfach die Zeit selber einteilen kann: Wann möchte ich lernen? Wann möchte ich arbeiten? Und vor allem der Faktor Arbeit, das ist für mich ganz wichtig. Ich brauche das einfach, ein bisschen was Kreatives und auch was praktisches zu haben. Dafür finde ich den Podcast jetzt einfach auch genau das richtige. Kommunikation und Medienmanagement, das wusste ich von Anfang an, dass ich das machen möchte. Und das ist einfach schön, dass ich die Prüfungen überall schreiben kann, aber einfach auch, ja, überall arbeiten kann wo ich möchte. Daher, dass ich ja keinen eigenen Campus habe hier in der Nähe gehe ich immer mit meinen Mitbewohnern entweder an die Uni, oder an die Fachhochschule und setze mich da selbst in die Bibliothek. Und das ist einfach praktisch: Ich kann da Café trinken, ich kann essen und ich kann einfach auch lernen. Und immer, wenn ich mal denke: „Jetzt muss ich mal wirklich mehr tun.“, dann setze ich mich ganz gerne dahin und gehe dann so ein bisschen meiner Arbeit nach. Und ich sehe das auch einfach als meine Arbeit. Das denke ich erleichtert es dann einfach nochmal.

Nora Hansen: Ich habe es auch immer sehr genossen, mich zum Lernen in die Uni oder in die Fachhochschule zu setzen, ich weiß genau was du meinst.

Ina-Faye Bartikowski: Das motiviert, wenn andere auch was tun müssen.

Nora Hansen: Ja, und diese Atmosphäre ist einfach was komplett anderes. Ja, ich denke, dass die Tatsache, dass du nebenbei arbeitest vielleicht auch den Vorteil bringt, dass du selber was schaffen kannst und nicht nur lernen musst. Ich kann mir vorstellen, dass das ein bisschen frustrierend ist, wenn man jahrelang immer nur lernen muss, aber selber gar nichts auf die Beine stellen darf.

Ina-Faye Bartikowski: Ich lerne tatsächlich ganz gerne. Also, so dieses Lesen und mich in Sachen rein zu fuchsen und auch mal irgendwie einen Text zu lesen, den ich vielleicht auf Anhieb erstmal nicht verstehe, oder Dinge zu recherchieren, das ist genau mein Fall. Und deshalb fällt mir das tatsächlich eigentlich ganz leicht. Wobei ich ganz unfassbare Prüfungsangst habe, also Lernen ist die eine Sache, sich in die Prüfung zu setzen die andere. Es klappt zwar immer wieder, nur ich frage mich jedes Mal aufs Neue, wie. Ich werde gefühlt wirklich davor ohnmächtig.

Nora Hansen: Oh, nein.

Ina-Faye Bartikowski: Aber ich genieße die Zeit, ich muss ja mit dem Zug da hinfahren und dann lese ich mir immer alles nochmal durch. Und sage mir ein paar motivierende Sprüche davor, so: „Du kannst das! Du kannst das schaffen!“. Und dann übertüncht das das so ein bisschen. Dieses „Okay, du musst es halt auch schaffen.“.

Nora Hansen: Also, ich muss sagen in der Hinsicht bin ich echt so beeindruckt und inspiriert von dir.

Ina-Faye Bartikowski: Dankeschön.

Nora Hansen: Weil du hast du einen unfassbar reichen Schatz an Strategien und an Organisation vor allen Dingen. Wie du deine Woche mit Arbeiten, Lernen und Freizeit und sonst was gestaltest, also krass, wirklich, finde ich toll.

Ina-Faye Bartikowski: Zeitmanagement und wie man richtig lernt, das sind einfach auch Themen, die mich extrem interessieren und motivieren. Ich denke, das kann ich hier eigentlich auch ganz gut einbringen. Vielleicht sind es auch Themen in dem Podcast, die ich da auch mit einbringen kann.

Nora Hansen: Das würde thematisch eigentlich schon passen, wenn man es richtig hinbiegt und mit dem richtigen Thema verknüpft. Auf jeden Fall.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, richtig. Und das ist auch das, worüber ich gerne privat viele Bücher lese. Ja, und deshalb finde ich das ganz gut.

