Digitalisierung – ein Trendwort das in aller Munde ist, Achim Przymusinski AVL Software & Functions (S01EP20)

Nora Sophia Hansen

Digitalisierung – ein Trendwort das in aller Munde ist, Achim Przymusinski AVL Software & Functions (S01EP20)
Business Model Innovation Talk

 
 
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Digitalisierung ist in aller Munde, sagt Achim Przymusinski von AVL Software und Functions. Achim ist seit gut 10 Jahren bei AVL und insbesondere für den Bereich der Digitalisierung verantwortlich. Und genau darüber sprechen wir heute. Wir beschäftigen uns mit den Vorteilen, die Digitalisierung einem Unternehmen verschafft, aber auch die Schattenseiten werden nicht außer Acht gelassen. 

Lernen Sie von einem Unternehmen, dass sich aus über 40 verschiedenen Nationen zusammensetzt. Hier entsteht eine innovative Idee nach der anderen. Sogar die Leitwerte des Unternehmens haben die Mitarbeiter eigenständig entwickelt und festgelegt. Strikte Befehle aus der Chefetage gibt es bei AVL nicht.

Nora Hansen interviewt jeden Freitag Menschen, die tagtäglich mit der Entwicklung von Geschäftsmodellen zu tun haben. Wenn Sie C-Level oder im Innovationsmanagement tätig sind, dann ist dieser Podcast genau richtig für Sie.

Unser Extra für Sie: Durch stetige Geschäftsmodellinnovation sichern Sie sich Wettbewerbsvorteile und nutzen Trends voll aus. Damit wächst Ihr Unternehmen gesund. Wenn Sie regelmäßig erfolgreich im Unternehmen Innovationen auf den Markt bringen möchten, hilft Ihnen unser Innovation Ecosystem Canvas. Mit dem kostenlosen Innovation Ecosystem Canvas bilden Sie zügig ab, wie es um das Innovationsmanagement in Ihrem Unternehmen bestellt ist, wo Sie bereits gut sind und wo es Lücken zu schließen gibt. Laden Sie den Canvas hier herunter.

Vollständiges Transkript

Nora Hansen: Herzlich willkommen zum Business Model Innovation Talk von Gründerschiff, dem Podcast für C-Levels und Innovationsmanager. Ich bin Nora und sorge dafür, dass ihr neue Strategien, erprobte Methoden und wertvolle Erfahrungen rund um das Thema Geschäftsmodellinnovation zu hören bekommt. Viel Spaß beim Zuhören. Hallo! Schön, dass ihr heute eingeschaltet habt. Diese Folge ist tatsächlich für mich auch etwas Besonderes. Und zwar habe ich das erste Mal Gäste bei mir vor Ort sitzen, die tatsächlich dreieinhalb Stunden gefahren sind, um hierher zu kommen. Und zwar sind die beiden von AVL, also Software and Functions, einer Unterfirma sozusagen von AVL. Und das Interview werde ich heute mit Achim Przymusinski führen. Er ist für das R&D-Management und die Digitalisierung bei AVL zuständig. Hallo!

Achim Przymusinski: Hallo Nora, guten Morgen!

Nora Hansen: Schön, dass du extra angekommen bist hier und den extra Weg auf dich genommen hast.

Achim Przymusinski: Ja, das haben wir gerne gemacht.

Nora Hansen: Das ist schön.

Achim Przymusinski: Auch, um das schöne Konstanz mal zu sehen.

Nora Hansen: Ja, Konstanz lohnt sich. Also alle, die zuhören: Unbedingt mal nach Konstanz kommen.

Achim Przymusinski: Kann man nur empfehlen.

Achims Weg zu AVL Software and Functions

Nora Hansen: Okay, so. Ich habe jetzt gerade erwähnt, von welchem Unternehmen du denn eigentlich bist. Jetzt erzähl mir doch mal, wie du dahin gekommen bist. Was machst du bei AVL und wie bist du an das Unternehmen geraten?

Achim Przymusinski: Ich bin bei AVL seit gut zehn Jahren, seit das Unternehmen ins Regensburg gegründet wurde. Davor war ich fast 14 Jahre bei Siemens VDO in der Mobiltechnik tätig und habe dann die Chance genutzt, diese Neugründung mitzugestalten von AVL. Und seitdem bin ich bei AVL und bin dort jetzt für das Thema Digitalisierung zuständig und auch für das Thema Innovation und R&D-Management.

Nora Hansen: Warst du bei Siemens auch für ähnliche Themenbereiche zuständig? Oder hat sich das komplett gewendet jetzt?

Achim Przymusinski: Nein, ich war bei Siemens auch in der Entwicklung tätig und zwar auch von innovativen Projekten. Und habe das quasi mitgenommen und jetzt auch weitergeführt.

Nora Hansen: Du bist also so ein bisschen beim Themengebiet geblieben.

Achim Przymusinski: Genau.

Nora Hansen: Gut. Und was machst du denn tatsächlich eigentlich. Also deine Berufsbezeichnung lässt ja schon ein bisschen Einblick geben, aber was muss man sich darunter vorstellen?

Achim Przymusinski: Also wir haben jetzt im Projekthaus Digitalisierung die neuen Themen, die wir versuchen, dort anzugehen. Indem wir die Kompetenz, die man für das Thema Digitalisierung benötigt, bündeln. Und dort mit Demonstrationsprojekten Beispiele aufbaut, um einmal die Technologie zu verstehen, um neue Kompetenzen aufzubauen. Aber auch neue Produkte daraus zu generieren und unseren Kunden da einen Mehrwert zu schaffen.

