Kleinunternehmerregelung – Die 7 häufigsten Fragen

Kleinunternehmerregelung

Unternehmer mit geringem Einkommen erhalten vom Gesetzgeber einige Erleichterungen. Sie müssen keine
Umsatzsteuer an den Fiskus abführen und benötigen bei der Buchhaltung nur die vereinfachte Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Doch unter welchen Umständen und wo kann ich die Kleinunternehmerregelung beantragen?

Wir beantworten folgende 7 Fragen:


1) Wo kann ich die Kleinunternehmerregelung beantragen?

2) Welche Kriterien muss ich für die Kleinunternehmerregelung erfüllen?

3) Wann fällt die Kleinunternehmerregelung weg?

4) Kann ich auf die Kleinunternehmerregelung verzichten?

5) Welche Steuern muss ich als Kleinunternehmer bezahlen?

6) Welche Steuererklärung muss ich als Kleinunternehmer machen?

7) Welche Anlagen sind für Kleinunternehmer wichtig?


1) Wo kann ich die Kleinunternehmerregelung beantragen?

Sie erhalten bei Ihrem Finanzamt als Gründer einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Sollten Sie Gewerbetreibender sein, erhalten Sie auf postalischem Weg den Bogen in der Regel etwas später zugeschickt. Im gelieferten Formular haben Sie die Möglichkeit, in Zeile 7.3 anzukreuzen, dass Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen möchten.
Wenn Sie Freiberufler sind oder bereits selbstständiger Unternehmer, müssen Sie sich bei Ihrem Finanzamt melden. Sofern Sie die Kriterien erfüllen, ist eine spätere Beantragung ohne Probleme möglich. Dafür reicht es, wenn Sie in einem formlosen Schreiben dem Finanzamt mitteilen, dass Sie die Kleinunternehmerregelung beanspruchen.


2) Welche Kriterien muss ich für die Kleinunternehmerregelung erfüllen?

Ob als Einzelunternehmer beziehungsweise Freiberufler oder in Teams mit den Rechtsformen GbR oder einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft – alle können die Kleinunternehmerregelung beim Finanzamt beantragen. Wichtigstes Kriterium ist dabei der maximale Nettoumsatz von höchstens 17.500 Euro im Gründungsjahr. Danach ist eine jährliche Auswertung des vergangenen sowie eine Prognose des zukünftigen Kalenderjahres notwendig.

Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Tipp: Damit Sie auch nach der Gründung als Kleinunternehmer tätig sein dürfen, müssen zwei Dinge erfüllt werden:

  • Im vorangegangenen Kalenderjahr überstieg Ihr Umsatz nicht die Grenze von 17.500 Euro.
  • Im laufenden Kalenderjahr nehmen Sie nicht mehr als 50.000 Euro ein.

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3) Wann fällt die Kleinunternehmerregelung weg?

Wenn Ihre Prognose zum Jahresbeginn Einnahmen von unter 50.000 Euro ergab und Sie im späteren Verlauf die Grenze
doch überschreiten, müssen Sie im kommenden Jahr in Ihren Rechnungen die Umsatzsteuer ausweisen und diese im Rahmen der Umsatzsteuer-Voranmeldung an das Finanzamt abführen.

Wer einen größeren Umsatz als 17.500 € im Jahr verzeichnet, ist außerdem in den folgenden zwei Jahren kein Kleinunternehmer mehr. Dabei wird nicht berücksichtigt, ob Sie in den kommenden Monaten weiter wachsende
oder sinkende Einnahmen haben. Erst nach zwei Jahren können Sie sich wieder als Kleinunternehmer anmelden
und müssen entsprechend keine Umsatzsteuer an den Fiskus abführen. Bedenken Sie, dass Sie mit der Kleinunternehmerregelung keinen Abzug von Vorsteuern geltend machen können. Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Empfehlung: Damit Ihre Finanzen stehts im Überblick sind, gibt es hier ein Tutorial, wie Sie Rechnungen richtig schreiben: „Wie schreibe ich eine Rechnung richtig?“.

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4) Kann ich auf die Kleinunternehmerregelung verzichten?

Auch wenn Sie die Kriterien als Kleinunternehmer erfüllen, können Sie auf eine Beantragung verzichten. Hiervon profitieren besonders Unternehmen mit geringen Einnahmen und hohen Kosten. In diesem Fall wäre es Ihnen möglich,
die Vorsteuer aus den Rechnungen Ihrer Lieferanten abzuziehen.Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Tipp: Der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung ist für fünf Jahre bindend.
Erst nach Ablauf dieser Zeit können Sie einen neuen Antrag auf Inanspruchnahme stellen.

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5) Welche Steuern muss ich als Kleinunternehmer bezahlen?

Sie können hauptberuflich oder nebenberuflich als Kleinunternehmer tätig sein und profitieren dabei, dass Sie von
der Umsatzsteuer befreit sind. Besteuert werden Kleinunternehmer aber wie Angestellte und Unternehmer über die Einkommensteuer. Im vergangenen Jahr belief sich der Freibetrag für Alleinstehende auf 8.472 € und für Ehepaare
auf 16.944 €. Sofern Ihr Gewinn entsprechend über der zutreffenden Grenze liegt, müssen Sie auf jeden weiteren Euro Steuern zahlen.


6) Welche Steuererklärung muss ich als Kleinunternehmer machen?

Auch wenn Sie von der Umsatzsteuer befreit sind, müssen Sie bei der Umsatzsteuererklärung bestätigen, dass Sie im betreffenden Jahr die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen haben. Dabei ist wichtig, dass keinem Ihrer Kunden eine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt wurde. Sofern Sie doch von einem Kunden die Umsatzsteuer eingenommen haben, müssen Sie diese abführen.

Für die Ermittlung Ihrer Einkommenssteuer werden ihre Gewinne im vergangenen Jahr erfasst. Dafür reicht es,
wenn Sie diese formlos zusammenrechnen. Entsprechend bilden Sie zum einen die Summe aus allen Einnahmen und subtrahieren davon Ihre Ausgaben. Wenn Ihre Einnahmen größer als Ihre Ausgaben sind und den Steuerfreibetrag übersteigen, müssen Sie Einkommenssteuer bezahlen.


7) Welche Anlagen sind für Kleinunternehmer wichtig?

Für Unternehmer und Gewerbetreibende ist die Anlage S (Selbstständige und Freiberufler) sowie die Anlage G (Gewerbetreibende) wichtig. Wer die Bedingungen als Kleinunternehmer erfüllt, benötigt lediglich die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zur Ermittlung des erzielten Gewinns.

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Empfehlung: Sie möchten gerne auf Nummer Sicher gehen und wissen, ob Sie die Kriterien für die Kleinunternehmerregelung erfüllen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir freuen uns darauf, Sie zu unterstützen.

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Titelbild von flashbase.co