Nora Hansen: Bücherlesen, das ist ein Punkt, warum ich noch gar nicht so den Drang zum Studieren habe. Ganz viele sagen: Sie vermissen es, zu lernen. Aber ich mache das sowieso schon die ganze Zeit. Ich kaufe mir gefühlt jede Woche ein oder zwei neue Bücher zu irgendwelchen Themen, in die ich mich richtig reinversetze und richtig dazu recherchiere, und Bücher lese. Und Podcasts höre und was weiß ich nicht alles. Deswegen: Dieses selber lernen ist toll. Okay. Wir haben uns irgendwie beim Studieren festgefahren. Was war dein größtes Learning bisher, beim Studium?

Ina-Faye Bartikowski: Mein größtes Learning. Ja, eigentlich ist es das war wir gerade besprochen haben: Wie gehe ich mit Aufgabenstellungen um, wie gehe ich mit Problemen um? Und wie löse ich die am effektivsten? Wie organisiere ich mich? Auch das Durchhaltevermögen, das spielt schon auch eine große Rolle. Aber wenn es jetzt wirklich um das Fachliche geht: Da hatten wir ein Modul, da mussten wir ein Magazin gestalten und ich habe mich so darin verfangen, weil ich einfach / „Und das, und das und das.“, noch mit einbringen wollte. Und das war einfach toll, dieses Ideen-zu-einem-Thema-sammeln, das dich wirklich interessiert. Bei mir war das das Gehirn, weil ich mich auch wahnsinnig für Psychologie interessiere. Ja, dann habe ich erst mal ganz viele Bücher auch darüber gelesen, das fand ich einfach / Das tolle Ideen sammeln, aber auch das Magazin zu gestalten, Interviews zu führen und diese unterschiedlichen Genres anzuwenden und auch den Unterschied zu sehen. Also, das war wirklich so das größte Learning und das Visualisieren, der technische Teil dahinter. Das hat mich sehr viel Zeit gekostet, aber ich bin so stolz darauf. Also, das hat mir viel gebracht, würde ich sagen.

Nora Hansen: Okay, jetzt haben wir gerade die ganze Zeit über Dinge geredet, die du gut kannst, was du studierst, was du lernst. Jetzt bin ich ein bisschen neugierig, was deine Schwächen angeht. Keine Sorge, ich bohre nicht zu tief, aber: Nenne mir mal eine Sache, in der du so richtig, richtig schlecht bist.

Ina-Faye Bartikowski: Die Leute, die mich kennen wissen, dass ich in manchen Dingen sehr, sehr strukturiert bin. Das bin ich zuhause auf gar keinen Fall.

Nora Hansen: Oh Gott, ist es unaufgeräumt bei dir?

Ina-Faye Bartikowski: Ja, also unordentlich nicht gerade, aber: Oh Gott, ich lasse gerne einfach mal alles Mögliche auf meinem Schreibtisch liegen und mein Schreibtisch, der ist überhäuft von Blöcken und Zetteln und Post-its. Und alles Drum und Dran. Und dann muss ich mich tatsächlich immer nochmal neu sortieren und mir überlegen: Wo war ich? Und meine Gedanken sammeln. Weil, ja / Also, auf meinem Schreibtisch ist es gnadenlos chaotisch. Das werden auch meine Mitbewohner bestätigen. Ich spüle gerne erst am nächsten Morgen und nicht am Abend vor dem Schlafengehen.

Nora Hansen: Wenn alles schon so richtig schön fest getrocknet ist.

Ina-Faye Bartikowski: Nein, einweichen tue ich es schon. Aber, ja, also meine Teetasse oder meine Kaffeetasse, die bleibt gerne nochmal stehen.

Nora Hansen: Verstehe ich.

Ina-Faye Bartikowski: Die fährt auf meinem Schreibtisch herum und auf dem Küchentisch auch.

Nora Hansen: Ich habe eine fiese Frage: Man sagt immer, dass der Schreibtisch der Spiegel der Seele und des Kopfes ist. Wenn dein Schreibtisch unordentlich ist, hast du Chaos im Kopf?

Ina-Faye Bartikowski: Ja doch, also ich weiß nicht. Ich hoffe, es geht irgendwie jedem so, Also, ich habe manchmal so viele Ideen und so viele Dinge, die ich tun möchte und aber auch so viele Dinge, die ich organisieren muss. Ich kann das tatsächlich dann nur ordnen, wenn ich es niederschreibe, weil mein Kopf einfach so chaotisch ist und so voll gestopft, dass ich Angst habe, Dinge zu vergessen oder zu spät abzugeben. Oh, ich bin manchmal echt unpünktlich.

Nora Hansen: Du bist unpünktlich? Du warst bisher immer zu früh da.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, die ersten drei Mal jetzt, vielleicht.