Nora Hansen: Und habt ihr da so eine Art Innovationslabor oder wie läuft das ab?

Achim Przymusinski: Wir haben zum einen einen Innovationsprozess den wir schon in der ganzen AVL-Gruppe gelebt wird, den wir auch in Regensburg leben, wo wir auch die Mitarbeiter mit einbeziehen. Um neue Ideen aufzubringen, die auch teilweise von den Leuten selbst geboren werden, in Form von Workshops. Die wir dann umsetzen. Beispiel- und Demoprojekte. Die natürlich auch zur Gesamtstrategie passen müssen, des Unternehmens.

Nora Hansen: Das ist klar.

Achim Przymusinski: Das heißt, es werden auch immer wieder Vorgaben und Schwerpunktthemen gegeben, aber daraus entstehen dann auch neue Themen, wie das Thema Digitalisierung zum Beispiel. Wo wir seit zwei Jahren verschiedene Beispielprojekte gestartet haben, auch Initiativen von HR durchgeführt haben, zum Beispiel die KI-Initiative, um gewisse neue Kompetenzen aufzubauen. Und da haben wir jetzt festgestellt, dass es sinnvoll ist, diese Themen wieder zu bündeln und daraus auch ein eigenes Segment oder auch Projekthaus zu gründen, wo wir diese Themen jetzt vorantreiben in Form von Demonstratoren, die wir das letzte halbe Jahr aufgebaut haben.

Digitalisierung ist in alles Munde, da muss man mitziehen

Nora Hansen: Wie kommt man denn generell darauf, sich mit Digitalisierung zu beschäftigen, oder zu spezialisieren? Was war der Schritt, wo ihr gedacht habt „Oh, das sollten wir mal angehen!“?

Achim Przymusinski: Na ich denke mal, Digitalisierung ist in aller Munde.

Nora Hansen: Ja, das ist ein Trendwort.

Achim Przymusinski: Das ist ein Trendwort oder Buzz-Word, wie man neudeutsch dazu sagt, das heißt, wir müssen uns als innovatives Unternehmen dem Thema stellen, um unsere Zukunft abzusichern. Und, wie gesagt: Wir haben verschiedene Projekte gestartet, wir haben das mal als Digital Race bezeichnet. Das heißt, wir haben einmal alle unsere Mitarbeiter befragt: Wer hat Ideen zur Digitalisierung? Was heißt für die Leute Digitalisierung? Und haben dann in Form von Ideen eingesammelt, haben Workshops gestartet, wo sich dann Teams von Mitarbeitern Projekten annehmen konnten. Die wurden dann der Geschäftsführung und dem Innovation Management vorgestellt und daraus haben wir dann Konzept-Projekte definiert, wo dann die Leute auch ein gewisses Budget und Freiraum bekommen haben, um diese Projekte durchzuführen und da haben wir jetzt auch in einigen Projekten sehr gute erste Konzepte und Demonstratoren aufgebaut, die wir jetzt auch nutzen, um daraus dann weitere Kundenprojekte zu bedienen.

Bei AVL kommen die Ideen von den Mitarbeitern und nicht aus der Chefetage

Nora Hansen: Das heißt, ihr habt tatsächlich die Mitarbeiter direkt mit eingebunden und nicht nur in den oberen Abteilungen daran gearbeitet?

Achim Przymusinski: Nein, wir haben die Mitarbeiter direkt eingebunden, weil, die spüren ja Digitalisierung tagtäglich, sind meist auch jüngere Mitarbeiter. Das heißt, die haben ein ganz anderes Verständnis, als vielleicht ältere Herren und Damen und wollen diese Ideen natürlich mit gewinnen und mit generieren. Und zum anderen auch: Wir sind ein sehr internationales Unternehmen, das heißt, wir haben in dem Standort in Regensburg ich glaube 32 Nationen. Das heißt auch, wir können da die Internationalität und die verschiedenen Aspekte, was heißt Digitalisierung eigentlich/ Weltweit, wo wir versuchen, das mit einzubinden. Und daraus dann neue Ideen zu generieren.

Nora Hansen: Klar, das kann man nutzen, wenn da ganz, ganz viele Köpfe aufeinandertreffen.

Achim Przymusinski: Über 40 Nationen, wird mir gerade zugeflüstert.

Nora Hansen: Wow, okay, gut. Das sind nochmal einige mehr. Und ich fand 35 schon ganz beeindruckend. Okay. Und wie macht man das, wenn man jetzt da so einen Haufen Mitarbeiter aus lauter Nationen sitzen hat? Wie sammelt man die Ideen von denen ein? Hat man da irgendwie einen Briefkasten, wo jeder sein Zettelchen reinschmeißt, oder wie habt ihr das angestellt?

Achim Przymusinski: Einmal das Sammeln von Ideen und dass dann halt Leute diskutieren und daraus schauen: Was ist der Nutzen von neuen Projekten? Was könnte das auch für uns bedeuten? Wo passt das in unsere Produkte rein oder wo sind da noch ganz neue Produkte? Und macht das halt ganz klassisch in Form von Brainstorming, Workshops und da dann erste Konzepte definieren. Dann haben wir dementsprechend Budget freigegeben, den Leuten auch den Freiraum gegeben, dass sie diese Projekte auch umsetzen konnten, weil das oftmals ist, dass die Leute gar nicht den Freiraum haben.

Nora Hansen: Ja, das ist wahr.

Achim Przymusinski: Und denen auch die Zeit zu geben, dass sie ihre Ideen umsetzen können und somit auch ihr Baby vorantreiben können.

