Corona als Chance: Produktivität im Homeoffice

Dieser Artikel ist für alle Neulinge im Homeoffice, die gerade aufgrund von Covid-19 mehr oder weniger freiwillig von Zuhause aus arbeiten. Für Arbeitgeber bzw. Führungskräfte, die sich mit dem Thema Homeoffice für Ihre Mitarbeitenden auseinandersetzen, empfehle ich diesen Artikel.

Hier lernst Du praktische Tipps und Strategien, die Dir dabei helfen Zuhause ein möglichst produktives Arbeitsklima zu erzeugen, um Deinen täglichen Workload zu meistern. Wenn Du Dir die vorgestellten Strategien zu Herzen nimmst, dann verspreche ich Dir, dass Du deine Produktivität nachhaltig erhöhen wirst und vielleicht sogar produktiver wirst, als das beim bisher gewohnten Gang ins Unternehmen der Fall war.

 

Wenn Du nun schon die ersten Tage Homeoffice hinter Dich gebracht hast, ist Dir sicher aufgefallen, dass es gar nicht so einfach ist in diesem Umfeld konzentriert zu arbeiten. Dass hat vielseitige Gründe, aber vereinfacht betrachtet spielt Dein Unterbewusstsein dabei eine große Rolle. In dieser ungewohnten Situation vermittelt es Dir ständig: Es gibt gerade Wichtigeres zu tun.


Die Grundbedingungen

Der erste Schritt zu produktivem Homeoffice besteht deshalb in der Schaffung der richtigen Grundbedingungen, um auch Deinem Unterbewusstsein zu vermitteln, dass Arbeiten jetzt an diesem Ort in Ordnung ist:

  • Einkaufen: Gerade in Zeiten von Corona solltest Du darauf achten, dass Du mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Lebens versorgt bist. Dazu braucht es keine Hamsterkäufe. Überlege einfach, was Du für die nächste Woche benötigst. Ein gut strukturierter Einkaufszettel, idealerweise auf Basis eines Kochplans (Inspiration für Rezepte), sorgt dafür, dass Du nur die Produkte kaufst, die Du wirklich benötigst.
  • Wellness-Checkliste: Was brauchst Du, damit Du dich gut fühlst? Die Isolation im Homeoffice kann sich langfristig stark auf die Psyche eines Menschen auswirken. Es ist deshalb wichtig, dass Du Dir jetzt schon überlegst, was für Dich persönlich gegeben sein muss, damit Du Dich wohl fühlst. Das kann z.B. eine Mindestanzahl Gesprächspartner sein, eine Mindestanzahl gelaufener Schritte. Verfasse eine Checkliste mit 5 Fragen, die Deinen Wellness-Status abfragen und platziere sie an einem gut sichtbaren Ort, sodass Du den Check mehrmals täglich für Dich durchführen kannst und entsprechende Maßnahmen ergreifst. Mögliche Fragen: Wann warst Du zuletzt an der frischen Luft? Wann hast Du zuletzt etwas getrunken? Wann hast Du zuletzt mit einem anderen Menschen gesprochen? Wie lange hast Du heute schon Soziale Medien konsumiert?
  • Zeitplan: Definiere ein grundlegendes tägliches Zeitfenster, in dem Du arbeitest und halte Dich konsequent daran (Wecker stellen). Kommuniziere diese Zeiten auch an Deinen Arbeitgeber, bzw. Deine Kollegen, sodass allen klar ist wann sie Dich erreichen können und wann nicht.
  • Schlaf: Sorge dafür, dass Du ausreichend Schlaf bekommst, das ist unabhängig vom Homeoffice wichtig, aber insbesondere deshalb nun besonders kritisch, da Du Dich nun in nächster Nähe zu Deinem Bett befindest und es eine klare Trennlinie zwischen Arbeiten und Schlafen geben muss. Dabei ist besonders wichtig, dass Du nicht vom Bett aus arbeitest, auch wenn das vielleicht verlockend erscheint. Dein Unterbewusstsein assoziert Dein Bett nur mit Schlafen und so sollte das bleiben. Wenn das Bett nun auch Arbeitsplatz wird, dann wird es nicht lange dauern bis du mit Schlafstörungen zu rechnen hast. Oder hast Du schon einmal einen gesunden 7-8 Stunden-Schlaf an Deinem Arbeitsplatz gehabt?
  • Tagesroutinen: Ein paar kleine Hacks helfen Deinem Unterbewusstsein sich auf Arbeit einzustellen. Dazu zählen die Körperhygiene, die Du auch praktizierst, wenn Du arbeiten gehen würdest, das Anziehen nach dem Aufstehen (muss nicht der Arbeitsanzug sein, aber Du solltest auch nicht im Schlafanzug bleiben), und mach auf jeden Fall Dein Bett.