Nora Hansen: Eindruck und so.

Ina-Faye Bartikowski: Nein, also wenn ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln irgendwo hin muss, dann klappt das. Aber wenn ich mit dem Fahrrad irgendwo hinfahre, das werden auch meine Freunde bestätigen. Also, wenn ich um neun verabredet bin, dann fahre ich meistens um zehn vor neun los, für eine Strecke für die ich manchmal auch gut 25 Minuten brauche. Da habe ich das Timing irgendwie noch nicht so richtig raus. Also, ja ich bin chaotisch und ich bin auch manchmal unpünktlich, aber alles andere ist ja organisiert.

Nora Hansen: Vielleicht macht dich gerade das als Person sympathisch. Stell dir mal vor, du wärst nur organisiert.

Ina-Faye Bartikowski: Ich hoffe es, ich hoffe, dass mich das sympathisch macht.

Nora Hansen: Ja, ja. Okay. Achtung, nächste Schwäche, aber nicht im Sinne von Schwäche, sondern: Ich hatte ganz, ganz oft im Podcast ein Wort, was ich immer wieder gebraucht habe, was ich aber nicht aussprechen kann. Das ist, jetzt muss ich es versuchen hinzukriegen, ein letztes Mal: Authentizität.

Ina-Faye Bartikowski: Und ich soll dir das jetzt nachsagen?

Nora Hansen: Nee, du sollst mir sagen ob es ein Wort gibt, das du nicht aussprechen kannst.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, bestimmt. Warte. Regisseur.

Nora Hansen: Weißt du, wie ich das mache?

Ina-Faye Bartikowski: Und es fühlt sich einfach immer falsch an, es fühlt sich verkehrt an, egal, wie man es ausspricht.

Nora Hansen: Nein, ist das cool. Das ist exakt das Wort, mit dem ich jahrelang gekämpft habe. In meinem Kopf. Ich habe auch einen komplett verrückten Kopf manchmal: Ich muss mir bildlich das Wort „Regie“ und „Sir“ vorstellen, und dann mache ich wie so eine Rechenaufgabe, wie so eine Addition in meinem Kopf und sehe das Wort „Regie“ vor mir und das Wort „Sir“ vor mir, als Buchstaben. Und dann setze ich es zusammen während ich es sage. Und dann kommt immer Regisseur raus. Und dann stimmt es. Okay, das ist aber zum Glück ein Wort, das muss man im Fernsehen öfter sagen, als im Podcast. Wir haben ja nur den Moderator. Jetzt habe ich noch drei letzte persönliche Fragen, die so ein bisschen auf deinen Charakter und dein Privatleben so ein bisschen zu sprechen kommen. Keine Sorge, nicht zu tief, aber so ein bisschen.

Ina-Faye Bartikowski: Ich habe nichts zu verbergen.

Nora Hansen: Das werden wir noch herausfinden. Sag mir, wie ein perfekter Wochenendtag für dich aussieht.

Ina-Faye Bartikowski: Also, es ist auf jeden Fall Sommer, es ist warm. Im Winter bin ich zwar produktiver, aber da geht es ja mehr um meine Freizeit und da möchte ich es gerne warm haben. Das heißt, ich starte zusammen von meinem Freund aus. Dann springen wir einmal in den Rhein, gehen ins Cross-fit. Danach ist frühstücken angesagt, wir laufen dann zusammen in die Stadt und treffen da Freunde. Gehen eine Runde über den Markt, trinken da Kaffee. Das nimmt einen sehr, sehr großen Teil ein. Ich bin eine leidenschaftliche Kaffee-Trinkerin.

Nora Hansen: Und Frühstückerin?

Ina-Faye Bartikowski: Und Frühstückerin. Also, brunchen ist genau mein Ding. Ich denke, das nimmt jetzt einfach mal so die Hälfte des Tages ein.

Nora Hansen: Das ist okay, ja.

Ina-Faye Bartikowski: Dann würde ich gerne eine Kajak-Tour zusammen mit meinem Freund machen, irgendwas Sportliches, ich bin total gerne draußen. Also, ich bin wirklich ein totaler Outdoor-Mensch. Wenn es ums Campen oder mit-dem-Rucksack-losziehen und einfach mal so in den Tag hineinleben geht, bin ich ganz, ganz groß. Eine gute Ausrüstung ist das A und O, es muss komfortabel sein. Aber man muss so die wichtigsten Dinge einfach mit sich führen können.