Nora Hansen: Das heißt, ihr habt denen in ihrer Arbeitszeit ein Fenster geschaffen, indem sie an diesen Projekten arbeiten können?

Achim Przymusinski: Genau. Wir haben quasi eine Projektplanung, wir sind komplett in Projekten organisiert und wir setzen bei uns auch die R&D-Innovationsprojekte als normales Projekt auf, wie ein Kundenprojekt auch. Und das fließt dann in die Gesamtplanung mit ein und somit können wir diese Mittel bereitstellen.

Nora Hansen: Denkst du, das ist ein großer Faktor, dass ihr an solchen Projekten arbeitet und dass ihr auch so innovative Arbeit machen könnt?

Achim Przymusinski: Ich glaube, es ist schon wichtig, um genau diese Ressourcenplanung zu machen. Auch den Leuten die Möglichkeit zu geben, gewisse Freiräume zu haben. Natürlich hat ein Kundenprojekt immer Vorrang und es wird dann durchaus wieder ein bisschen umpriorisiert. Aber man hat eine Basis-Planung, an der man sich orientieren kann.

Nora Hansen: Okay. Und was genau ist deine Aufgabe dabei?

Achim Przymusinski: Meine Aufgabe dabei ist es, aus dem Thema Digitalisierung neue Ideen mit zu entwickeln, auch in Abstimmung mit der AVL-Gruppe, also mit unseren anderen Standorten. Und diese Demonstratoren mit aufzubauen und daraus auch dann Kundenprojekte zu definieren. Und auch neue Kompetenzen aufzubauen, die wir jetzt vielleicht im Unternehmen noch nicht haben, wo wir dann zusammen schauen, welche Kompetenzen fehlen uns noch? Und bauen die dann auf. Oder auch dann mit Partnerunternehmen oder Universitäten, wo wir Demonstratoren aufgebaut haben, die wir dann halt nicht alleine machen, sondern mit Start-Ups oder in Verbindung mit Universitäten.

Das hat sich mit dem Geschäftsfeld der Digitalisierung bei AVL getan

Nora Hansen: Ja, das kann sehr hilfreich sein. Darauf komme ich gleich zurück. Jetzt kam mir aber noch die Frage: Was genau stellt ihr jetzt mit diesem neuen Feld Digitalisierung an? Also: Was hat sich dadurch bei euch geändert? Ist das nur intern, oder bietet ihr jetzt dadurch ganz andere Sachen an, oder wie ist das?

Achim Przymusinski: Wir bieten da jetzt schon auch ganz neue Dienstleistungen für unsere Kunden an, um quasi unsere Kunden im Engineering zu unterstützen. Als Beispiel irgendwelche Sensordaten aus dem Fahrzeug über eine gesicherte Kommunikation in ein Daten-Backend zu speichern, die Daten anzuzeigen über eine Front-End-Applikation, aber diese Daten auch in Datenbanken zu speichern und daraus dann Analysen durchzuführen und daraus dann das Gesamtsystem wieder zu optimieren. Oder individuelle Parameter für die einzelnen Komponenten wieder zurück zu spielen, das ist das System. Dass man dadurch einen geschlossenen Kreislauf erzeugen kann.

Nora Hansen: Ja, ich denke, das ist ja auch ganz wichtig, dass man solche Themen jetzt angeht und vor allem auch immer neue Themenfelder mit reinbringt, oder? Das hält das Unternehmen ja am Laufen, irgendwie.

Achim Przymusinski: Richtig. Neue Ideen und vielleicht auch neue Geschäftsmodelle daraus zu generieren.

Mehrere Kluge Köpfe zusammen entwickeln bessere Ideen als einer

Nora Hansen: Jetzt hast du gerade gesagt, ihr arbeitet mit Unternehmen und Start-Ups zusammen. Wie läuft das ab?

Achim Przymusinski: Zum einen, dass wir über gemeinsame Förderprojekte Technologien entwickeln, mit anderen Industrie-Partnern. Dass wir aber auch verschiedene Kooperationen mit verschiedenen Universitäten haben, wo wir Themen dann gemeinsam vorantreiben oder auch mit dem ein oder anderen Start-Up, wo wir versuchen, Themen gemeinsam voranzutreiben, um dann letztendlich für beide Seiten einen Nutzen daraus zu ziehen.

Nora Hansen: Was könnte denn euer Nutzen daraus sein?

Achim Przymusinski: Na unser Nutzen könnte sein, dass wir schneller an neue Technologien oder Kompetenzen herankommen. Umgekehrt könnte es vielleicht für ein Start-Up der Nutzen sein dadurch, dass wir weltweit aufgestellt sind, dass wir denen dadurch einen anderen Zugang zu Kunden geben können.

Nora Hansen: Auf jeden Fall, klar. Okay. Und was waren so Projekte in der Vergangenheit, wo ihr mit Start-Ups zusammengearbeitet habt? Kannst du mir da ein Beispiel nennen?

Achim Przymusinski: Naja, wir sind jetzt im Bereich der virtuellen Realität unterwegs, wo wir da in dem Themengebiet zum Beispiel zusammenarbeiten.

Nora Hansen: Und kommen dann die Studenten zu euch oder habt ihr da auch Workshops? Oder wie genau wird das gemacht?