Der Home-Arbeitsplatz

Sind diese Basics erfüllt, kümmere Dich als nächstes um Deinen Home-Arbeitsplatz:

  • Fester Platz: Definiere einen Platz, an den Du Dich zum Arbeiten begibst. Nicht jeder hat ein Arbeitszimmer, doch dass ist auch nicht notwendig. Hier ist einfach nur wichtig, dass der Platz ergonomische Aspekte erfüllt und Du Dich nicht abgelenkt fühlst. Du kannst hier gerne mit den Dir verfügbaren Optionen experimentieren. Fühle Dich generell auch nicht an einen Platz gefesselt: Bei kreativen Aufgaben kann ein Spaziergang Deine Leistungsfähigkeit nachweislich steigern und auch Telefonate oder Meetings können an der frischen Luft stattfinden.
  • Partner/Eltern/Kinder im entsprechenden Alter/Mitbewohner: Falls Du nicht alleine lebst, kläre Dein Umfeld über Deine Arbeitszeiten auf und bespreche mit Ihnen inwieweit Du in diesem Zeitraum ungestört arbeiten möchtest. So können Netflix streamen und Akkordeon üben zeitlich entsprechend angepasst werden.
  • Haustiere: Falls Du Haustiere hast und dich davon gern ablenken lässt, versuche Dich von ihnen während deiner Arbeitszeit wegzuschließen.
  • Smartphone: Sofern es nicht für die Arbeit benötigt wird, schalte es stumm und lege es außer Sichtweite ab.
  • Nutze ggf. Kopfhörer um Umgebungsgeräusche auszublenden.


Die Arbeitsweise

Nun kannst Du noch Deine Arbeit selbst optimieren:

  • Rituale: Starte und beende das Arbeiten mit immer demselben Eingangs- bzw. Ausgangsritual: z.B. Kaffee/Tee kochen, klassische Musik anmachen, die Belichtung anpassen, etc. zu Beginn und Spazieren gehen, Meditationsübungen machen, etc. zum Beenden der Arbeit. Das Ritual signalisiert deinem Gehirn „Jetzt beginnt/endet die Arbeit“ und durch die konsequente Wiederholung machst Du Dein Ritual zu einer Gewohnheit.
  • To-Do-Liste: Lege Dir jeden Morgen zu Arbeitsbeginn eine Liste mit Aufgaben an, die Du an diesem Tag erledigen möchtest. So machst Du Deinen Fortschritt sichtbar und kannst durch das Streichen erledigter Aufgaben Deinem Gehirn mit einem kleinen Erfolgserlebnis inklusive Motivationsboost aushelfen.
  • Wochenziele: Es wird Tage geben, an denen Du sehr gut, aber auch Tage an denen Du kaum voran kommst. Setze Dich dann nicht unter Druck (siehe Wellness-Checkliste). Indem Du Dir Wochenziele setzt, kannst Du solche Tage abfedern und Deine Ziele trotzdem erreichen.
  • Pomodoro-Technik: Arbeite in kurzen Intervallen mit regelmäßigen Pausen und nutze die Pausen dafür, Dich bewusst vom Arbeitsplatz wegzubewegen, Dich auf andere T h e m e n zu konzentrieren und kurz zu lüften (benutze eine Küchenuhr). Dieses Intervalltraining fürs Gehirn ermöglicht es Dir Deine Aufgaben konzentriert anzugehen und verhindert, dass Du zu schnell schlapp machst und Deinen Fokus verlierst.

Du hast noch weitere Ideen, um das Arbeiten im Homeoffice produktiver zu gestalten? Dann schreib mir (Axel) gerne eine E-Mail und ich ergänze den Artikel.