Nora Hansen: Es muss auch nicht schick aussehen, es soll funktionieren.

Ina-Faye Bartikowski: Richtig. So. Deshalb entweder eine Kajak-Tour oder eine Runde wandern. Ich weiß, das macht jetzt so zeitlich keinen Sinn, aber ich habe da ja alle Möglichkeiten frei. Genau. Deshalb würde ich gerne entweder wandern oder eine Kajak-Tour machen, entweder aufs Wasser oder in die Berge. Dann sitzen wir oben auf dem Berg und trinken Aperol Sprizz und essen eine Wurst- und Käseplatte.

Nora Hansen: Also, eine richtige Brotzeit da oben.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, das muss auf jeden Fall sein, mit einem guten Bauernbrot. Da habe ich richtig, richtig Lust drauf. Oh mein Gott, ich möchte so was. Ja doch, das ist so mein perfekter Tag.

Nora Hansen: Okay, gut. Du hast gerade etwas angesprochen, was du mir jetzt schon wieder vorweggenommen hast, und zwar: Ich packe jetzt eine lustige Story aus, nein, ich packe zwei lustige Stories aus. Du hast auf Google ein Profilbild, was die Google Account von alleine macht, wenn man dir eine Mail schreibt. So.

Ina-Faye Bartikowski: Oh, ich weiß, welches du meinst, ja.

Nora Hansen: Und ich war so irritiert, als du dann kamst. Denn dieses Bild ist absolut nicht die Outdoor-Ina. Und ich war so überrascht.

Ina-Faye Bartikowski: Das stimmt.

Nora Hansen: Ich glaube, du hast zwei Seiten, kann das sein?

Ina-Faye Bartikowski: Ich finde, es ist in Ordnung, sich in der Geschäftswelt ein bisschen anders aufzustellen. Gut, das ist jetzt auch schon glaube ich zwei, drei Jahre alt. Ich weiß, da habe ich sehr, sehr blondes Haar, nicht unbedingt natürlich. Also, ich fand das Bild große Klasse und finde, es sieht super seriös aus und genau so möchte ich rüberkommen, powerful. Und ich möchte auch irgendwo ernst genommen werden, deshalb habe ich gedacht: Genau dieses Bild bringt das rüber. Ich habe aber auch schon das Feedback von Freunden bekommen, dass sie mein natürliches Ich, wenig Schminke, keine blondierten Haare, vielleicht mal einen zerrupften Pferdeschwanz wesentlich sympathischer finden als dieses Bild. Deshalb sollte ich mir vielleicht mal was Neues überlegen. Aber mir gefällt es nach wie vor, deshalb bleibt es da erst mal. Aber ich freue mich natürlich nach wie vor zu hören, dass ich auch einfach so, wie ich bin ganz gut ankomme.

Nora Hansen: Auf jeden Fall. Die eigentlich lustige Story, das fiel mir nur gerade noch ein  Und zwar: Du hast eben über Cross-Fit und deinen Freund gesprochen. Da gibt es eine ganz lustige Verbindung, und zwar…

Ina-Faye Bartikowski: Ja, tatsächlich.

Nora Hansen: Ich bin selber jemand, der wahnsinnig gerne Sport macht. Nur dass ich das Problem habe: Wenn ich nur für mich trainiere geht es mir viel zu schnell nur auf die physischen Aspekte, wie man aussieht. Das ist aber eigentlich nicht das, was es beim Sport sein sollte. So. Deswegen dachte ich: „Hm, wie kriege ich das hin?“, Sport, der mich wirklich fordert, mit Gewichten, bei dem ich mich auspowern kann, der aner nicht nur auf die Optik bezogen ist. Seit Jahren hatte ich Lust, Cross-Fit zu machen. Dann habe ich mal wieder gegoogelt und plötzlich gab es eine Cross-Fit Box in Konstanz. Ich habe dem Inhaber geschrieben. Ja. Eine Woche oder zwei Wochen später kommt Ina ins Büro und sagt du hast noch einen Termin offen.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, genau, du hast noch einen Termin.

Nora Hansen: Ja, der Besitzer der Cross-Fit Box war dein Freund und es war mir sehr peinlich. Aber es war sehr lustig.

Ina-Faye Bartikowski: Das war ein richtig guter Ice-Breaker fürs Bewerbungsgespräch. Da warst du ja auch mit dabei und hast mir Fragen gestellt. Ich habe gedacht: Okay, entweder  kommt das jetzt richtig gut an, oder sie nehmen mich erstrecht nicht. Kann ich das sagen?