Achim Przymusinski: Das ist unterschiedlich. Also manchmal arbeiten wir da relativ autark, wo man sich dann nur lose in Projektmeetings trifft. Manchmal auch arbeiten wir dann zusammen, wo wir dann einen Tag zusammen Themen vorantreibt. Das haben wir auch im Rahmen der Digitalisierung gemacht, wo wir zwei eigene Projektbüros eingerichtet haben, wir nennen die DigiSpace. Wo dann die verschiedenen Projektteams aus den verschiedenen Kompetenzen, aber auch intern für uns, die Leute in einem Raum zusammen, konzentriert an einem Thema arbeiten. Und da die Themen entsprechend dann vorantreiben können, aber können dann auch die ein oder anderen Studenten mit eingebunden werden.

Nora Hansen: Die Studenten alleine reichen vermutlich nicht, oder? Da braucht man vermutlich noch jemanden aus dem Team, der da schon ein bisschen länger mit drin ist, oder vertraut ihr wirklich ganz darauf, dass die Studenten da ihre neuen Ideen da mit hineinbringen und vielleicht auch sich die Kompetenzen erarbeiten?

Achim Przymusinski: Nicht nur, dass die Studenten neue Idee mit hineinbringen, aber auf der anderen Seite auch die Universitäten oder Professoren, dass wir mit denen auch langfristig zusammenarbeiten können, dass die auch einen gewissen Background mit reinbringen.

Nora Hansen: Ach, die sind auch mit einbezogen, okay.

Achim Przymusinski: Quasi nicht nur, dass ein Student da ist, sondern dass man eine gewisse Stabilität zu einem Lehrstuhl zum Beispiel hat.

Nora Hansen: Okay, was sind das für Lehrstühle, die euch da behilflich sind?

Achim Przymusinski: Wo es verschiedene sind/ An der Uni Regensburg, mit der wir zusammenarbeiten, dann auch an der Universität Kiel. Das ist auch nochmal eine Ecke weiter, wo wir auch im Bereich Maritim zusammenarbeiten. Aber es liegt nahe, da wir in Regensburg nur Flüsse haben und in Kiel dann doch das Meer ist.

Nora Hansen: Okay. Und du hast ganz am Anfang gesagt, bei euch ist der personelle Aspekt ganz wichtig. Ihr seid natürlich jetzt ganz gut dabei, auf der Innovationswelle, wenn wir bei der Maritim-Metapher bleiben. Aber was macht euch da so besonders? Wie unterscheidet ihr euch da von anderen Unternehmen?

Achim Przymusinski: Ja, gut, wir haben versucht, eine Vision zu definieren und daraus abgeleitet auch Werte aufzusetzen, die wir im Unternehmen leben und die aber auch dann für die Innovationsprojekte gültig sind. Und da versuchen wir einfach über die Werte die Themen voranzutreiben, sodass wir die Mitarbeiter mit einbinden können und auch da offenes Feedback geben können. Bei manchen Ideen merkt man auch nach einer gewissen Konzeptphase, das war nichts, passiert auch mal. Wo man dann auch entsprechend sagt: Okay, man lässt das Projekt jetzt sein und konzentriert sich auf andere Themen.

Die Werte von AVL – auch hier haben die Mitarbeiter ihre Finger mit im Spiel

Nora Hansen: Würdest du mir eure Werte mal nennen?

Achim Przymusinski: Ich kann die unsere Werte nennen, die sind auf Englisch. Wie gesagt, wir sind ein internationales Unternehmen. Das wäre einmal care. Mit dem Untertitel „I care for you and me.“. Als Wert. Dann Openness, also Offenheit. Und „I live Diversity.“, also auch diese Vielfalt in der Kommunikation und Offenheit, die wir pflegen. Dann Passion, ich denke ganz wichtig, dass diese Leidenschaft des Unternehmens auch der Mitarbeiter vorantreibt. Dann Respectful Communication, in beide Richtungen, wo wir immer offene Ohren haben, offene Türen haben. Um das Thema Kommunikation zu machen, machen wir auch sehr viel, wo wir transparent zu den Mitarbeitern sind, über das Unternehmen, aber auch Tech Boards im Bereich Innovation oder vom Unternehmen, um die Leute zu informieren: Wo stehen wir mit dem Unternehmen? Um denen Informationen zu geben. Und das nächste ist trust. „I trust you.“, also das ist quasi wirklich auch, dass wir den Mitarbeitern vertrauen und uns im gesamten Unternehmen vertrauen, wir geben auch Vertrauen, dass sie ihre Ideen geben und entsprechend vorantreiben.

Nora Hansen: Ja. Ich muss sagen, das klingt ganz schön modern, was die Werte angeht.

Achim Przymusinski: Wir haben uns Mühe gegeben und das war auch ein gewisser Prozess, die so zu definieren.

Nora Hansen: Habt ihr die leicht ins Unternehmen integriert bekommen, oder wart ihr früher auch ein Unternehmen, das ganz anders gearbeitet hat und musstet das langsam, Stückchen für Stückchen, einführen?

Achim Przymusinski: Nein, wir hatten schon von Anfang an das Thema Werte. Das ist auch innerhalb der AVL-Gruppe ein wichtiges Thema, wo wir es aber nochmal vor zwei Jahren mit der Neugründung aufgenommen haben, überarbeitet haben. Und dementsprechend auch nochmal ein bisschen neu.

Nora Hansen: Wer hat denn eure Werte aufgestellt, also wie kamen die ins Unternehmen? Hat sich die irgendwer von den Chefs überlegt, weil er gemerkt hat, das Arbeitsklima funktioniert nicht so ganz? Oder woher kamen die?

