4 Rechtsformen, die Sie noch nicht kennen, aber kennen sollten

Franz SauersteinGmbH, Gründung, Rechtsform, Start-up, Wissen

Besondere Rechtsformen

Rechtsformen für Unternehmen gibt es viele, doch in der Realität tauchen vor allem einige wenige auf. Die meisten Unternehmensgründer entscheiden sich für ein Einzelunternehmen. An zweiter Stelle der häufigsten Rechtsformen steht
die GmbH, gefolgt von der GbR. Alternative Modelle werden nur selten gewählt. Dennoch ist es sinnvoll für Gründer,
sich auch mit weniger bekannten Rechtsformen sowie mit ihren Eigenschaften und Möglichkeiten auseinanderzusetzen.
Denn je nach Ausgangslage kann beispielsweise eine gGmbh attraktive finanzielle Vorteile gegenüber einer herkömmlichen GmbH mit sich bringen.

In den folgenden Abschnitten geben wir Ihnen einen Überblick über einige besondere Rechtsformen für Unternehmen und ihre Eigenschaften.


1) Kommanditgesellschaft (KG) – Personengesellschaft mit spezieller Haftungsregelung

2) Offene Handelsgesellschat (OHG) – für Gewerbetreibende mit voller Haftung

3) Aktiengesellschaft (AG) – Nur für große Vorhaben geeignet

4) Gemeinnützige GmbH (gGmbH) – ideal für gemeinnützige Unternehmen

5) Lassen Sie sich zur Rechtsform beraten


Kommanditgesellschaft (KG) – Personengesellschaft mit
spezieller Haftungsregelung

Die Kommanditgesellschaft (KG) gehört wie die GbR zu den Personengesellschaften. Sie erfordert einen Eintrag
ins Handelsregister. Damit kommt diese Rechtsform nur in Frage für Sie, wenn Sie ein Handelsgewerbe ausüben.
Als Künstler können Sie keine KG gründen.

Das hervorstechende Merkmal von Kommanditgesellschaften ist, dass es in ihnen zwei Arten von Gesellschaftern gibt:

  • Kommanditisten
  • Komplementäre

Während die Kommanditisten nur mit ihrer jeweiligen Einlage haften, haften Komplementäre mit ihrem gesamten Vermögen. Dafür haben ausschließlich Komplementäre die Möglichkeit, die Geschäftsführung zu übernehmen. Auch sonst sind die Rechte von Kommanditisten stark eingeschränkt. Ihre Zustimmung ist allenfalls in besonderen Fällen, zum Beispiel bei überdurchschnittlich riskanten Geschäften, notwendig. Folglich ist für eine KG ein großes Maß an Vertrauen zwischen den Gesellschaftern notwendig. Ein Mindestkapital ist für die Gründung nicht erforderlich.

Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Tipp: Wesentlich häufiger als für eine KG entscheiden sich Gründer für eine GbR. Informationen zu dieser und
anderen verbreiteten Rechtsformen erhalten Sie in unserem Logbucheintrag „Welche Rechtsform ist die richtige
für mein Vorhaben?“
.

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Offene Handelsgesellschaft (OHG) – für Gewerbetreibende mit voller Haftung

Auch für die Gründung einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG) ist ein Eintrag ins Handelsregister notwendig.
Im Gegensatz zu einer KG haften bei einer OHG alle Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen für Verpflichtungen,
neue Gesellschafter sogar für bereits bestehende Verpflichtungen.

Bei einer OHG sind alle Gesellschafter befugt dazu, die Geschäftsführung zu übernehmen. Ein Mindestkapital ist auch
hier nicht vorgeschrieben. Ebenso wenig ist ein Notar für den Gesellschaftsvertrag notwendig. Beides sorgt für eine verhältnismäßig unkomplizierte Gründung. Außerdem genießt die Rechtsform OHG ein hohes Ansehen bei Kreditinstituten.

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Beachten Sie: Eine GbR, die ein Handelsgewerbe betreibt, wird automatisch zur OHG, indem ein Eintrag
ins Handelsregister notwendig wird.

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Aktiengesellschaft (AG) – nur für große Vorhaben geeignet

Für die Gründung einer Aktiengesellschaft (AG) ist nicht nur ein Eintrag ins Handelsregister erforderlich, sondern auch
ein Mindestkapital von 50.000 Euro. Im Gegensatz zu einer OHG oder KG kommen Sie um notarielle Begleitung nicht herum, wenn Sie eine AG ins Leben rufen möchten. Ein höherer organisatorischer Aufwand ist auch langfristig erforderlich, da bei einer Aktiengesellschaft drei Gremien (Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung) nebeneinander arbeiten.

Alle diese Faktoren sorgen dafür, dass Aktiengesellschaften von wenigen Jungunternehmern in die engere Wahl gezogen werden. Die noch vergleichsweise junge Rechtsform der kleinen AG kann jedoch auch für kleine und mittlere Unternehmen interessant sein. Für Ihre Gründung reicht eine Person aus.


Gemeinnützige GmbH (gGmbH) – Steuervorteile für gemeinnützige Gründungen

Sie wollen ein gemeinnütziges Unternehmen gründen? Dann kommt die Rechtsform gGmbh für Sie infrage. Sie gleicht in vieler Hinsicht einer herkömmlichen GmbH. Auch hier reicht eine einzelne Person für die Gründung aus und Sie haften nicht mit Ihrem Privatvermögen.

Zusätzlich profitieren Sie jedoch bei einer gGmbH von attraktiven Steuervorteilen. Sie müssen weder Gewerbe- noch Körperschaftssteuer zahlen und können sogar von der Umsatzsteuer befreit werden. Voraussetzung dafür ist, dass Ihr Unternehmen einem gemeinnützigen Zweck dient.

Besitzen Sie das erforderliche Mindestkapital von 25.000 Euro für die Gründung einer gGmbH nicht, bietet sich als Alternative eine gUG an. Dabei handelt es sich um die gemeinnützige Unternehmergesellschaft, die Sie schon mit einem Kapital von einem Euro ins Leben rufen können.

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Empfehlung: Die GmbH ist eine besonders beliebte Rechtsform bei deutschen Gründern. In unserem Logbucheintrag
„Was ist eine GmbH – Zentrale Merkmale im Überblick“ erfahren Sie, was diese Rechtsform ausmacht und welche Bedingungen für die Gründung erfüllt werden müssen.

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Lassen Sie sich zur Rechtsform für Ihr Unternehmen beraten

Die Entscheidung für eine Rechtsform gehört zu den wichtigsten Schritten bei einer Unternehmensgründung.
Lassen Sie sich Zeit für die Auswahl und vergleichen Sie die jeweiligen Vor- und Nachteile miteinander. Überlegen Sie

  • welchem Zweck Ihr Unternehmen dient.
  • ob ein Handelsregistereintrag erforderlich ist.
  • mit wie vielen Personen Sie gründen.
  • wie viel Kapital Sie mitbringen.
  • welche Form der Haftung Ihnen vorschwebt.

Diese und ähnliche Punkte sind entscheidend dafür, welche Rechtsform die beste für Ihr Unternehmen ist. Lassen Sie sich
im Zweifelsfall bei der Auswahl beraten. Als Existenzgründer ist es oft schwer, die mit einer bestimmten Rechtsform verbundenen Formalitäten und Vorteile und ihre Auswirkungen in der Praxis abzuschätzen. Mit einem Expertenrat fällt die Entscheidung leichter.

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