Nora Hansen: Ja, kannst du.

Ina-Faye Bartikowski: Gut.

Nora Hansen: Ich habe eine letzte Frage zum Abschluss: Es kann sein, dass du die spontan nicht beantworten kannst. Es kann aber auch sein, dass doch. Gibt es ein Zitat, das für dich eine große Bedeutung in deinem Leben hat oder dir einfach immer über den Weg gelaufen ist und du es klasse fandest?

Ina-Faye Bartikowski: Das ist tatsächlich eine sehr lustige Geschichte: Ich denke, jeder ist mal ein bisschen in seiner Findungsphase und glaubt vielleicht auch manchmal nicht so sehr an sich. Und dann habe ich eine Postkarte von einer Freundin zugeschickt bekommen, da stand drauf „Of course it is happening inside your head, but why on earth should it mean that it is not real?“. Das ist von Albus Dumbledore.

Nora Hansen: Okay.

Ina-Faye Bartikowski: Und das fand ich einfach in dem Moment so schön und so passend. Und ja, ich finde das auch ziemlich inspirierend. Ich glaube, alles beginnt einfach erst mal im Kopf. Da ist eine Idee und: Kann man das auch wirklich umsetzen? Hat man vielleicht auch genügend Zeit, um das erst mal irgendwie zu realisieren? Und ja, daher, dass mein Kopf sehr chaotisch ist und ich immer sehr viele Ideen und Projekte irgendwie machen möchte fand ich das einen sehr, sehr schönen Spruch. Und den lese ich mir auch gerne immer mal wieder durch.

Nora Hansen: Manchmal bringt einem das Leben genau in so einem Moment, wo man es braucht genau solche Sachen.

Ina-Faye Bartikowski: Ja, richtig. Und dann war es einfach eine Postkarte und ich so „Jawohl, die habe ich gebraucht!“.

Nora Hansen: Und du hast dich bis heute dran erinnert. Gut, ich würde sagen wir haben genug gequatscht, wir sind inzwischen wieder bei unseren klassischen 45-Minuten Podcasts. Ich bin davon ausgegangen, es dauert 20 Minuten. Okay. Ich habe mich mal wieder verschätzt. Aber wir können auch gut quatschen. Ich hoffe, ihr habt ein bisschen nachträglich noch einen Einblick in meine Persönlichkeit bekommen. So ein paar Dinge habe ich schon immer mal wieder einfließen lassen, aber ja. Und natürlich auch Ina ein bisschen kennengelernt.

Ina-Faye Bartikowski: Ich freue mich, bald geht es los mit der Innovationskiste. Ich freue mich, wenn ihr zuhört! Nora, dass du auch ab und zu mal rein schaltest.

Nora Hansen: Ja, das werde ich machen.

Ina-Faye Bartikowski: Hast du denn noch einen Tipp für mich? Was möchtest du mir denn mit auf den Weg geben?

Nora Hansen: Sei du selber und sei authentisch. Das klingt nach so einem richtig klassischen Glückskeks-Spruch, aber ich meine das auch genau so. Denn das ist das, was einen Podcast ausmacht: Die Persönlichkeit des Podcasts, beziehungsweise der Personen im Podcast. Nicht unbedingt die Themen. Ich habe Podcasts, die mich thematisch nicht interessieren, aber ich finde die Leute so toll und höre den Podcast deswegen. Also, sei im Podcast nicht jemand, der du eigentlich nicht bist nur um den anderen zu gefallen.

Ina-Faye Bartikowski: Das versuche ich.

Nora Hansen: Okay, damit gebe ich jetzt offiziell schweren Herzens diesen Podcast ab und er gehört von nun an dir, unter der Innovationskiste.

Ina-Faye Bartikowski: Ich danke dir sehr, dass du so gute Vorarbeit geleistet hast.

Nora Hansen: Ich verabschiede mich damit auch von euch allen da draußen und wünsche euch ganz, ganz viel Spaß mit Ina. Bis bald! Vielen Dank fürs Zuhören. Wir hoffen sehr, dass euch diese Folge gefallen hat. Wenn ja, dann lasst uns gerne eine Bewertung bei iTunes da und teilt den Podcast. Wir freuen uns über jegliche Unterstützung. Mehr Infos zum Podcast und über uns findet ihr auf gruenderschiff.de oder über Facebook. Bis zum nächsten Mal!