Achim Przymusinski: Na, die Werte kamen von den Mitarbeitern selbst, da haben wir auch einen großen Workshop gemacht, das heißt, wir haben alle Mitarbeiter eingeladen und haben auch wieder das System in Regensburg genutzt, weil wir nicht so große Räumlichkeiten haben. Wir haben einen großen Hörsaal angemietet für einen Tag und haben dann dort die Mitarbeiter in der Entstehung der Werte mit eingebunden. Das heißt, wir haben quasi mit Zweierpärchen angefangen, die quasi sich vorstellen konnten, was ist ihnen wichtig, was sind ihre Werte. Und haben das dann quasi über den ganzen Tag kaskadenförmig durchgezogen. Bis dann am Ende diese fünf Werte kamen und die kamen wirklich basierend auf den Mitarbeitern, die diese Werte mitentwickelt haben und die wir gemeinsam mit den Mitarbeitern in dieser Form definiert haben.

Nora Hansen: Wow, ich muss sagen, ich bin gerade doch ein bisschen beeindruckt. Und wenn ihr Werte habt, die vor allen Dingen von den Mitarbeitern aus aufgestellt wurden: Habt ihr dann eher flache Hierarchien oder ist das trotzdem dieses ganz klassische „Vorgesetzter und Angestellter“?

Achim Przymusinski: Na, wir haben schon flache Hierarchien und haben wie gesagt auch offene Türen, das heißt, jeder kann mit jedem kommunizieren, die Türen unserer Geschäftsführung sind offen, wo jeder auch unabhängig von der Hierarchie auch dort vorbeikommen kann. Und das gilt eigentlich für das ganze Unternehmen. Am Ende hat man Hierarchien.

Nora Hansen: Die sind irgendwo auch nötig, genau.

Achim Przymusinski: Aber wir haben diese offene Kommunikation, auch offene Türen, wo jeder eigentlich mit jedem kommunizieren kann.

Nora Hansen: Ja, ich glaube, das ist spannend und wie du auch eben schon gesagt hast: Das ist im Bereich Innovation echt praktisch, wenn das so ist.

Achim Przymusinski: Genau. Es hilft auch, dass die Mitarbeiter sich trauen, Themen anzusprechen, neue Ideen auch einzubringen. Man kann auch nicht jedes Thema umsetzen, wir müssen es auch immer noch an die Strategie anpassen, aber man kann auch durch neue Ideen die Strategie letztendlich anpassen. Das ist auch das, was wir im Bereich der Digitalisierung in gewisser Weise gemacht haben, wobei wir mit verschiedenen Themen gestartet haben, die gesammelt haben, Projekte umgesetzt haben und die jetzt wieder gebündelt haben in das Projekthaus Digitalisierung strukturiert zu gehen und mit höherer Dynamik und Geschwindigkeit die Themen vielleicht umzusetzen.

An Kreativität und der Produktion von Ideen mangelt es den Mitarbeitern von AVL nicht

Nora Hansen: Ist es denn tatsächlich so, dass genügend Mitarbeiter von selber kommen und Ideen haben? Oder muss man die so ein bisschen rauskitzeln?

Achim Przymusinski: Na, ich glaube, von den Ideen her mangelt es nicht. Die meisten sprengen dann doch das Budget, also da muss man da schon nochmal strukturieren, aber ich glaube, mangelnde Ideen hat man nicht, das ist dann doch eher die Priorisierung. Und das Mapping dann zur Strategie und zu den Road-Maps, von den einzelnen Partizipanten.

Nora Hansen: Wie entscheidet ihr denn, was genommen wird und was nicht?

Achim Przymusinski: Na es wird letztendlich definiert von den Mitarbeitern. Es gibt gewisse strategische Vorgaben, Schwerpunktthemen, wo wir besonders investieren möchten. Und dann wird das halt in einem interaktiven Prozess gemapped, wo man einfach dann die Themen versucht zu bündeln, auch zu kombinieren. Wenn verschiedene Ideen in die gleiche Richtung gehen. Zu sagen: Daraus machen wir ein übergreifendes Projekt oder entsprechend dann halt priorisiert in Abstimmung mit der Geschäftsführung, oder auch den anderen Verantwortlichen im Unternehmen.

Nora Hansen: Das heißt, es fällt schon wieder auf die Mitarbeiter zurück!?

Achim Przymusinski: Naja, es ist eine Kombination aus Mitarbeitern und dann strategischen Definitionen.

Nora Hansen: Wie viel Zeit in der Woche oder im Monat haben die Mitarbeiter denn für sowas? Also Innovation ist ja vermutlich nicht das einzige, an dem sie arbeiten müssen oder sollten.

Achim Przymusinski: Also das kann man schwer sagen, wie viele Stunden sind es jetzt wirklich? Man kann ungefähr sagen, wir investieren zehn Prozent von unserem Umsatz in eigene Forschungsprojekte. Wenn man das runterrechnet, dann sind es zehn Prozent der Arbeitszeit. Das gilt natürlich nicht für alle, das ist ein Schnitt, für manche mehr, für manche weniger. Je nachdem, wie gerade die Situation ausschaut oder welche anderen aktuellen Projekte wir aufgesetzt haben.

Nora Hansen: Und wenn beschlossen wurde, dass so ein Projekt angegangen wird: Wie geht es weiter?

Achim Przymusinski: Es wird ein Projektleiter definiert, der das Ganze vorantreibt und es wird wie gesagt bei uns intern behandelt wie ein Kundenprojekt. Das heißt, es gibt auch ein Reporting oder review, wo wir alle Vierteljahre uns den Projektstatus anschauen, von den R&D-Projekten: Wie ist der Projektfortschritt? Gibt es Themen, die neu aufgekommen sind? Muss man das Ziel umdefinieren, weil man doch nicht weiß/ Man weiß schon, was ist das Ziel. Aber auf dem Weg dahin muss man auch mal Korrekturen durchführen oder mal ein neues Konzept ausprobieren, wo man das dann diskutiert oder das Projekt auch monitored. Und dementsprechend dann auch während des Projektverlaufes entscheidet, wo Entscheidungen zu treffen sind.

Nora Hansen: Und was macht ihr, wenn ihr feststellt: „Oh, irgendwie sind wir da jetzt in einer Sackgasse angekommen.“?

Achim Przymusinski: Dann hören wir auf und wissen, dass es so nicht geht, was auch ganz gut und wichtig ist. Entweder, dass wir das komplette Themengebiet dann sein lassen, weil wir sehen, das war eine Schnapsidee. Oder halt versuchen, einen anderen Konzeptor/ Mit einem anderen Ansatz das zu lösen.

Nora Hansen: Ja. Und denkst du, dass solche Fehler oder einfach Wege, die am Anfang nicht funktionieren, teilweise auch ganz hilfreich sein können, weil man die Idee dann vielleicht noch weiter ausreifen lässt?

Achim Przymusinski: Ja, zum einen lernt man daraus sehr viel, wenn man weiß, es geht so nicht. Wenn wir dann Themen in Kundenprojekten umsetzen, wo man dann zumindest auch dem Kunden den Mehrwert geben können, dass wir sagen können „Wir haben das so schon mal probiert und das ist nicht die Empfehlung, das so umzusetzen.“. Also man lernt schon sehr viel daraus.

Die neu entwickelten Produkte bleiben nicht nur intern, sondern kommen auf den Markt

Nora Hansen: Das heißt, wenn ihr jetzt eine Idee oder ein neues Projekt entwickelt: Wie hat das dann nachher Effekte auf die Kunden? Also wie wird das dann wirklich auf den Markt gebracht oder was können Beispiel-Projekte sein, die ihr schon am Kunden angewandt habt?

Achim Przymusinski: Wir haben verschiedene Beispiel-Projekte im Bereich Elektromobilität. Zum Beispiel Batteriesysteme oder auch Leistungselektronik, E-Maschinen, wo wir einen gewissen Stand entwickeln und diesen dann als Basis nehmen, um daraus kundenspezifische Lösungen abzuleiten. Wo wir zum Beispiel Leistungselektronik entwickelt haben auf 1200 Volt Basis, haben auch ein Versuchsfahrzeug aufgebaut, das war das erste E-Fahrzeug, das die 800-Volt-Technologie integriert hatte, vor sieben oder acht Jahren. Und haben daraus dann zum Beispiel Leistungselektronik in verschiedenen Kundenprojekten abgeleitet, die jetzt zum Teil in Serie sind.

Nora Hansen: Okay, ja gut. Das heißt, das sind gar nicht mal Strukturen, die ihr dann innerhalb verändert, sondern wirkliche Projekte und auch irgendwelche Dinge, die man sozusagen verkaufen kann.

Achim Przymusinski: Genau, das sind Projekte, die diese Reife haben. Aber jeder Kunde möchte immer seine eigenen Themen durchhaben, wir haben da eine Plattform, die wir nutzen können, um daraus eine kundenspezifische Lösung abzuleiten.

Nora Hansen: Das heißt, ihr müsst auch so ein bisschen mit dem Kunden Innovationsarbeit betreiben?

Achim Przymusinski: Ja, sehr viele unserer Kundenprojekte sind auch Innovationsprojekte. Aber es ist eine Mischung. Klar, wir müssen auch schauen: Was braucht der Kunde oder was braucht der Markt. Und daraus abzuleiten: Was sind denn unsere zukünftigen internen R&D-Themen?

Hat Innovation auch Schattenseiten?

Nora Hansen: Siehst du auch Nachteile darin, dass bei euch so viel innoviert wird?

Achim Przymusinski: Nachteile würde ich jetzt nicht sehen.

Nora Hansen: Schwierigkeiten?

Achim Przymusinski: Na. Schwierigkeiten schon, weil die Mitarbeiter gerne in Innovationsprojekten arbeiten und nicht in den Kundenprojekten. Das ist zwischendurch immer wieder eine Balance, die man finden muss.

Nora Hansen: Wie kriegt man das hin, diese Balance zu schaffen? Wie motiviert man seine Mitarbeiter dann dazu, auch an den Kundenprojekten zu arbeiten und nicht nur die ganze Zeit sich neue Ideen auszudenken?

Achim Przymusinski: Ja, gut, das ist einmal, dass die Mitarbeiter ihre Ideen dann auch in Kundenprojekte umsetzen können und dann das Thema bis zum Ende bringen können, was auch immer eine gute Erfahrung ist.

Nora Hansen: Gut, da hat man das Kundenprojekt schon mit eingeschlossen.

Achim Przymusinski: Aber dann auch versucht, das wechselseitig zu machen, dass wenn gute Ideen sind, auch Leute, die in Kundenprojekten arbeiten, auch mal das R6D-Projekt machen können.

Nora Hansen: Ja. Sonst wird es ein bisschen einseitig, für den jeweiligen Mitarbeiter.

Achim Przymusinski: Genau.

Gute Innovationsarbeit kann einen Marktvorteil verschaffen

Nora Hansen: Genau. Und ihr macht ja jetzt extrem viel mit der Innovationsarbeit. Denkst du, das hebt euch gegenüber anderen Unternehmen ab und verschafft euch vielleicht einen Vorteil?

Achim Przymusinski: Ich denke schon, dass es uns einen Vorteil verschafft, weil wir verschiedene Plattformen entwickeln, die wir nutzen können, für die Kundenprojekte. Wir bauen auch innerhalb der Plattformen Know-How auf, gerade für junge Mitarbeiter, dass die quasi auch schon mal mehr wissen, die Thematik näher betrachten können und tiefer im Thema drin sind und dadurch auch effizienter an den Kundenprojekten mitarbeiten können.

Nora Hansen: Was genau sind das für Plattformen?

Achim Przymusinski: Das sind, wie ich schon gesagt habe, einmal Batterietechnologiesysteme, E-Mobilität, all das für autonomes Fahren, wo wir jetzt eine Plattform aufbauen. Aber auch Softwareplattformen aktivieren, die man stellenweise für die Digitalisierung nutzen kann, um, wie vorhin schon erwähnt, Daten zu sammeln, zu speichern und strukturiert abzulegen. Um das dann als Basis zu nehmen für weitere Analysen und Optimierungen.

Nora Hansen: Das heißt, jeder Mitarbeiter hat sozusagen Zugriff auf eine große Datenbank und kann sich da seine Information rausholen.

Achim Przymusinski: Ja.

Nora Hansen: Okay. Aber wenn ihr jetzt schon so viel macht in dem Bereich: Gibt es dann überhaupt noch in der Zukunft irgendwas, wie man das steigern kann? Also viel innovativer kann man doch schon fast gar nicht mehr werden, oder?

Achim Przymusinski: Naja, das ist schon relativ viel, was wir machen. Man muss vielleicht noch zielgerichteter die Themen vorantreiben und wie wir sehen: Wo sind neue Themen? Das ist die Herausforderung, dass immer schneller neue Themen kommen werden, neue Technologien kommen werden, dass man da halt die richtigen Technologien identifiziert. Und auch in der Methodik, in der Entwicklungsmethodik, wo sehr viel vorangeht, um effizienter und schneller zu entwickelt, wo wir uns auch sehr stark mit beschäftigen/ Dass man dort halt dementsprechend schaut, was sind die Trends? Und dann abzuwägen: Macht dieser Trend Sinn für uns oder auch nicht?

Bei AVL werden die Produkte erstmal mithilfe von Simulation auf Herz und Nieren getestet

Nora Hansen: Was sind denn die Methodiken, mit denen ihr genau arbeitet? Also du hast eben mal das Brainstorming und die Mind-Maps erwähnt. Womit kann man noch arbeiten?

Achim Przymusinski: Gut, das sind letztendlich einmal die Prozesse, um Innovation voranzutreiben, dann aber auch Entwicklungsprozesse und Entwicklungsmethodik: Wie kann ich mit Hilfe von Simulationen Themen schon vorab prüfen, bevor ich ein reales Objekt habe. Dass wir da auch eine entsprechende Plattform haben, innerhalb der AVL-Gruppe. Und dort halt schneller und effizienter zu entwickeln, oder auch verschiedene Konzepte mal parallel zu vergleichen, um dort halt Konzeptentscheider voranzutreiben und dann basierend auf Simulationen das dementsprechend ausarbeitet.

Nora Hansen: Vor allen Dingen kann man mit Simulation ja auch vermeiden, dass man etwas entwickelt, was vielleicht letztendlich gar nicht funktioniert, oder?

Achim Przymusinski: Genau. Oder man kann es wenigstens absichern, dass die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass es nicht funktioniert.

Scheitert AVL auch mal – trotz Simulationen und Absicherung im Vorhinein?

Nora Hansen: Hattet ihr schon ein Projekt, dass ihr dann auf den Markt gebracht habt, wofür dann aber letztendlich gar kein Markt da war?

Achim Przymusinski: Woah, gute Frage.

Nora Hansen: Das klingt jetzt alles nur so positiv. Aber vielleicht muss es ja auch mal ein paar Fehler geben.

Achim Przymusinski: Klar, wir haben schon auch Themen identifiziert, wo wir gesagt haben, wir gehen in eine neue Richtung. Wo wir dann nach einem halben Jahr gemerkt haben: Das macht keinen Sinn. Und haben es auch wieder sein lassen. Da gibt es schon Beispiele, wo wir auch investiert haben und dann gesagt haben „Es ist kein Markt da.“. Oder es ist doch nicht das richtige für uns. Wo wir Themen auch wiedereingestellt haben.

Nora Hansen: Und nochmal zurück zu den Mitarbeitern: Wenn die auf ihre Ideen kommen, kommen die einfach irgendwie so auf die Ideen, weil ihnen in der täglichen Arbeit auffällt „Oh, in dem Feld haben wir vielleicht noch gar nichts in die Richtung.“, oder macht ihr aktiv Trend- und Marktforschung, um zielgerichtet zu innovieren?

Achim Przymusinski: Das ist eine Mischung. Wir schauen uns natürlich schon den Markt an: Was brauchen unsere Kunden? Wir haben auch einen Innovationsprozess, wo wir einmal im Jahr die Themen sammeln, um für das nächste Jahr zu planen. Aber es ist auch umgekehrt jederzeit möglich, wo der Mitarbeiter oder Leute Ideen haben/ Wo wir auch unter dem Jahr neue Projekte starten können, da halten wir auch immer ein Budget dafür vor, dass wir auch in der Planung ein gewisses Budget haben. Dass wir ein gewisses Geld freigeben können, um gewisse Konzeptuntersuchungen durchzuführen.

Nora Hansen: Kann man denn tatsächlich schon am Ende eines alten Jahres für das neue Jahr vorplanen?

Achim Przymusinski: Nein, kann man nicht.

Nora Hansen: Kann man doch nicht!?

Achim Przymusinski: Kann man sicherlich nicht zu hundert Prozent, aber es ist schon mal gut, wenn man eine Basisplanung hat, wo die Reise hingeht.

Nora Hansen: Ja. Okay. Jetzt hatten wir die Mitarbeiter und ganz viel aus der Sicht der Mitarbeiter. Jetzt hätte ich aber mal ganz gerne deine Sicht auf die Innovation. Wie kommst du damit klar, dass jeden Tag so viele neue Ideen kommen? Ist das nicht auch ein bisschen überfordernd, wenn man ständig an neuen Themen arbeitet und ständig in die Zukunft blicken muss? Und gar nicht so richtig zur Ruhe kommt?

Achim Przymusinski: Na, es macht Spaß zu arbeiten, bisher ist es noch nicht überfordernd. Und wir haben ja auch ein Team an Leuten, die da quasi mit mitarbeiten. Das Unternehmen ist ja nicht an eine Person gebündelt, sondern es sind ja die verschiedenen Themenbereiche, Themenverantwortlichen, die dann für ihre Bereiche Themen auch bündeln und strukturieren. Also dass das dann nicht alles an einer Person dann hängenbleibt.

Nora Hansen: Das heißt, du kriegst gar nicht so viel von der Flut ab, sondern jeder hat so ein bisschen sein Häppchen.

Achim Przymusinski: Genau.

Das DigiSpace – ein Erfolgserlebnis aus der ersten Jahreshälfte

Nora Hansen: Habt ihr irgendwas, das dieses Jahr schon besonders erfolgreich war? Ein Erfolgserlebnis?

Achim Przymusinski: Die Eröffnung von diesem DigiSpace, den wir gerade planen, diese Digitalisierungslabore, die wir jetzt geschaffen haben, mit Demonstratoren. Dort haben wir verschiedene Demonstratoren aufgebaut zum Thema Digitalisierung, also wo wir einfach darstellen, wie verschiedene Anwendungen zusammen Daten verarbeiten, mit verschiedenen Technologiebausteinen auch, mit verschiedenen Lösungsansätzen. Das werden wir jetzt einweihen, dieses Labor. Um das als Basis zu nehmen für zukünftige Innovationen im Bereich Digitalisierung.

Nora Hansen: Erklär mir mal, was man genau in diesen Laboren macht.

Achim Przymusinski: In den Laboren macht man eigentlich nicht viel, das sind einfach Projekträume, die wir eingerichtet haben. Und da können die Mitarbeiter sich/ Einsperren wäre jetzt vielleicht zu viel gesagt, aber wo wir einfach die verschiedenen Kompetenzen gerade im Bereich der Digitalisierung/ Das braucht auch sehr viele Kompetenzen, wo auch ganz viele verschiedene Köpfe sind/ Sodass die auch die Zeit haben, sich wirklich komplett aus ihrem Tagesgeschäft heraus ein, zwei Tage in Ruhe an dem Projekt zu arbeiten, es durchzuziehen und da dann konzentriert zu arbeiten. Und das haben wir jetzt schon teilweise umgesetzt und ich glaube/ Einmal macht es den Leuten Spaß, da gemeinsam in einem anderen Raum mal zu arbeiten, außer am Schreibtisch. Und wir sehen auch schon, dass eine gewisse Effizienz da ist in der Umsetzung der Projekte.

Nora Hansen: Ja, ich alleine merke schon dadurch, dass wir jetzt mit dem Büro umgezogen sind und ich in einem neuen Büro sitze, dass ich wesentlich motivierter bin.  Das kann ich mir gut vorstellen, dass da dann wieder ein bisschen mehr zustande kommt.

Achim Przymusinski: Richtig.

Nora Hansen: Okay, gut. Hast du mir noch irgendwas Wichtiges hinzuzufügen, worüber wir noch nicht geredet haben?

Achim Przymusinski: Nein, aus meiner Sicht eigentlich nicht.

Nora Hansen: Ich habe auch das Gefühl, dass wir eigentlich alle Themen ziemlich gut bearbeitet haben. Wenn wir jetzt Hörer haben, die sich dafür interessieren und so ein bisschen was von euren Innovationen mitkriegen wollen: Kann man das irgendwo einsehen? Kann man irgendwelche neuen Innovationen bei euch irgendwo nachlesen oder sowas?

Achim Przymusinski: Also wir haben zum einen eine Homepage, wo man Sachen nachlesen kann. Wir haben auch einen LinkedIn-Account, wo wir immer Sachen posten. Und da kann man folgen, man wird dann informiert über neue Themen.

Nora Hansen: Gut, wer die Digitalisierung betreibt, sollte natürlich auch im digitalen Netz da sein.

Achim Przymusinski: Genau, richtig.

Nora Hansen: Gut. Ich danke dir für deine Zeit und für die Beantwortung all der Fragen.

Achim Przymusinski: Vielen Dank!

Nora Hansen: Und wünsche dir in dem Fall dann später noch eine gute Heimreise. Oder bleibt ihr noch ein bisschen?

Achim Przymusinski: Nein, wir fahren dann wieder zurück nach Regensburg.

Nora Hansen: Oh, was für ein Aufwand für so eine Folge. Vielen Dank fürs Zuhören. Wir hoffen sehr, dass euch diese Folge gefallen hat. Wenn ja, dann lasst uns gerne eine Bewertung bei iTunes da und teilt den Podcast. Wir freuen uns über jegliche Unterstützung. Mehr Infos zum Podcast und über uns findet ihr auf Gründerschiff.de oder über Facebook. Bis zum nächsten Mal.